12.03.2018 - 14:40 Uhr
Neunburg vorm Wald

Jagdkreisgruppe hat Wildschwein-Population im Fokus Schweinepest als große Gefahr

So viele Mitglieder wie noch nie verzeichnet die Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes. Das Hauptaugenmerk in den Revieren gilt der Reduzierung des Schwarzwildbestandes. Eine näher rückende Tierseuche verlangt Wachsamkeit.

Den musikalischen Rahmen zur Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Neunburg im Bayerischen Jagdverband lieferten die Jagdhornbläser. Bild: mad
von Adolf MandlProfil

Für Vorsitzenden Franz Sedlmeier leitete Stellvertreter Martin Stangl die Jahreshauptversammlung im Panoramahotel am See. Musikalisch eröffnete die Jagdhornbläser-Gruppe den Abend, das Ensemble um Leiterin Elisabeth Wittmann ließ zum Gedenken an Alois Portner und Franz Böckl "Jagd vorbei, Halali" erklingen.

Über 190 Mitglieder

Nach zehn Neuzugängen und vier Austritten summierte sich der Mitgliederstand der Kreisgruppe auf 178 Haupt- und 16 Zweitmitglieder. Dies sei der bisherige Höchststand, informierte der zweite Vorsitzende im Jahresbericht. Er blickte auf Veranstaltungen wie Hegeschau und Hubertusfeier sowie die Teilnahme an Terminen überörtlicher Jagdverbände zurück. In einem ausgebuchten Lehrgang zur Jägerprüfung erhielten alle 20 Teilnehmer den Jagdschein. Besonders erwähnte Martin Stangl die Beiträge bei Stadtfest und Jubiläumsfestzug zur Neunburger 1000-Jahr-Feier und dankte allen Mitwirkenden. Schießobmann Simon Sedlmeier informierte von verschiedenen Terminen, beispielsweise in Nabburg und Schwarzenfeld.

Heribert Krauthann, Vorsitzender der Hegegemeinschaft West und zugleich Kreisjagdberater, informierte, dass das Verbiss-Gutachten seit zehn Jahren einen "tragbaren Verbiss" attestierte und der zugehörige Abschussplan zu 100 Prozent erfüllt wurde. Das bedeutendste Arbeitsfeld für die Jägerschaft stelle - wie auch die weiteren Redner bestätigten - die Wildschwein-Population dar. Eine große drohende Gefahr sei die mögliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch die Schwarzkittel - aktuell sei sie "aber noch nicht da". Präventiv sei eine Bestandsreduzierung dringend nötig, der Staat gewähre Prämien für den Abschuss.

Reinhold Dietl, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Nord, verzeichnete eine "Fuchswoche", die Hegeschau in Kulz sowie die Hubertusfeier in Dieterskirchen als Höhepunkte. Zusätzlich zur hohen Wildschweindichte bereiteten Kormoran, Fischotter und Wolf weitere Probleme. Reinhard Reck, Hegegemeinschaft Süd, informierte über den Bau eines Fledermaushotels. Der Abschuss bei Rehen sei erfüllt und viele Sauen seien erlegt worden. Er erwähnte die Strahlenbelastung beim untersuchten Schwarzwild und nannte einen Durchschnittswert von 23 Prozent.

Als "große Bedrohung" sah Bezirksvorsitzender und MdL Alexander Flierl die Afrikanische Schweinepest. Der Virus sei langlebig, und Flierl appellierte, auf Hygiene zu achten. Der Erreger werde nicht nur von Tier zu Tier übertragen, sondern indirekt auch über Gegenstände, die mit infiziertem Material behaftet sind. Flierl sprach sich für eine Reduzierung des Schwarzwild-Bestandes aus, betonte aber, dass die Jagd weidgerecht bleiben müsse - es gelte den Muttertier-Schutz zu wahren.

Plädoyer für Hegeschauen

Er informierte, dass der Landtag den Management-Plan erweitert habe. Die Jagd auf Kormorane, Fischotter oder Rabenkrähen müsse forciert werden, die verursachten Schäden seien enorm. Unter anderem dürften Teichwirte mit der Thematik nicht alleine gelassen werden. Praktikable Regelungen "mit Augenmaß" gelte es auch beim Umgang mit dem Wolf zu finden, von dem in Bayern aktuell drei Paare nachgewiesen seien. Abschließend sprach sich der Bezirksvorsitzende noch für die Beibehaltung der Hegeschauen als "Forum für die Jagd" aus.

An Terminen für die Kreisgruppe steht am 13. April die Hegeschau an, die Hubertusfeier wird am 3. November in der Pfarrkirche Seebarn stattfinden. Es werden diverse Schießtermine organisiert sowie Kurse zur Trichinen-Entnahme angeboten. Der Vereinsausflug führt zum Jagdwaffenhersteller Merkel nach Suhl.

Im Umgang mit dem Wolf müssen praktikable Lösungen mit Augenmaß gefunden werden.Alexander Flierl, MdL und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.