20.04.2018 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Forum Digitalisierung im Energiesektor Intelligenter Energieeinsatz

"Auch auf dem Energiesektor ist die Digitalisierung von großer Bedeutung", sagt Thomas Genesko. Der Abteilungsleiter "Standort, Innovation und Umwelt" bei der Industrie- und Handelskammer Regensburg wirbt für einen "effizienten und intelligenten Energieeinsatz im Betrieb".

Ralf Weikert, Arno Friedrich, Elisabeth Kellerer, Lutz Josef Schmid, Roland Hofer und Robert Feicht (von links) sprachen beim IHK-Energieforum in der Schwarzachtalhalle. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Mittlerweile werde Strom in über 1,6 Millionen Kraftwerken erzeugt, von der Photovoltaik- über Windkraft-Anlagen bis hin zu industriellen Kraft-Wärme-Kopplungen, erklärte Thomas Genesko beim "Forum Digitalisierung im Energiesektor" in der Schwarzachtalhalle, wo er 40 Gewerbetreibende willkommen heißt. Mit Batteriespeichern, flexiblen Verbrauchern oder steuerbaren Netzbetriebsmitteln kämen viele weitere Elemente im Energiesystem hinzu.

Darin bezog der IHK-Vertreter auch die steigende Zahl an Elektroautos und den damit verbundenen Anstieg an Ladesäulen im öffentlichen Raum mit ein. Die Vielzahl dieser Elemente erfordere eine intelligente Vernetzung. Wesentliche Voraussetzung dafür seien Mess- und Steuerungssysteme. Sie ermöglichen es, Strompotenziale aufzuspüren, Stromspitzen zu kappen oder die Eigenversorgung zu optimieren. Thomas Genosko nannte als Ziel des IHK-Forums, die aktuelle Energieentwicklung zu thematisieren und zielführende Geschäftsmodelle im Bereich Netzumbau, Anlagen- und Komponentenbau, Kommunikation und Datentransfer zu erörtern.

Elisabeth Kellerer von der Eon Business Service Berlin GmbH berichtete über die Chancen des "Blockchains" im Energiesektor. Diese Transaktionstechnologie vereinfache den Austausch und die Dokumentation von Daten und könnte die Digitalisierung der Anlagensteuerung und des Stromhandels vorantreiben.

Welchen Beitrag der Freistaat zur künftigen Digitalisierung von Unternehmen leistet, erklärte Robert Feicht von der Regierung der Oberpfalz. Sein Thema war das Förderprogramm "Digitalbonus Bayern" mit einem Volumen von derzeit 230 Millionen Euro. Dieses richte sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. "Eines der Ziele ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung", erklärte Feicht. Konkret gehe es darum, die Unternehmen darin zu unterstützen, ihre Produkte, Dienstleistungen und Prozesse digital zu transformieren und ihre IT-Sicherheit zu erhöhen. Der Schwerpunkt der Antragstellungen läge derzeit bei Servern und Firewalls. Nicht förderfähig seien bereits vorhandene Systeme oder als Standard bekannte Hard- und Software.

Tobias Eder vom Institut für Energieinformatik an der OTH Amberg-Weiden zeigte Wege zur digitalen Zukunft in der Energieversorgung auf. Er ist überzeugt: "Die Digitalisierung kann ein Treiber für eine zunehmende Dezentralisierung, Flexibilisierung und Effizienzsteigerung sein." Virtuelle Kraftwerke könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten. Wie eine intelligente Energieverteilung mit virtuellen Kraftwerken aussehen kann, stellte Arno Friedrich von der "Optimus Meine Energie GmbH" in Regensburg vor. Auch Ralf Weikert von "Buildings@Controlls" aus Lauterhofen unterstrich die großen Potenziale digitaler Systeme für die Energieeffizienz.

Roland Hofer von der Bayernwerk AG in Regensburg und Lutz Josef Schmid von der Schmid-Datensicherheit GmbH aus Weiden gaben einen Einblick in intelligente Messsysteme und Smart-Meter-Gateways. Die gesetzlichen Neuerungen im Rahmen des Messstellenbetriebsgesetzes spielten eine wichtige Rolle.

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