25.02.2018 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm Wald

Ortsbegehung bildet Startschuss für "einfache Dorferneuerung" Wunschzettel fürs Dorf füllt sich

Trotz Kälte und eisigem Wind treffen sich am Freitag zahlreiche Kemnather an der Kirche zum offiziellen Startschuss für die "einfache Dorferneuerung". Architekt Gerhard Plöchinger sammelt die Anregungen und will bis zum Herbst ein Konzept entwickeln.

Diplom-Ingenieur Werner Bachseitz und Projektbegleiterin Stephanie Singer (vorne) führten die Gruppe beim Rundgang durch Kemnath bei Fuhrn an. Mit dabei war auch Bürgermeister Martin Birner (links dahinter). Bilder: rhi (2)
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Neunburg-Kemnath bei Fuhrn. Der Planer bindet die Bürger mit ein und trifft sich mit einem 20-köpfigen Arbeitskreis am 17. März zur Klausurtagung im Sporthotel "Zur Post" in Tännesberg. An diesem Tag sollen die Anregungen aus dem Rundgang vom Freitag diskutiert und konkretisiert werden. Einer der Schwerpunkte ist die Gestaltung des Dorfwirtshauses. Die Familie Schießl würde die "Tafferne" gerne sanieren, stößt aber auf den Widerstand der Denkmalschützer.

"Glücksfall" Wirtshaus

Dafür hat Diplom-Ingenieur Werner Bachseitz kein Verständnis. Wie er die Fassade gestalten und mit welchen Ziegeln er das Dach decken will, das sollte man schon dem Besitzer überlassen, sagte der Baudirektor am Amt für ländliche Entwicklung. Er will mit der Denkmalschutzbehörde Kontakt aufnehmen und nach "einer einvernehmlichen Lösung" suchen. Ein Wirtshaus wie die Schießl-Tafferne sei geradezu ein Glücksfall für ein Dorf. Vor allem dann, wenn die Betreiber auch noch Geld in die Hand nehmen wollen für die Sanierung. Einschalten will sich auch Bürgermeister Martin Birner. Das Wirtshaus in der Ortsmitte aufzuwerten, sei ein wesentlicher Bestandteil der Dorferneuerung.

Verkehr oft zu schnell

Beim Rundgang wünschten sich die Bewohner "einen Dorfmittelpunkt, auf dem sie auch einmal ein Fest feiern können". Ein Problem ist der Verkehr: "Es wird zu schnell gefahren", klagten die Anwohner. Die Ortschaft leide unter dem Durchgangsverkehr. Auch die Parkplatzsituation sei unbefriedigend, so die Meinung der Bevölkerung.

"Die Dorferneuerung dient der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse in den ländlichen Räumen", sagt Baudirektor Werner Bachseitz. Sie baue auf eine aktive Bürgermitwirkung auf. Die "einfache Dorferneuerung" habe den Vorteil einer kürzeren Verfahrenslaufzeit. Die Kommune sei Träger der Maßnahme, das Amt für ländliche Entwicklung die Förderbehörde.

Zur Dorferneuerung gehört der Ausbau von Straßen und Wegen, Dorf- und Parkplätzen, Gemeinschaftshäusern sowie privaten Anwesen. Der Fördersatz liegt bei 54 Prozent bei öffentlichen und bis zu 30 Prozent bei privaten Maßnahmen. Als förderfähige Maßnahmen im Privatbereich sind Dach- und Fassadengestaltung sowie der Innenausbau genannt.

In Arbeitskreise einbringen

Direktor Werner Bachseitz erwähnt auch die Sanierung von Leerständen, die Renaturierung von Gewässern, die Neugestaltung des Dorfplatzes, den Bau eines Gemeinschaftshauses und die Schaffung von Freizeiteinrichtungen als Beispiele "dorfgerechter Gestaltung". Der Leiter des Sachgebiets "Dorf- und Landentwicklung" ermunterte die Kemnather Bürger, sich generationsübergreifend einzubringen und sich an den Arbeitskreisen zu beteiligen, die nach der Klausurtagung gebildet werden. Die Vorschläge der Anwohner seien für den Architekten Gerhard Plöchinger die Grundlage für die Planungen. Was sich letztlich umsetzen und finanzieren lasse, müsse in den Arbeitskreisen geklärt werden.

Die Stadt Neunburg will den Ortskern von Kemnath gestalterisch aufwerten und hat deshalb den Ortsteil auf die Agenda gesetzt und zur Beschleunigung des Verfahrens die Variante der "einfachen Dorferneuerung" gewählt. Nach einem Jahr Planung könne man bereits 2019 mit der Umsetzung beginnen, so der Vertreter des Amtes für ländliche Entwicklung in Tirschenreuth.

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