20.06.2017 - 15:14 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Zuschauer im Burghof sind wieder vor Regen geschützt Comeback fürs Tribünendach

Für die Zuschauer ist das Wetter-Lotto vorbei: Seit einigen Tagen spannt sich im Burghof das neue Dach über die Festspiel-Tribüne. Die elegante Konstruktion aus Stahl und Membran ist aber weit mehr als nur ein Regenschutz.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Bei einem Ortstermin am Montag freute sich Bürgermeister Martin Birner über die Fertigstellung der Überdachung "für unsere Event-Location". Ein langgehegter Wunsch sei damit in Erfüllung gegangen, schließlich stehe der Burghof im Jubiläumsjahr ganz besonders als Veranstaltungsort im Fokus: Birner erinnerte an die Burghofserenade der Stadtkapelle am kommenden Samstag, die sieben Festspiel-Aufführungen im Juli und August und beiden Rock-Konzerte des Tennisclubs Ende Juli.

Viele Absprachen nötig

Das Projekt war einem sehr straffen Zeitplan unterlegen: Nur etwas über drei Monate vergingen zwischen der Auftragsvergabe im Stadtrat bis zur Fertigstellung in der vergangenen Woche. Für die Koordination der beteiligten Fachstellen und Baufirmen galt Birners Lob dem städtischen Bauamt unter der Referatsleitung von Georg Keil.

Das neue Dach sei basierend auf einer Planung aus dem Jahr 2014 errichtet worden, erklärte Bauamtsleiter Keil. Das "Rückgrat" der neuen Konstruktion bildet ein Bogen, der auf gelenkig gelagerten Stützen befestigt ist. Zur Bühne hin folgt ein horizontales Bauteil (zwei Stützen, ein Stahlrundrohrträger) an dem die Membrane eingebaut ist. Dadurch seien die vorderen Zuschauerreihen besser vor Regen geschützt als mit dem alten Dach. Der Träger sei in ausreichender Höhe platziert, damit der Blick auf Bühne und Kirchenfenster weiter möglich ist.

Laut Keil ist die Membrane aus einem hochwertigen, erheblich zugfesten und UV-beständigen Material gefertigt. Die Haltbarkeit gab der Bauamtsleiter mit 15 Jahren an. Die nötigen Abspannungen seien direkt am Boden befestigt. Bei der früheren Konstruktionen waren diese an den umliegenden Gebäuden montiert - "das ist nicht mehr zulässig", wusste Keil. Außen sei das Dach mit Seiltaschen ausgestattet, die Lasten würden darüber an die Randpunkte geleitet. Keil war es wichtig zu betonen, dass die Anforderungen der Landesgewerbeanstalt mit der Überdachung vollumfänglich erfüllt seien.

"Abgeschlossener Raum"

Die Planung für das neue Dach war auch eng mit den Verantwortlichen des Festspielvereins abgestimmt. Vorsitzender Helmut Mardanow berichtete, dass die Konstruktion beim vergangenen Probenwochenende einen positiven Eindruck im Ensemble hinterlassen habe. Auch die wichtige Rolle als "Akustik-Segel" scheint das Dach wieder einnehmen zu können: Selbst leisere Gespräch im Bühnenbereich seien auf den Zuschauerplätzen zu verstehen, "das wirkt fast wie ein abgeschlossener Raum", beschrieb Mardanow.

Die Baumaßnahme im Burghof wurde zusätzlich genutzt, um die Infrastruktur vor Ort zu verbessern. Unter anderem wurden in den Gebäudefassaden mehrere Stromanschlusskästen, vor allem für die Verwendung beim Burg-Advent, installiert. Zusätzlich sind Leitungen für Kanal, Wasser und Strom umgelegt und erneuert worden.

Die erwarteten Gesamtkosten einschließlich Nebenkosten wurden durch die Stadtverwaltung auf 397 000 Euro beziffert. Den Auftrag für die Überdachung hat die Firma Koch Membrane aus Rimsting zum Preis von 152 528 Euro erhalten, das Bauunternehmen Reichl aus Seebarn wurde für 58 730 Euro mit den Fundament- und Grabarbeiten beauftragt. Die Stadtwerke Strom GmbH verlegte zum Preis von 46 060 Euro die technischen Anlagen.

Das Projekt muss die Stadt nicht komplett aus eigener Tasche bestreiten: An Fördergeldern sind rund 112 600 Euro in Aussicht. Der Großteil - 102 600 Euro - fließen aus dem Kulturfond Bayern, 10 000 Euro macht der Landkreis Schwandorf locker. Der Bezirk hat bislang keine Mittel zur Bezuschussung vorgesehen.

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