19.07.2017 - 12:14 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Polizei will Motorradfahrer für richtige Geschwindigkeit sensibilisieren Mit Bikern das Gespräch gesucht

Sechs Polizeibeamte legten am Sonntag eine Sonderschicht ein. Auf der Staatsstraße 2151 zwischen Neunburg und Rötz baten sie Motorradfahrer zur Kontrolle. Die Aktion hatte einen ernsten Hintergrund.

Es ging nicht nur um die Verkehrskontrolle - im Gespräch mit den Motorradfahrern versuchten die Polizeibeamten auch, das Bewusstsein für die richtige Geschwindigkeit zu schärfen. Bild: pko
von Helga ProbstProfil

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz sind aus dem Vorjahr 567 Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern verzeichnet - vier Prozent mehr als 2015. Die Anzahl der verletzten Krad-Benutzer (einschließlich Mitfahrer) erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 516 Personen. Signifikant ist die Zunahme tödlich verunglückter Biker auf 23. Ein Plus von 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet in der Statistik den höchsten Wert im Langzeitvergleich.

Als Schwerpunkte mit Unfallhäufung sind besonders die Landkreise Regensburg, Schwandorf, Neumarkt und Cham festzustellen. Vor allem von Freitag bis Sonntag in den Nachmittagsstunden treten solche Vorfälle gehäuft auf. Dem Negativtrend soll ein "Aktionsplan zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für motorisierte Zweiradfahrer" gegenwirken. Die Polizei verfolgt damit sowohl einen verstärkten präventiven als auch repressiven Ansatz.

Geschwindigkeit im Fokus

Im Bereich der Polizeiinspektion Neunburg nahmen sechs Beamte das Verhalten der Biker am Sonntag zwischen 14 und 19 Uhr in den Blickpunkt. Auf der Staatsstraße 2151 zwischen Neunburg und Rötz - auf dem Parkplatz an der Abzweigung zum "Dorrerkeller" - wurden die Krafträder herausgewunken und freundlich zur Verkehrskontrolle gebeten. Die Beamten überreichten dazu einen Flyer des Präsidiums mit dem Motto "Eure Sicherheit liegt uns am Herzen!". Die Aktion war Teil des Verkehrssicherheitsprogramms 2020 "Bayern mobil - sicher ans Ziel". In den Gesprächen war es den Polizisten wichtig, bei den Zweiradlenkern das Bewusstsein für die richtige Geschwindigkeit zu schärfen.

Nicht angepasstes Tempo ist die Hauptursache für schwere und tödliche Motorradunfälle. Deshalb gab es von Polizeioberkommissar Markus Schlegel ein dickes Lob, wenn ein Biker nicht wegen zu schnellem Fahren auf den Parkplatz herausgewunken wurde. Zusätzlich überprüften seine Kollegen - Polizeihauptmeister Matthias Tyrock und Polizeiobermeister Daniel Tröger (beide PI Neunburg) - auch die vorgeschriebene Bekleidung, die Verkehrssicherheit der Maschinen und die Papiere. Zur Unterstützung arbeiteten von der Inspektion Oberviechtach die Polizeihauptmeister Armin Ismael und Wolfgang Ziereis mit.

Aktion positiv empfunden

Im Verlauf des Nachmittags besuchte auch Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Amberg, die Kontrollstelle. Er stellte fest, dass die Aktion durch die Motorradfahrer als sehr positiv empfunden wurde und sich gute Gespräche mit den Beamten vor Ort ergaben.

Kontroll-Bilanz

Insgesamt wurden 33 Motorräder und 23 Personen kontrolliert.

An einer Geschwindigkeitsmessstelle in einiger Entfernung wurde gleichzeitig das Tempo aller Fahrzeuge ermittelt, die aus Richtung Industriegebiet Neunburg kamen. Diese betreute Matthias Schuh von der Verkehrspolizeiinspektion Amberg.

Der schnellste Motorradfahrer hatte 140 km/h auf dem Tacho. 120 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg waren die Quittung. Der schnellste Pkw wurde mit 168 km/h gemessen. Der Fahrer muss 440 Euro zahlen, er erhält zwei Punkte und bekommt ein zweimonatiges Fahrverbot.

Anzeigen wurden insgesamt 8 (7 Pkw, 1 Motorrad) ausgestellt. Verwarnungen sprachen die Beamten 12 aus (10 Pkw, 2 Motorräder). Eine erloschene Betriebserlaubnis wurde bei zwei Bikern festgestellt: Der Ausbau des schalldämpfenden "dB-Eaters" wurde mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige und 90 Euro Bußgeld geahndet. (pko)

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