12.02.2017 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Zähes Ringen um neue Orgel

Wenn in der Kirche das Weihwasser gefriert, dann sind für manche Gläubige schöne Klänge zweitrangig. Das bekommt auch der Orgelbauverein zu spüren, der eine Finanzierungslücke von 250 000 Euro füllen will.

von Hans SteinsdorferProfil

Zahlreiche Aktivitäten listete die Vorsitzende des Neunburger Orgelbauvereins Marianne Deml anlässlich der Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal St. Josef auf. Sowohl der Preisschafkopf im April zusammen mit der Kolpingfamilie als auch die Verlosung beim Pfarrfest im September waren ein voller Erfolg.

Beim Kirchweihfest konnten alle Küchel verkauft werden, und das Konzert mit dem "Renner-Ensemble" war ein musikalischer Hochgenuss. Abgerundet wurde das Jahr mit dem Verkauf von Weihnachtskarten mit Neunburger Motiven am zweiten Adventsonntag sowie dem gesegneten Johanniswein am 26. und 27. Dezember. Die Vorsitzende dankte der KAB sowie dem Frauenbund für die tatkräftige Unterstützung. Marianne Klonner-Pirzl würdigte sie für die Werbung im Schaufenster, Lob gab es auch für die Vorstandsmitglieder und alle Helfer.

Ohne Kredit

Der Verein zählt derzeit 64 Mitglieder. Bei der jüngsten Vorstandssitzung hatte man sich intensiv mit der Frage beschäftigt: "Wann können wir die neue Orgel anschaffen?" Nach den Förderrichtlinien bezuschusst die Diözese Regensburg die Anschaffung einer neuen Orgel mit bis zu 45 Prozent; die Stadt Neunburg würde 5 Prozent dazu beitragen. Aus den Förderrichtlinien wird weiter zitiert, dass pro Jahr nur eine Maßnahme bei der Vergabe von Zuschüssen berücksichtigt wird. Außerdem ist für eine Genehmigung der Nachweis einer gesicherten Finanzierung ohne Inanspruchnahme von Krediten erforderlich.

In Anbetracht dessen, dass der derzeitige Spendenstand bei 114 000 Euro liegt und die gewünschte Orgel zwischen 600 000 und 800 000 Euro kostet, klafft derzeit ein Loch von mindestens 250 000 Euro. Laut Deml bedeutet dies, dass noch mehr Spenden für eine "gesicherte Finanzierung" gebraucht werden und sich der Verein an der Genehmigung für die Kirchensanierung orientieren muss. Gerade diese sehr schleppende Vorgehensweise komme bei vielen Gönnern und Spendern derzeit nicht gut an. In den vergangenen Wochen war es in der Kirche bis zu minus 7 Grad kalt; das Weihwasser sei überall eingefroren.

Vorrang für Wärme

Viele Kirchgänger würden die Meinung vertreten: zuerst für eine warme Kirche sorgen, dann erst für eine neue Orgel. Nichtsdestotrotz habe das Vorstandsgremium beschlossen, die Kirchenverwaltung zu bitten, ein Planungsgutachten durch einen Orgelsachverständigen in Auftrag zu geben.

Im kommenden Jahr ist wieder ein Preisschafkopf geplant. Zusammen mit dem Pfarrgemeinderat beteiligt sich der Verein mit einem Infostand an der Schwarzachtalmesse. Am Kirchweihsonntag werden wieder Küchel angeboten, am 26./27. Dezember gibt es gesegneten Johanniswein.

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