27.04.2018 - 13:10 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Sanierungsprojekt "Aiherlhof" auf der Zielgeraden Von der Bruchbude zur Perle

Für das Projekt "Aiherlhof" ist das Zielband in Sicht. Beim Ortstermin in Mitterauerbach ist der Bauausschuss tief beeindruckt von der Verwandlung des rund 200 Jahre alten Anwesens. Der Bau einer Ringstraße im Zuge der Dorferneuerung bringt zusätzliche Effekte.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Neunburg-Mitterauerbach. Seit Februar 2012 wird der denkmalgeschützte Dreiseithof im Ortskern von Mitterauerbach saniert. Mit sichtbarem Erfolg: Von einem "Schmuckstück" und einer "Perle im ländlichen Bereich" spricht Bürgermeister Martin Birner, als er und Mitglieder des Bauausschusses das Objekt am Donnerstag bestaunen. Das Konzept sieht Dorfgemeinschaftshaus, Feuerwehrgerätehaus, Geräteraum für den Gartenbauverein, Scheune und Backofen vor.

Großes Arbeitsspektrum

Bei diesem "Projekt mit Seltenheitscharakter" (Birner) spielt bürgerschaftliches Engagement eine Hauptrolle: Eigenleistungen der Dorfbewohner sind ein wesentlicher Bestandteil des knapp 1,2-Millionen Euro-Projekts. Und sie haben fleißig angepackt: Rund 14 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden sind bereits erbracht. Der Bürgermeister erwähnt Laurenz Lorenz, der alleine 4500 Stunden werkelte. Die Tätigkeitspalette reicht von Erd-, Maurer-, Fundament- und Holzarbeiten über Dachdecken und Naturstein-Verkleidung bis hin zum Einbau von Küchen und Fußböden.

Prunkstück ist das Wohngebäude, das sich innen und außen in neuem Glanz präsentiert. Moder und Schimmel gehören der Vergangenheit an - "jetzt geht hier jeder gern rein", sagt der zuständige Architekt Michael Steidl. Doppelfenster mit mundgeblasenen Scheiben sorgen in den Stuben für eine helle Atmosphäre, die alten Türen sind renoviert, die originalen Beschläge erhalten worden. Der Planer stellt die "exzellente Arbeit" der Seebarner Schreinerei Becher heraus. Beheizt wird das Gebäude über eine rund um die Uhr laufende Sockelleistenheizung, mit der Feuchtigkeit nach außen gedrängt wird, sowie eine Wandheizung.

An der Wand tickt eine alte Pendeluhr, auch das Kreuz im Herrgottswinkel fehlt nicht. Der Duft nach Leinöl, mit dem Türen, Böden und Fenster behandelt sind, verbreitet besonderen Charme. Für die Bestuhlung der Zimmer haben die Ortsvereine zusammengelegt. Bei der Beleuchtung sind teilweise die alten Lampen erneuert oder nach altem Vorbild ersetzt worden. Matthias Lorenz hat die alte Elektrik auf die heutigen Erfordernisse modifiziert und übers Internet originalgetreue Bestandteile erworben.

Der ehemalige Rossstall präsentiert sich mittlerweile als schmucke Scheune, ist neu eingeschalt und eingedeckt, auch Treppen und Geländer aus Holz sind saniert. Demnächst wird die Durchfahrt mit einem Ziegelboden ausgelegt, der Rest des Stadls erhält einen Holzboden.

Ein "Leuchtturmprojekt" nennt auch Baudirektor Werner Bachseitz vom Amt für Ländliche Entwicklung den Aiherlhof und freut sich, bei dieser Maßnahme im Boot sein zu dürfen. Es sei schon "Wahnsinn", was sich aus einem alten Gebäude herausholen lasse. Als "Abrundung des Projekts" bezeichnet er den aktuell laufenden Bau der Ringstraße, die den Bereich um den Dreiseithof und der benachbarten Kirche "Zu unserer lieben Frau" erschließt, unter anderem sind Stellflächen und Parkplätze für Autos vorgesehen. Rund 400 Meter Straße nennt Planer Michael Steidl im Projekt-Umfang.

Friedhofsmauer saniert

Baudirektor Bachseitz erwähnt, dass die Kirchenverwaltung den Straßenbau für einen Durchbruch der Friedhofmauer nutzt, um einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Zusätzlich wird noch die Mauer rund um den Gottesacker saniert . Die "Generalprobe" soll das Ensemble bei der Mitterauerbacher Kirwa Mitte August bestehen. Die offizielle Einweihung ist für Mitte Juni 2019 anvisiert.

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