28.08.2017 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Mädels, ab an die Werkbank!

Mit jedem neuen Handgriff sind sie gewachsen: Die Begeisterung und die Neugier für Technik und das Selbstbewusstsein der zwölf Schülerinnen, die im "Mädchen für Technik-Camp" des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) bei der Firma FEE-Industrieautomation in Neunburg Wald dabei waren.

Selbstständig haben die Mädchen eine Ampel angefertigt und dafür geplant, gefräst, gelötet und gebohrt.
von Helga ProbstProfil

Selbstständig haben die Mädchen in der vergangenen Woche eine Ampel angefertigt und dafür geplant, gefräst, gelötet und gebohrt. Ausbilder und Azubis haben die Mädchen spielerisch-ambitioniert an Technik herangeführt, um Ängste sowie alte Vorurteile abzubauen.

Großes Lob

So haben die Schülerinnen Berufe wie Feinwerkmechanikerin und Elektronikerin (Fachrichtung Automatisierungstechnik) kennengelernt - und einen realistischen Einblick in die Welt der technischen Berufe bekommen. Ganz wichtig dabei: Nicht das Geschlecht, sondern die Leistung ist entscheidend. FEE will die Mädchen, nicht weil sie Mädchen sind - sondern weil sie gut sind. Der Ferienspaß kam in der Woche auch nicht zu kurz: Teamaktionen standen am Feierabend auf dem Programm.

Ihr fertiges Werkstück haben die Schülerinnen am Freitag Eltern, Unternehmensvertretern und weiteren Gästen präsentiert. "Ihr habt uns zum Strahlen gebracht", bedankte sich Johanna Dirscherl stellvertretend für die zwölf teilnehmenden Mädchen bei den Organisatoren. Von Seiten der Ausbilder, den beteiligten Auszubildenden und den beiden Betreuerinnen Nicole Mutzl und Patricia Janda gab es ein großes Lob für die "lieben Mädels", über die "nichts Negatives gesagt werden konnte". FEE-Personalleiter Udo Starck würde es gerne sehen, wenn sich alle zwölf Teilnehmerinnen bei FEE bewerben würden.

Er möchte noch mehr Mädchen einstellen und das Champ sei da sehr hilfreich gewesen. Anlässlich des Camps sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände, die das Camp ideell und finanziell unterstützen: "Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, benötigen unsere bayerischen Unternehmen hochqualifizierte Nachwuchskräfte.

Damit alle Potenziale ausgeschöpft werden, setzen sich der Verband aktiv dafür ein, den Anteil von derzeit rund 25 Prozent an weiblichen Beschäftigten in dieser Industriesparte zu steigern. Diese biete gerade auch Mädchen hervorragende Ausbildungs- und Berufsperspektiven. "Deshalb engagieren wir uns seit Jahren für Projekte, die Mädchen frühzeitig MINT-Berufe näher bringen. Hierzu zählen auch die 'Mädchen für Technik-Camps'", so Brossardt. Am gleichen Strang zieht auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Es fördert seit Jahren die Projekte für Mädchen und junge Frauen.

Für Technik begeistern

Die "Mädchen für Technik-Camps" sind Teil der Bildungsinitiative Technik - Zukunft in Bayern 4.0 und damit eines von 16 Angeboten und Projekten. Dessen Hauptanliegen: Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern. Mittlerweile haben seit 2002 bayernweit mehr als 3 200 Schülerinnen bei den "Mädchen für Technik-Camps" mitgemacht. Auch in diesem Jahr tauchen wieder über 200 Schülerinnen in insgesamt 15 Camps in die Welt der Technik ein. Das Angebot ist bis auf die An- und Abreisekosten kostenfrei.

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