14.07.2017 - 15:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Rotary-Club übernimmt Patenschaft: Spitalkirche aus Schlaf erwecken

Der Rotary-Club will die Spitalkirche aus ihrem Schattendasein holen. Eine Patenschaft mit der Stadt zielt darauf ab, mit dem historischen Kleinod eine vielseitig nutzbare Plattform auf dem Sektor von Kultur und Gesellschaft zu etablieren. Das erste Projekt ist schon in Sichtweite.

Der Rotary-Club verfolgt das Ziel, in die Spitalkirche am Fuße des Stadtbergs neues Leben zu bringen. Bild: Mardanow
von Externer BeitragProfil

Schon seit einigen Jahren macht sich der Rotary-Club Oberpfälzer Wald/Oberviechtach darüber Gedanken, wie die Spitalkirche wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Bereits zum Burg-Advent 2015 hatte die Gregor-von-Scherr-Realschule mit Unterstützung von Rotary hier eine Kunstinstallation erstellt. Dabei war "live" das Nutzungspotenzial des säkularisierten Gotteshauses zu erfahren. Daraus entstand schließlich die Idee einer Patenschaft.

Als Partner zur Seite

Seitdem konnte die kleine Kirche im Schatten des Neunburger Schlosses noch zweimal gut genutzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wie aus einer Pressemitteilung des Clubs hervorgeht, ist das Projekt derzeit auf drei Jahre angelegt, weil die Organisationsstruktur von Rotary drei Präsidentschaften vorplant. Der Stadtrat hat einer Übernahme der Patenschaft bereits im Juli des vergangenen Jahres zugestimmt. Offiziell wurde diese Patenschaft am 20. Juni besiegelt. Bürgermeister Martin Birner drückte dabei seine Dankbarkeit aus, den Rotary-Club als Partner für die Spitalkirche an der Seite zu haben. Der Club sei vielschichtig aufgestellt und ermögliche mit seinen Netzwerken mehr, als es finanzielle Mittel tun könnten. Damit könne die Kirche wieder mit Leben erfüllt werden, war Birner überzeugt. Anschließend folgte die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde durch den Bürgermeister, Rotary-Präsident Johann Bauer und Marianne Deml, Beauftragte für die Spitalstiftung im Neunburger Stadtrat.

Diana Schmidberger, Rektorin der Gregor-von-Scherr-Realschule, rückte das nächste Projekt in der Spitalkirche in den Fokus: Die Schule hat das einstige Gotteshaus für das Projekt "Lost Traces" vorgeschlagen, dass die Landesarbeitsgemeinschaft Architektur und Schule im Europäischen Kulturerbejahr 2018 auf die Beine stellt. Dessen Ziel ist es, Jugendliche für historische Relikte in der Landschaft, archäologische Siedlungsspuren, Stadtbrachen und Orte im Umbruch zu sensibilisieren.

Impulse für Zukunft

An solchen Plätzen seien Spuren des kulturellen Erbes authentisch spürbar. Diese eröffneten Freiraum für Imaginationen, Kreativität und eigenes Handeln. Das Projekt "Lost Traces" fordert Lehrkräfte und Schüler dazu auf, sich auf kulturelle Spurensuche zu begeben. Im Fokus stehen Plätze und Objekte, die bewahrt werden sollten - Orte des Erinnerns, Orte, die in Bezug zur regionalen Identität stehen oder Orte, deren Abriss oder Umnutzung öffentlich diskutiert wird. Vor allem aber: Orte, die Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung benötigen.

Die Scherr-Realschule wurde über das bayerische Kultusministerium eingeladen, an "Lost Traces" teilzunehmen und hat dazu die Spitalkirche vorgeschlagen. Rektorin Schmidberger ist sehr froh, die Stadt, die Stiftung und Rotary mit im Boot zu haben. Präsident Johann Bauer bedankte sich bei den Partnern für die produktive Zusammenarbeit und wünschte dem Projekt Spitalkirche eine erfolgreiche Zukunft.

Die Patenschaftserklärung im Wortlaut

"Der Rotary-Club Oberpfälzer Wald/Oberviechtach übernimmt die Patenschaft für die Spitalkirche in Neunburg vorm Wald.

Mit der Patenschaft verfolgt der Rotary-Club folgende Ziele: Die Spitalkirche wird als besonderes Kleinod im Sinne eines spirituellen Raumes der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht. Rotary verfolgt das Ziel, den Raum als erlebbaren Treffpunkt für kulturelle Themen und gesellschaftliche Zusammenkünfte interkultureller Art zu beleben.

Denkbar ist eine vielseitige Nutzung um das kulturelle Leben, die Bildung, die Integration verschiedener Nationalitäten und Kulturen, die Förderung der Kommunikation innerhalb der Bürgerinnen und Bürger der Stadt und darüberhinaus zu aktivieren und zu fördern. Der Rotary-Club Oberpfälzer Wald möchte eine Organisationsstruktur entwickeln, in dem die Spitalkirche einen festen Platz im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt Neunburg vorm Wald innehat.

Hierzu werden auch mögliche Förderungen ausgelotet und Anschubfinanzierungen organisiert und unterstützt. Nicht gemeint ist damit die Rolle als Veranstalter oder als Agentur. Vielmehr will Rotary seine Netzwerke nutzen, um eine Plattform für eine Vielzahl von möglichen Nutzungsarten zu schaffen, die für die Zukunft auch dann alleine lebensfähig ist. Der Rotary-Club versteht sich als Partner der Stadt und der Spitalstiftung in der in dieser Erklärung verfolgten Zielstellung. Die Patenschaft soll zuerst auf drei Jahre ausgelegt werden." (exb)

 

 

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