28.04.2017 - 23:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Knapp 400 Gäste beim Festabend "1000 Jahre Neunburg" Ansporn für die Zukunft

Auf ein Jahrtausend Geschichte blickte die Stadt Neunburg am Freitag zurück. Beim Festabend in der Schwarzachtalhalle sah Bürgermeister Martin Birner diese lange Zeit als Verpflichtung für die Zukunft. Staatsministerin Emilia Müller lobte das vielfältige Engagement der Bürger.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Zum Auftakt des Festabends trafen alte Ansichten auf aktuelle Bilder: Im Foyer der Halle wurde eine Ausstellung des Kolping-Fotostammtischs eröffnet, der den Wandel an Plätzen und Gebäuden dokumentierte. Zur Begrüßung der rund 400 Gäste aus dem öffentlichen Leben traten Bürgermeister Martin Birner und seine Stellvertreterin Margit Reichl in historischen Gewändern vors Publikum.

Stadt als vitaler Jubilar

Als Hommage an die urkundliche Ersterwähnung Neunburgs am 28. April 1017 hatten sie ihre Rede in mittelalterlichem Zungenschlag verfasst: Da wurde Staatsministerin Emilia Müller zur "Kurprinzessin", Europaabgeordneter Albert Dess zum "Vertreter des Heiligen Römischen Reiches europäischer Nationen" und Ehrenbürger Theo Männer zum "Civitate Donatus".

Doch die vielfältige Geschichte halte Neunburg nicht davon ab, sich als "vitale, blühende und familienfreundliche Stadt" (Birner) zu präsentieren. Margit Reichl wünschte sich, dass das Jubiläum den Zusammenhalt unter den Bürgern stärkt. Der Erste Bürgermeister würdigte die Aufbauleistung früherer Generationen, mit der die Stadt zum attraktiven Wirtschaftsstandort geworden sei. Daraus leitete er den Ansporn und den Anspruch ab, Neunburg auch in Zukunft weiterzuentwickeln.

Im Namen der Regierung der Oberpfalz gratulierte Vizepräsident Walter Jonas: Er sah diese lange Zeitspanne Stadtgeschichte als ein Verdienst ihrer Bewohner: "Eine Stadt lebt so lange, weil sie Bürger hat, die Geschichte leben, aber auch Gegenwart und Zukunft gestalten." Bezirkstagspräsident Franz Löffler zeigte sich beeindruckt von der Begeisterung der Neunburger für ihre Stadt. Es sei hier stets verstanden worden, die Chancen der Zeit zu nutzen. Landrat Thomas Ebeling würdigte das Bewusstsein um Neunburgs historische Wurzeln, gleichzeitig sei hier aber auch die Zukunft zu spüren.

"Sie können stolz auf ihre Stadt sein", wandte sich Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, an die Festgesellschaft. In ihrer Rede, die sie in Vertretung von Ministerpräsident und Schirmherr Horst Seehofer hielt, spannte sie einen weiten Bogen durch die Geschichte und die Entwicklung der Jubel-Gemeinde - beginnend mit der ersten urkundlichen Erwähnung, über die Ära der Wittelsbacher und die Zeit als wichtige Ämter-Stadt, bis hin zum starken Wirtschaftsstandort heutiger Zeit.

"Entwicklung fortführen"

Auch in Sachen sozialer Infrastruktur habe Neunburg viel zu bieten, und sei daher "eine lebens- und liebenswerte Stadt mit Zukunft", urteilte die Ministerin. Die Bewohner charakterisierte sie als fleißig und heimatverbunden. Mit einer großen Vielfalt ehrenamtlichen Engagements ließen sie Neunburg blühen. Abschließend appellierte sie, die Entwicklung der Stadt mit Sinn für das Erbe fortzuführen. Trotz ihrer 1000 Jahre sei Neunburg jung, innovativ und attraktiv. Müller: "In Neunburg ist die Verbindung von Tradition und Fortschritt perfekt gelungen."

Damit der Humor an diesem Festabend nicht zu kurz kam, sinnierte der Oberpfälzer Kabarettist Hubert Treml musikalisch unter anderem darüber, ob es den Neunburgern vor 1000 Jahren - ohne die vermeintlichen Segnungen der Neuzeit - in ihrer Stadt überhaupt gefallen hat. Außerdem wurde das Rahmenprogramm durch verschiedene Ensembles der Städtischen Musikschule aufgelockert.

Neunburg vorm Wald ist auch mit 1000 Jahren jung, innovativ und attraktiv.Staatsministerin Emilia Müller

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