Studenten bescheren Mittelschülern spannende Forschungen
Lernlabor statt Klassenzimmer

Ausgestattet mit weißen Laborkitteln befassten sich die Mittelschüler im Lernlabor mit dem Themenbereich "Kraft und Kraftwandler". Dabei erhielten sie auch spannende Einblicke in den Forschungsbetrieb der Universität Regensburg. Bild: hfz

Von der Mittelschule an die Universität: Zwei Lehramtsstudenten bescherten der Klasse M 7 spannende Forschungsarbeiten im Bereich Physik. Für viele Jugendliche ist der Ausflug nach Regensburg auch ein Denkanstoß.

Alles hatte mit einer E-Mail begonnen: Für ihr Lehramtsstudium an der Universität Regensburg waren die beiden Studenten Benedikt Vogl und Michael Trinkerl auf der Suche nach einer Klasse, mit der sie eine Unterrichtseinheit im NWT-Lernlabor (Naturwissenschaft und Technik) abhalten können. Dies ist fester Bestandteil in der Ausbildung von künftigen Lehrern, die "Natur und Technik" als Didaktik-Fach gewählt haben.

Lernangebot ausgearbeitet

Mit ihre Anfrage liefen die beiden Studenten bei den Schülern der Klasse M 7 offene Türen ein. Die Buben und Mädchen freuten sich vom ersten Moment an auf dieses Projekt, bei dem es um das Thema "Kraft und Kraftwandler" ging. In einem ersten Besuch an der Schule ermittelte Benedikt Vogl den Kenntnisstand zum Thema, darauf aufbauend wurde ein Lernangebot konzipiert.

Mit dem Bus ging es schließlich nach Regensburg an die Universität. Michael Trinkerl nahm die Schüler an der Bushaltestelle in Empfang und geleitete die Gäste aus Neunburg über das riesige Gelände der Uni. Im NWT-Lernlabor der Fakultät Physik warteten bereits Dozentin Juli Haase und ihre Studenten, die am Morgen alles vorbereitet hatten. Wie es sich für Wissenschaftler gehört, wurden die "Jung-Forscher" zunächst mit einem weißen Laborkittel ausgestattet.

Und dann ging es los: Ausgehend von der Frage, wie sich an einem Auto ein Reifenwechsel vornehmen lässt, wenn kein Wagenheber zur Verfügung steht, verteilten sich die Schüler in Zweier-Teams mit ihren Forscherheften an die Lernstationen. An einem arbeitsreichen und sehr spannender Vormittag beschäftigten sich die Jugendlichen in den nächsten zwei Stunden intensiv mit den Themen Kraft, Gewichtskraft, Reibungskraft, Hangabtriebskraft, einarmiger und zweiseitiger Hebel.

Verzicht auf die Pause

Die einzelnen Stationen waren so interessant, dass die Schüler sogar freiwillig auf ihre Pause verzichteten, um nichts zu versäumen. Bei der Abschlussbesprechung stand fest, dass die Ausgangsfrage gelöst werden konnte: Man verwendet einfach einen zweiseitigen Hebel.

Nach der Verabschiedung erkundeten die Schüler noch zusammen mit ihrem Klassenleiter das Unigelände, blickten in verschiedene Hörsäle und besuchten die Bibliothek. Zahlreiche Fotos wurden geschossen, um den Eltern einen Eindruck von den Erlebnissen zu vermitteln. Wenige Tage später kam Michael Trinkerl an die Mittelschule, um in einer Nacherhebung zu ermitteln, welchen Erfolg das von ihnen konzipierte Lernangebot bei den Schülern hatte.

So mancher Schüler der Klasse 7M wurde nach diesem Projekt nachdenklich und überlegt seither ernsthaft, ob nach dem erfolgreichen Bestehen der Mittlere-Reife-Prüfung ein Studium ein lohnenswertes Ziel wäre. Möglich ist dieser Weg allemal.
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