25.03.2018 - 18:00 Uhr
Neunburg vorm Wald

Singspiel beim Bockbierfest übertrifft sich wieder einmal selbst Seebarner Märchenstunde

Das Singspiel beim 7. Bockbierfest in Seebarn übertrifft sich selbst. Vier "Scheichs" diskutieren, ob sie in der Stadt Neunburg investieren sollten. Doch sie wurmt nicht nur das Stadt-Land-Gefälle bei den Haushaltsmitteln, wo "lumpige 16 Prozent" für die Dörfer verbleiben. Gut informiert zeigen sie sich auch bei anderen Themen.

In ihrer unverwechselbaren Art begeisterten die vier Singspieler Christian Ferstl (von links), Raimund Ferstl, Hans Reichl und August Schießl die Gäste.
von Tobias ZiereisProfil

Neunburg-Seebarn. Beim siebten Seebarner Bockbierfest von Musikverein und Sportverein trafen sich die millionenschweren Scheichs "Emir von Quatar" (Christian Ferstl), "Maharadscha" (Hans Reichl), "Scheich vo Kloiwinkalen" (August Schießl) und "Sultan Al-Ashraf-Salah" (Raimund Ferstl), um zu diskutieren, ob und inwieweit sie sich finanziell in der Stadt Neunburg beteiligen könnten.

Stadt und Land

Vorleser Domink Schießl, der zum ersten Mal beim Singspiel mit dabei war, führte die Gäste mit seinen einleitenden Worten gekonnt und souverän durch den Abend. Was den Scheichs auf Anhieb nicht besonders zusagte, ist das vorherrschende "Stadt-Land-Gefälle": Beispielsweise nimmt die Stadt 84 Prozent der Haushaltsmittel in Anspruch, für die Dörfer rundherum blieben nur lumpige 16 Prozent. Kein Wunder also, dass es für die Ortschaft Haslarn dann nur für zwei neue Kanaldeckel reichte. Einen weiteren Unterschied erkannten die vier mächtigen Männer bei den Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Jubiläum, denn neben der Stadt Neunburg feierten auch die Orte Wenigrötz, Hillstett, Diendorf und Gütenland diesen runden Geburtstag: In Neunburg habe man dafür tausende Euro ausgegeben, während die Bürger in den Dörfern selbst Hand angelegt haben und bei ihren Veranstaltungen einen guten Gewinn erwirtschaftet haben. Und auch in sportlicher Hinsicht ziehen "Stadt und Land" nicht alle an einem Strang. Denn Bürgermeister Martin Birner, der ebenso wie seine Stellvertreterin Margit Reichl sowie Landrat Thomas Ebeling den Abend miterlebte, spreche seit längerem schon von einem gemeinsamen Sportzentrum der drei Fußballvereine im Stadtgebiet. Doch wie der "Emir von Quatar" wusste, gibt es dafür noch einige Hürden zu überspringen.

Hollywood-Thriller

Großes Thema war natürlich auch der "Hollywood-Thriller" ("Die Protokollantin"), der im vergangenen Jahr in Seebarn gedreht wurde. "Der Film heiligt die Mittel", lautete das Credo der bestens informierten Scheichs, denn im Vorfeld der Dreharbeiten wurde ein potenzieller Ruhestörer von der Feuerwehr Seebarn und der "GSG 9 Neunburg" dingfest gemacht, während sich die anwesenden Polizisten sicherheitshalber hinter ihren Fahrzeugen versteckten.

Nicht fehlen durfte im Programm natürlich auch das Politgeschehen. Die vier Singspieler diskutierten die Frage, woran es wohl gelegen hat, dass die Regierungsbildung so lange gedauert hat - und sie kamen selbst auf die Lösung: "Der Wähler, der dumme Wähler ist schuld!" Untermalt wurde unter anderem dieses Thema von der einzigartigen "Feier-A-Band" mit Markus Gruber, Thomas Kirchberger, Konrad Schmid, Roland Mehltretter und Martin Greber. Für einen von vielen Höhepunkten sorgte das Duett Sibylle Wollender und Matthias Rösch mit ihrem Lied "Dann geh doch", das die ganz normalen Probleme in einer Partnerschaft beschrieb: Die Frau will nach Hause, der Mann bestellt sich aber noch eine Mass Bier.

Neben vielen weiteren Themen wie der Bauplatzproblematik in Seebarn oder der Schließung vom "Hochzeitparadies Büchelhof" sorgte der selbstgeschriebene Rap vom "Emir aus Quatar" alias Christian Ferstl zum neuen Pfalzgrafencenter für pure Begeisterung beim Publikum. Mit dem Bockbierfest haben die "Macher", bestehend aus dem Musikverein und Sportverein und mit Hans Gruber als Hauptorganisator an der Spitze, wieder einmal bewiesen, wieso die Veranstaltung mittlerweile einen solch hohen Stellenwert hat. Ob Singspieler, Musikanten und auch die für die Technik zuständigen Heiko Strasser, Hans Ruhland und Stefan Strasser - die Seebarner bereiteten den Besuchern einen unvergesslichen Abend, an dem die Lachmuskeln so richtig strapaziert wurden.

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