21.11.2017 - 17:22 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

IHK-Gremien Schwandorf und Cham beleuchten Chancen der Digitalisierung "Kollege Roboter" mit Potenzial

Die Digitalisierung in der Arbeitswelt schreitet voran. Der Einsatz von Robotern und Maschinen birgt Chancen für die Unternehmen. Vor allem mit Blick auf den Fachkräftemängel könnten die Betriebe vom technischen Fortschritt profitieren.

Der Einsatz von Robotern und Maschinen in der Industrie schreitet voran. Mit den Chancen der Digitalisierung befassten sich die Mitglieder der IHK-Gremien Schwandorf und Cham. Die in Neunburg ansässige FEE-Unternehmensgruppe bietet ihren Kunden Lösungen zu Robotik und Automatisierung von Fertigungsprozessen an. Symbolbild: Tobias Reitmeier, FEE (exb)
von Externer BeitragProfil

Unter dem Motto "Guten Tag, Herr Roboter?" - Chance Digitalisierung" stand die gemeinsame Tagung der IHK-Gremien Schwandorf und Cham in der Schwarzachtalhalle. Zusammen mit regionalen Unternehmern und Experte Lutz Eigenhüller vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) analysierten sie die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Arbeitswelt in beiden Regionen.

Vor allem Routinearbeiten

Wie die Industrie- und Handelskammer Regensburg in einer Pressemitteilung informierte, beleuchtete Lutz Eigenhüller die Auswirkungen der Digitalisierung. "Dabei ist nicht allein entscheidend, was technisch möglich ist. Faktoren wie Gesetze und Kosten, aber auch Kultur und Ethik beeinflussen die Entwicklung", so Eigenhüller. Die Ergebnisse einer Studie des IAB zeigten, dass in den verschiedenen Berufen in der Industrie viele Aufgaben zukünftig von Maschinen und Robotern erledigt werden könnten. Dies treffe vor allem auf Berufe mit Routinetätigkeiten zu. So liege der Wert in Fertigungsberufen bei 72,7 Prozent, während in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen lediglich 7,8 Prozent der Tätigkeiten künftig digital erledigt werden könnten.

Oftmals schüre die Automatisierung von Arbeitsprozessen bei Mitarbeitern oftmals Bedenken, von Robotern ersetzt zu werden. Dennoch: In Schwandorf und Cham sei in den vergangenen Jahren (2013 bis 2016) ein Wachstum in allen Berufssegmenten verzeichnet. Alois Plößl, Vorsitzender des IHK-Gremiums Cham, sieht in der Digitalisierung eine Chance für die Unternehmen: "Betriebe, die ihre Auslastungsgrenze erreicht haben und keine neuen Fachkräfte finden, können mit der Digitalisierung bestimmter Tätigkeiten ihre Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig die Produktivität steigern." So könnten wiederum neue Arbeitsplätze entstehen. Entscheidender Erfolgsfaktor sei dabei die immer wichtiger werdende Qualifizierung und Weiterbildung von Mitarbeitern.

"Zwei Vorzeigeregionen"

Zuvor hatte Hubert Döpfer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Schwandorf, in der gemeinsamen Sitzung einen großen Mehrwert gesehen: "Schwandorf und Cham haben viele Gemeinsamkeiten und zahlreiche verbindende Elemente, nicht nur infrastrukturell." Früher noch strukturschwache Regionen im Grenzland, seien die Landkreise heute wirtschaftliche Vorzeigeregionen. Beide hätten eine ähnliche Industriestruktur mit zusammen mehr als fünf Milliarden Euro Wirtschaftsleistung und rund 33 000 Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe.

Gremiumsvorsitzender Alois Plößl sieht die Industrie und die industrienahen Dienstleistungen als Wachstumstreiber. Die Arbeitslosenquote liege auf historisch niedrigem Niveau (Cham: 1,9 Prozent; Schwandorf: 2,3 Prozent) und beide Landkreise hätten ein hohes Investitionsvolumen im Bildungssektor aufzuweisen. Plößl zeigte sich zufrieden: "Wir sind in Sachen Bildung eng mit Schwandorf vernetzt", denn auch ein großer Teil der Studierenden am Technologiecampus in Cham käme aus dem Nachbarlandkreis.

Infrastruktur im Blick

Als wichtig für die Wirtschaft werten es die Vorsitzenden der IHK-Gremien, Hubert Döpfer und Alois Plößl, dass die Landkreise Schwandorf und Cham auch künftig mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten sind. Beide informierten in der Tagung zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen. Besonders im Fokus der politischen Bemühungen stünden derzeit wichtige Infrastrukturprojekte. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, legen Marianne Schieder (SPD) und Karl Holmeier (CSU) den Fokus auf den schnellen Aus- und Weiterbau der vierspurigen B 85 und B 20 sowie auf die Bahnstrecken Hof-Regensburg und München-Prag. Letztere müsse und werde über Schwandorf laufen, so die Meldung der IHK.

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