Programm mit Musik, Gebet, Meditation, Stille, Kunst und Begegnung
Gotteshäuser stehen allen offen

Auf der Empore der Stadtpfarrkirche Sankt Josef rühren Pfarrer Stefan Wagner und Pastoralreferentin Susanne Albang die Werbetrommel für die "Nacht der offenen Kirchen". Sechs Gotteshäuser in der Innenstadt können an diesem Freitag auf außergewöhnliche Art und zu ungewohnter Zeit erlebt werden. Bild: Mardanow
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Neunburg vorm Wald
13.09.2017
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Kino in der Kirche, nächtliches Orgelspiel oder ein Engel-Spaziergang: In den Neunburger Gotteshäusern ist am Freitag für besondere Eindrücke gesorgt. Bei der "Nacht der offenen Kirchen" trifft Musik auf Gebet, und Kunst vereint sich mit Meditation. Aber auch Momente der Stille kommen nicht zu kurz.

Für einen Abend voller Begegnungen ist bei dieser Gemeinschaftsaktion der katholischen Pfarrei Sankt Josef und der evangelischen Kirchengemeinde ebenfalls gesorgt. Mit den Planungen haben die beiden Ortsgeistlichen Stefan Wagner und Gerhard Beck bereits im Vorjahr begonnen. Wie bei einem Pressegespräch zum Ausdruck kam, soll den Besuchern ein "gänzlich anderes Kirchen-Erlebnis" beschert, außerdem sollen die Unterschiedlichkeit und die Vielfalt der sechs Gotteshäuser in der Innenstadt ins Blickfeld gerückt werden.

Glockengeläut zum Auftakt

Die "Nacht der offenen Kirchen" bereichert den Veranstaltungskalender gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen reiht sie sich ein in die Feierlichkeiten zur Weihe der Pfarrkirche Sankt Josef vor 50 Jahren und in das Jubiläum "500 Jahre Reformation", außerdem wird damit für einen weiteren Programmpunkt im Jubiläumsjahr der Stadt Neunburg gesorgt. Damit aber nicht genug: Einen Tag später wird der Neunburger Kunstherbst eröffnet, der mit dem Leitthema "Gemeinsame Wege in Glaube und Kunst", ebenfalls die Kirchen im Fokus hat. Das Läuten der Glocken der evangelischen Versöhnungskirche, der Jakobskirche und der Stadtpfarrkirche Sankt Josef gibt am Freitag um 18 Uhr den akustischen Startschuss für die Kirchen-Nacht. Bis 24 Uhr wird in den Sakralräumen ein vielfältiges Programm geboten. Unter anderem lesen örtliche Vertreter aus Politik und Gesellschaft ihre Lieblingsstellen aus der Bibel vor, Taize-Lieder werden zu hören sein, aber auch Geschichten zum Schmunzeln und Nachdenken fehlen nicht.

"Die Mitstreiter waren schnell gefunden", blickte Stefan Wagner in die Organisationsphase zurück. Die Mitarbeiter in beiden Kirchengemeinden sowie Mitglieder der kirchlichen Vereine hätten sich engagiert bei der Programmgestaltung eingebracht. Und bis auf den evangelischen Bezirkskantor Aurel von Bismarck kämen alle Mitwirkenden aus der Region. "Wir konnten die ganzen Ideen gar nicht alle verwirklichen", gab der Geistliche zu verstehen. Er könne sich daher eine Wiederholung der Kirchen-Nacht "gut vorstellen".

Pastoralreferentin Susanne Albang ergänzte, dass die Programmpunkte (Dauer: zwischen 30 und 45 Minuten) meistens zur vollen Stunde beginnen. Niemand müsse aber ein schlechtes Gewissen haben, wenn er während einer laufenden Darbietungen den nächsten Veranstaltungsort aufsucht. "Es macht nichts, wenn ein Kommen und Gehen herrscht", betonte Pfarrer Wagner.

Kirchen neu entdecken

Die Hauptprogrammpunkte spielen sich in der Pfarrkirche Sankt Josef, in der evangelischen Versöhnungskirche, in der Jakobskirche und der Kapelle des Schulschwesternklosters ab (siehe Infokasten). "Es können aber auch Kirchen entdeckt werden, die sonst nicht immer geöffnet sind", erklärte Stefan Wagner. Unter dem Motto "Kommen, Schauen, Geschichte atmen" ist die Spitalkirche in der Hauptstraße von 18 bis 22 Uhr geöffnet, in der selben Zeit heißt es in der Friedhofskirche "Still werden, Verweilen, Trost finden". Die Intention der Kirchen-Nacht fasste der Stadtpfarrer so zusammen: "Wir wollen, dass die Türen der Kirchen für alle offen stehen. Jeder kann kommen, sitzen, staunen oder beten - jeder so, wie er will." Sowohl der katholische als auch der evangelische Geistliche hoffen außerdem, dass diese Aktion auch jene Neunburger und Gäste anspricht, die sonst mit Gottesdienstbesuch und Kirchgang nicht viel anfangen können.

Das Programm in den KirchenStadtpfarrkirche Sankt Josef

Um 19 Uhr bittet Otto Reimer zum "Engel-Spaziergang" durch die Kirche, dazu spielt Regionalkantor Aurel von Bismarck auf der Orgel. Im Mittelpunkt stehen Engelsfiguren, die Kunstherbst-Teilnehmer installiert haben. Um 21 Uhr spielt die Stadtkapelle festliche Bläserklänge, um 22 Uhr lädt der Kirchenchor zum Abendgebet mit Liedern aus Taizé ein. Um 23.30 Uhr Gebet und Segen für die Nacht. In der Taufkapelle heißt es den ganzen Abend über "Eintauchen in das Geheimnis der Taufe".

Versöhnungskirche

Fanfarenklänge ertönen zu Beginn, nach dem Glockenläuten um 18 Uhr sprechen die beiden Pfarrer ein ökumenisches Eröffnungsgebet, dazu spielt Regionalkantor Aurel von Bismarck. Um 18.30 Uhr lesen Neunburger ihre Lieblingsstelle aus der Bibel vor, um 22 Uhr ist "Kino in der Kirche" angesagt. Den Schlusspunkt um 23 Uhr setzt Matthias Eckel-Binder mit Orgelspiel zur Nacht. Außerdem ist die Ausstellung "Glaube, der die Welt verwandelt" zu sehen.

Jakobskirche

Mit Musik und Texten tritt um 19 Uhr die Musikgruppe "Kraut und Rüben" (Kontaktgruppe Behinderte/Nichtbehinderte) auf. Um 20 Uhr heißt es mit Otto Reimer "Was uns die Jakobskirche erzählen kann", dazu spielt das Klarinettentrio der Stadtkapelle. Den Ausklang um 21 Uhr gestalten Veronika Miller-Wabra (Harfe) und Pastoralreferentin Susanne Albang, ebenfalls mit Musik und Texten.

Klosterkirche

Die Neunburger Stubnmusi wartet um 20 Uhr mit Musik und Texten zum Nachdenken und Schmunzeln auf, um 22 Uhr intoniert das Ensemble "Musik zur guten Nacht".

Verpflegung

Atrium der Pfarrkirche (Frauenbund und Kolping), Evangelische Versöhnungskirche (KAB), Klosterkirche (Förderverein der Musikschule). (mp)
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