17.02.2017 - 14:24 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Zweckverband Nord-Ost-Gruppe investiert in neue Technik: Aufrüsten im Pumpwerk

Damit das Trinkwasser sprudeln kann, muss von Zeit zu Zeit auch Geld fließen. Rund 110 000 Euro steckt der Zweckverband Nord-Ost-Gruppe in neue Technik. Schwerpunkt der Investitionen ist ein zentraler Betriebspunkt im nordöstlichen Verbandsgebiet.

Rund 36 Kubikmeter Wasser pro Stunde können die neuen Pumpen jeweils fördern. Nord-Ost-Gruppen-Vorsitzender Klaus Zeiser (rechts) und Geschäftsführer Werner Schärtl verschaffen sich einen Eindruck von der modernen Technik. Bilder: Mardanow (2)
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Die erste von drei neuen vertikalen Hochdruck-Kreiselpumpen im Pumpwerk bei Saggau (Gemeinde Dieterskirchen) war am Donnerstag bereits eingebaut. Insgesamt vier Pumpen hat der Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe (NOG) hier in Betrieb. Bereits vor ein paar Jahren war eines der Geräte ausgetauscht worden. Wie Verbandsvorsitzender Klaus Zeiser im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärte, werden - nach rund 40 Jahren Laufzeit - nun auch die übrigen drei ersetzt.

Transport zu Wassergästen

Im Wassernetz der Nord-Ost-Gruppe ist das Überhebepumpwerk in Raggau "ein zentraler Betriebspunkt", verdeutlichte der Verbandsvorsitzende - "bis hier läuft unser Wasser von alleine". Um das kostbare Nass auf die Höhen in Richtung Dieterskirchen und weiter in den Bereich Thanstein und Niedermurach bis in die Leitungen der Wassergäste Oberviechtach und Teunz zu transportieren, kommt das Pumpwerk ins Spiel.

Jede Pumpe treibt vier Laufräder an, mit einer Leistung von 11 Kilowatt können pro Stunde 36 Kubikmeter Wasser transportiert werden. Im Zweckverband erwartet man, dass der Stromverbrauch mit der neuen Technik deutlich zurückgeht. Das Neunburger Ingenieurbüro Weiß & Partner, dass dem Zweckverband bei der Sanierung zur Seite steht, rechnet mit einem Einsparpotenzial von zehn Prozent bei der Pumpe in Richtung Wagnern und bis zu 100 Prozent bei den weiteren Geräten.

Den Auftrag für den Einbau der Maschinentechnik hat die Firma Wilo EMU Anlagenbau GmbH aus dem mittelfränkischen Roth erhalten. Die Kosten für Armaturen und Kessel belaufen sich auf rund 21 175 Euro, die Pumpen kommen auf 36 816 Euro, Rohrleitungen schlagen mit 25 632 Euro zu Buche. Arbeiten an der Elektrotechnik sind mit 4581 Euro veranschlagt.

Mit einer Elektrotechnik ausgestattet wird auch das Pumpwerk in Altweichelau zu einem Preis von 4096 Euro. Um für den Notverbund Krimling/Haag die Technik zu modernisieren, investiert der Zweckverband weitere 8650 Euro.

Wie Zeiser und auch NOG-Geschäftsführer Werner Schärtl betonten, legt der Zweckverband großen Wert darauf, die maschinelle Technik seiner Versorgungseinrichtungen stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Mit dieser Strategie soll vorgebaut werden, "damit größere Sanierungen nicht alle auf einmal anfallen", gab Klaus Zeiser zu verstehen.

Ebenfalls für heuer ist beim Zweckverband die Sanierung des Pumpwerks Eixendorf geplant, hier sollen ebenso maschinelle Anlagen erneuert werden. Im Zuge der Kanalarbeiten durch die Stadtwerke in der Diendorfer Straße ist eine Sanierung der Wasserleitungen vorgesehen. Außerdem steht die Resterschließung im Baugebiet "Kleine Seigen" an.

Großprojekt vorbereiten

Zusätzlich laufen die Vorbereitungen für das Großprojekt zur Sanierung des Leitungsnetzes, mit dem die Nord-Ost-Gruppe ab 2019/2020 beginnen möchte. "Wir müssen die Finanzierung abklären und eine Anpassung der Gebühren auf den Weg bringen", verdeutlichte der Zweckverbandsvorsitzende.

Nitrat kein Problem

Erhöhter Nitratgehalt im Grundwasser sorgte zuletzt deutschlandweit für zahlreiche Schlagzeilen. "Das war bei uns noch nie ein Problem" so Klaus Zeiser, Vorsitzender des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe. Auch "die nächsten 40 Jahre" sei damit wohl nicht zu rechnen.

"Unsere Brunnen liegen zu 90 Prozent in Waldgebieten", erläuterte er. Auf diesen Flächen komme es zu keiner Überdüngung. Die weiteren Brunnen befinden sich in Grünland-Gebieten, auf denen kaum Stickstoff aufgebracht werde.

Nitrat ist ein Pflanzennährstoff und wird als Dünger eingesetzt. Bei überdosierter Anwendung in der Landwirtschaft können Nitrate mit dem Niederschlagswasser ins Grundwasser oder Oberflächenwasser gelangen und dessen Nitrat-Belastung erhöhen. Zuviel Nitrat im Trinkwasser kann insbesondere für Säuglinge gefährlich werden. (mp)

 

 

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