02.04.2018 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Pfarrer Stefan Wagner rückt Osterkerze und Osterlachen in den Fokus Wenn die Tränen trocknen

Die Osterkerze ist für Pfarrer Stefan Wagner eine Botschafterin: Sie begleitet Gläubige von der Taufe bis zum Tod. Mit ihrer Energie stehe sie aber auch für ein Geheimnis, meint er und rückt außerdem einen Brauch in den Fokus, bei dem gelacht werden darf.

Die Gruppe "Contigo" unter der Leitung von Jürgen Zach gestaltete den Abendmahlsgottesdienst.in der evangelischen Kirche.
von Hans SteinsdorferProfil

Höhepunkt der österlichen Feierlichkeiten in der katholischen Kirche St. Josef war wieder die Osternacht am Karsamstag. Stadtpfarrer Stefan Wagner entzündete zusammen mit 23 Ministranten die Osterkerze vor der Pfarrkirche und zog damit in das dunkle Gotteshaus ein. Die Kerze war auch Gegenstand der Predigt von Pfarrer Wagner. "Die Osterkerze schafft, was kein anderes Zeichen zustande bringt", meinte er. "Es gibt kaum einen Moment, der mich mehr bewegt, als der Augenblick, wenn die Osterkerze in die stockdunkle Kirche hereingetragen wird", so der Geistliche.

Vom Leben im Tod

50 Tage lang werde die Osterkerze nun bei jedem Gottesdienst brennen. Sie sei österlicher Begleiter, wenn Blumen und Schnitzfiguren längst weggeräumt sind und könne bei jeder Taufe ihr Licht weitergeben. Aber auch bei jedem Trauergottesdienst werde man sie entzünden, um das Geheimnis des Glaubens zu verkünden: dass im Tod das Leben ist. Diese Kerze sei wirklich einmalig, erklärte der Geistliche und sah in ihr Lebensbotschafterin und Lebensbegleiterin in einem, vom Anfang über das Ende hinaus. Obwohl in der Osternacht keine Taufe stattfand, segnete Pfarrer Wagner das Wasser und besprengte damit die Pfarrgemeinde. Musikalisch umrahmt wurde dieser Gottesdienst durch den Kirchenchor und ein Bläserensemble der Neunburger Stadtkapelle unter der Leitung von Organistin Sonja Steinkirchner. Mit der "Missa in honroem S. Thomae Aquinatis" von Ignaz Mitterer sowie "Der Heiland ist erstanden" von Vinzenz Goller sorgten die Musiker für festliche Klänge.

Über "Osterlachen"

Nach dem Gottesdienst fand die Speisenweihe statt. Pfarrer Wagner erinnerte an den Brauch, der darauf beruht, dass Jesus sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern gezeigt und mit ihnen gegessen hat. Er segnete die Eier, die Brote und das Fleisch und teilte das Osterbrot an alle Gläubigen aus. Am Sonntag stand die Predigt im Zeichen des "Osterlachens". "Christus ist auferstanden - halleluja, wenn das kein Grund zur Freude ist." So begrüßte Pfarrer Wagner die Gläubigen am Sonntag in der Predigt. Der erinnerte an das Mittelalter, wo es kein Osterfest ohne das berühmte Osterlachen gegeben habe. Tränen in ein Lächeln verwandeln: Dieser Werbespruch eines bekannten Heftpflaster-Herstellers sei wie eine versteckte Osterbotschaft. Ostern beginne mit Tränen, die aber in Freude verwandelt würden, die niemals endet. Schon das allein sei genug für echte Osterfreude. Auch diese Gottesdienste wurden durch Organistin Sonja Steinkirchner musikalisch gestaltet.

Die Feierlichkeiten in der evangelischen Kirche begannen am Donnerstag mit dem Abendmahlgottesdienst. Dieser wurde musikalisch durch die Gruppe "Contigo" unter der Leitung von Jürgen Zach gestaltet. Der Karfreitag stand im Zeichen einer meditativen Andacht. Um 5.30 Uhr fand dann zu Sonnenaufgang der Gottesdienst am Sonntag statt.

Pfarrer Gerhard Beck und sein Team luden nach dem Gottesdienst zum Osterfrühstück ein. Am Ostermontag traf sich die Gemeinde auf dem Friedhof, um mit der Osterkerze auch das göttliche Licht an die Gräber der Verstorbenen zu bringen.

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