Hegeschau zeigt viele Brennpunkte im Jagdgeschehen auf
Wildsauen verstärkt im Visier

Eine Vielzahl an Trophäen aus den verschiedenen Revieren präsentierten die Jäger bei der Hegeschau im Bereich der Kreisgruppe Neunburg. Bild: mad

Den Schwarzkitteln geht's ans Fell: 1700 Wildschweine sind im Vorjahr im Landkreis erlegt worden. Bei der Hegeschau der Kreisgruppe wird deutlich, wie sehr die Jäger die Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest umtreibt. Als Problem wird die Rückkehr eines Räubers gesehen.

Neunburg-Gütenland. Fast kein Platz mehr frei blieb im Hotel Greiner in Gütenland, als die Jägerschaft aus Neunburg und Umgebung die Hegeschau in Zusammenarbeit mit der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt ausrichtete. Bei der großen Gehörnschau waren die Trophäen zu begutachten, die im Vorjahr auf dem Gebiet des Altlandkreises Neunburg in den drei Hegeringen Nord, Süd und West gemacht wurden.

Musikalisch gestaltete die Jagdhorn-Bläsergruppe Neunburg den Abend. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Franz Sedlmeier, Vorsitzender der Kreisgruppe Neunburg im Bayerischen Jagdverband, ergriff MdL Alexander Flierl das Wort und stellte die Notwendigkeit dieser "Naturschutz-Schauen" heraus. Die Jäger leisteten einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz im Auftrag um das Gleichgewicht in der Natur. Als akute Probleme nannte er unter anderem eine mögliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch Schwarzwild sowie den Wolf - "er gehört nicht hierher", so Flierl.

Kein Wald ohne Jagd

Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch sprach sich dafür aus, präventive Maßnahmen gegen die ASP zu ergreifen. Schon jetzt werde hier "tolle Arbeit" durch die Jäger geleistet. Forstdirektor Peter Hummel, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf, bezeichnete die Wälder als Naturgut. Die Verbiss-Aufnahmen als Vorgabe für die künftigen Abschusspläne seien praktisch abgeschlossen, nähere Informationen sollen bis Juni folgen. "Ein Wald ohne Jagd ist nicht denkbar", stellte er fest.

Für die Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Jagdgenossenschaften lobte Alfred Bauer die "gute Ernte" der Weidmänner. Er stellte heraus, dass die drohende Schweinepest vor allem Landwirte und Jagdgenossen betreffe. Er sprach sich für eine Dezimierung der Schwarzwildbestände aus. Josef Irlbacher, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, hieb in die gleiche Kerbe und bezeichnete die Jäger als Partner der Landwirte.

Christoph Mühlbauer, Leiter der Unteren Jagdbehörde, berichtete, dass im Vorjahr eine Strecke von 1700 Exemplaren Schwarzwild erlegt wurde, eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber 2016. Er ging auf die Forderung nach Nachtsichtgeräten ein, hier seien sowohl Jagd- als auch Waffenrecht tangiert. Ein Antrag auf Zulassung müsse gestellt werden.

Franz Sedlmeier warnte davor, tote Wildschweine mitzunehmen, man solle "sichere Wege" gehen und die Behörden informieren. Er informierte, dass jüngst Kadaver von Füchsen und Katzen aufgefunden wurden, die auf eine Verbreitung der Viruserkrankung Staupe hindeuten. Er ging auf den Tod eines Fuchses in einer verbotenen Schlagfalle ein und appellierte dazu, bei der Fallenjagd weidmännische Grundsätze walten zu lassen. Desweiteren sei ein Aktionstag geplant, um Kinder für die weidgerechte Jagd zu interessieren. Bürgermeister Martin Birner dankte in seinem Grußwort den Jägern für ihr bedeutsames Wirken.

"Gesellschaftlicher Auftrag"

Der neue Kreisjagdberater Günther Hoffmann betonte, dass die Jäger einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen hätten. Aus der Statistik berichtete er, dass in den drei Hegeringen der Abschussplan bei Rehen zu 100 Prozent erfüllt worden sei. Erfreulich nannte er die Abschusszahl beim Schwarzwild, auch auf weitere Tierarten ging er ein. "Sorgenkinder" seien Nieder- und Federwild, dafür ursächlich sei der Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle. Hier sei die Zusammenarbeit mit den Landwirten wichtig. Als weiteres Problem stellte er die allmähliche Rückkehr des Wolfs heraus.

Kreisgruppen-Vorsitzender Franz Sedlmeier verabschiedete bei diesem Anlass den scheidenden Kreisjagdberater Herbert Krauthann, dazu intonierte die Bläsergruppe jagdliche Signalen. In einer emotional gefärbten Rede blickte Krauthann zurück und dankte für die gute Zusammenarbeit.
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