10.04.2018 - 18:06 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Polizeiinspektion Neunburg legt Kriminalitätsstatistik 2017 vor Sinnloser Vandalismus nimmt zu

Deutlich mehr Straftaten verzeichnet die Polizeiinspektion: 500 Delikte sind aus dem Vorjahr registriert, vor allem Sachbeschädigungen häufen sich. Die Beamten halten mit einer gesteigerten Aufklärungsquote dagegen.

Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Hager, Oberkommissar Markus Schlegel und Hauptkommissar Robert Brandstätter (von rechts) erläuterten die Sicherheitslage im Inspektionsgebiet. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Fast drei Viertel aller Fälle - 72 Prozent - haben die Beamten der Polizeiinspektion Neunburg 2017 aufgeklärt, im Vorjahr waren es knapp 70 Prozent. Zum Vergleich: Im Landkreis und im Bezirk lag diese Quote bei 67 bzw. 66 Prozent. Beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern am Dienstag betonte Bernhard Hager, Erster Polizeihauptkommissar und Dienststellenleiter, dass das Inspektionsgebiet weiterhin "eine der sichersten Regionen der Oberpfalz" sei.

"Kein Sicherheitsproblem"

2017 registrierte die Polizei Neunburg insgesamt 500 Straftaten - 49 Delikte mehr als im Jahr zuvor. Während wie im Vorjahr 116 Rohheitsdelikte (Körperverletzungen, Misshandlungen etc.) verzeichnet wurden, reduzierten sich Vermögens- und Fälschungsdelikte von 84 auf 79. Allerdings sind deutlich mehr Sachbeschädigungen verzeichnet - von 66 auf 97. Insgesamt aber sei der Anstieg "nicht dramatisch" (Hager). Doch bei den vergleichsweise niedrigen Zahlen wirke sich eine Zunahme der Delikte eben immer gleich deutlich aus. "Wir haben in keinster Weise irgendein Sicherheitsproblem."

Bei der Eigentumskriminalität verzeichnete der Polizeichef einen leichten Anstieg von 93 auf 98 Fälle, davon 34 schwere und 64 einfache Diebstähle. Diebstähle aus Autos gingen von 16 auf 11 zurück, außerdem wurden 9 Räder gestohlen (plus 3). Auf "hohem Niveau" verharrten die Rohheitsdelikte; so stieg die Zahl der Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzungen von 16 auf 28, die einfachen Körperverletzungen, darunter fällt beispielsweise eine Ohrfeige, gingen von 69 auf 76 zurück. Vor allem wenn Alkohol und Drogen mit im Spiel waren, wurde häufig zugeschlagen: "Fast jeder zweite Tatverdächtige war nicht mehr Herr seiner Sinne", formulierte es der Polizeichef. Mit häuslicher Gewalt befassten sich 22 Anzeigen. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich bleibt mit 92,2 Prozent weiter hoch.

Verstärkte Zerstörungswut

Unter anderem öffentliche Toiletten in Neunburg und Einrichtungen am Hammersee in Bodenwöhr waren das Ziel von Zerstörungswütigen: 97 Fälle von Sachbeschädigungen wurden registriert, eine Steigerung um fast die Hälfte. Mit verstärkter Streifentätigkeit versuchten die Beamten gegenzusteuern, gleichzeitig sei man zur Klärung auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Bei 24 Rauschgiftdelikten (2016: 22) bekamen es die Beamten in 14 Fällen mit Cannabis zu tun, 7 Mal spielte Crystal-Speed eine Rolle, 3 Mal wurden Kräutermischungen entdeckt. Die Zunahme sei auch verstärkten Kontrollen durch speziell geschulte Beamte geschuldet.

Der Blick in die sechs Gemeinden des 300 Quadratkilometer großen Inspektionsgebiets, in dem knapp 17 000 Menschen leben, offenbarte örtliche Aufklärungsquoten zwischen 90 und 25 Prozent. "Mehr als zufrieden" sei er mit dieser Statistik wieder, betonte der Polizeichef, und brachte seinen Stolz auf die engagierte Tätigkeit seiner Beamten in der Dienststelle zum Ausdruck.

In Namen seiner Kollegen aus Neunburg, Bodenwöhr, Schwarzhofen, Dieterskirchen und Neukirchen-Balbini lobte Bürgermeister Walter Schauer (Thanstein) die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Polizei. Mit Blick auf das Sicherheitsgefühl der Bürger bat er darum, weiter Präsenz im Streifendienst zu zeigen.

Kriminalstatistik in Stadt und Gemeinden

Stadt Neunburg vorm Wald

Straftaten: 317 (2016: 268); Diebstähle: 66 (41); Rauschgiftkriminalität: 12 (10); Sachbeschädigungen: 68 (40).

Gemeinde Bodenwöhr

Straftaten: 143 (129); Diebstähle: 24 (41); Rauschgiftkriminalität: 11 (11); Sachbeschädigungen: 19 (11).

Gemeinde Dieterskirchen

Straftaten: 13 (14); Diebstähle: 2 (1); Rauschgiftkriminalität: 0 (0); Sachbeschädigungen: 1 (1).

Markt Neukirchen-Balbini

Straftaten: 4 (18); Diebstähle: 0 (2); Rauschgiftkriminalität: 1 (1); Sachbeschädigungen: 0 (4).

Markt Schwarzhofen

Straftaten: 16 (10); Diebstähle: 5 (1); Rauschgiftkriminalität: 0 (0); Sachbeschädigungen: 2 (4).

Gemeinde Thanstein

Straftaten: 10 (12); Diebstähle: 1 (6); Rauschgiftkriminalität: 0 (0); Sachbeschädigungen: 1 (1). (mp)

Notizen aus dem Sicherheitsbericht

Besondere Fälle

Hauptkommissar Robert Brandstätter berichtete, dass sieben schwere Diebstähle in Neunburg aus den Jahren 2014 und '15 in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Burglengenfeld geklärt werden konnten. Der deutschlandweite aktive Täter sitzt mittlerweile im Gefängnis.

Und bei einer Verkehrskontrolle in Bodenwöhr gingen den Beamten zwei Männer ins Netz, gegen die Haftbefehle wegen Diebstahl vorlagen. Diese hatten sich in einer Pension eingemietet, wo weiteres Diebesgut entdeckt werden konnte.

Taten mit Asylthematik

Bei den registrierten Delikten im PI-Bereich ist keine überproportionale Beteiligung von Flüchtlingen und Asylsuchenden verzeichnet. Laut Kriminalstatistik sind von insgesamt 267 ermittelten Verdächtigen 31 Asylbewerber gewesen. Bei 41 Straftaten (Vorjahr: 45) sei 19 Mal die Asylunterkunft Tatort gewesen. Leicht zurückgegangen sind die Körperverletzungsdelikte innerhalb des Wohnheims von 26 auf 21. Auch einen Fall von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte habe es hier gegeben. Dabei seien aber keine Kollegen verletzt worden.

Täter männlich und über 21

Bei den 267 Tatverdächtigen im Inspektionsbereich stammten 70 Prozent aus Deutschland. Der überwiegende Teil (80 Prozent) waren Männer und meistens (in 83 Prozent der Fälle) über 21 Jahre alt. (mp)

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