18.03.2018 - 15:58 Uhr
Neunburg vorm Wald

WBV Neunburg/Oberviechtach starke Interessensvertretung Waldbesitzer rundum betreut

Die Bilanz der Waldbesitzervereinigung kann sich in jeglicher Hinsicht sehen lassen. Die Referenten der Jahresversammlung lassen auf eine kluge Vernetzung des Vereins schließen. Beim Mitgliederstand wird aber noch ein ambitionierter Wert angestrebt.

Thermobehandeltes Holz weist eine verstärkte Widerstandsfähigkeit auf. Das Anschauungsmaterial, das Johann Krottenthaler zur Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung mitgebracht hatte, begutachteten die Teilnehmer mit großem Interesse. Bilder: lg (2)
von Georg LangProfil

"Der Laden läuft gut!" Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Neunburg v.W./Oberviechtach, Martin Prey, bezog sich mit dieser Aussage bei der Jahresversammlung in der Schwarzachtalhalle auf die zügige Bearbeitung anfallenden Holzes der Vereinsmitglieder. Er lobte die effiziente Arbeit der Geschäftsstelle, die allmählich an einen Mitgliederstand von 2000 herankommt. Preys Aussage lässt sich mit dieser Akzeptanz auf den gesamten Verein beziehen, der in jeglicher Hinsicht eine respektable Bilanz vorweist. Als Vertreter der politischen Gremien würdigten Neunburgs Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl und Landratsstellvertreter Arnold Kimmerl die Arbeit der WBV. Letzterer ging auf die Funktionen des Waldes ein und würdigte insbesondere die Bauweise aus Holz.

Wald-Zukunft im Fokus

WBV-Geschäftsführer Alfons Vogl informierte unter anderem über die Lage auf dem Holzmarkt, während Forstdirektor Alwin Kleber den Blick auf die Borkenkäferproblematik und die "Zukunftsfähigkeit unseres Waldes" ins Blickfeld rückte. Für den Landkreis Schwandorf vertiefte Forstfachkraft Hannah Sieren diese Thematik. Aus unternehmerischer Sicht stellte Wolfgang Meier aus Schmidgaden sein Sägewerk vor, während Johann Krottenthaler aus Michelsneukirchen den zahlreich erschienenen Mitgliedern die Vorzüge der Thermobehandlung heimischer Hölzer präsentierte.

Ziel des Vereins ist nicht nur die Betreuung seiner Mitglieder bei der Holzbewirtschaftung, sondern auch die Schulung und Informationsvermittlung. Dies wurde im Bericht des Vorsitzenden Martin Prey deutlich, der auf zahlreich angebotene Infofahrten einging, aber auch auf Vorführungen, Anschaffungen und Instruktionen vor Ort, etwa zur maschinellen Holzernte, zur Inbetriebnahme eines neuen Rückewagens, zu Holzmarktgesprächen, zur Handhabung von Seilwinde und Brennholzautomat oder zum richtigen Setzen der Holzpflanzen.

Geschäftsführer Vogl stellte in seinem Bericht fest, dass momentan jahreszeitlich und witterungsbedingt eine Überversorgung an Rundholz bestehe, beruhigte die Waldbesitzer aber trotzdem mit konstanten Preisen bei Fichte und Kiefer. Die Hackschnitzelproduktion decke aber momentan kaum die Herstellungskosten. Nach dem frühen Käferbefall im vergangenen Jahr hoffte er für heuer auf begrenzte Schäden. Als besondere Anschaffung stellte er den Pflanzlochbohrer vor und empfahl bei Neubepflanzungen den Zaunschutz vor dem Einzelschutz.

Solide Finanzen

Dass die Waldbesitzervereinigung auch finanziell stabil ist, machte der Kassenbericht von Steuerfachmann Michael Stahl deutlich. Josef Heiland aus Flischbach bestätigte als Kassenprüfer eine korrekte Führung der Finanzen auch im Namen seines Kollegen Josef Bauer aus Wildeppenried. Letzterer kandidierte nicht mehr für dieses Amt, in das als Nachfolger Günther Gilch aus Schönthan gewählt wurde. Michael Bock von der Holzwirtschaftlichen Vereinigung der Oberpfalz würdigte das logistische Engagement der WBV und ging auf den Einsatz nach der Sturmkatastrophe in Niederbayern ein.

Wolfgang Meier vom gleichnamigen Sägewerk in Schmidgaden lieferte ein Firmenporträt und verwies in diesem Zusammenhang auf die komplette Verwertung des angelieferten Holzes. Johann Krottenthaler, der das Hauptreferat hielt, informierte über die Thermobehandlung des Holzes, worin sein Betrieb in Michelsneukirchen Patente besitzt. Aufgrund dieser Behandlung erlangen heimische Holzarten die Resistenz von Tropenhölzern, ohne dass dafür chemische Holzschutzmittel eingesetzt werden müssten.

Beeindruckende Zahlen

Die Waldbesitzervereinigung (WBV) Neunburg v.W./Oberviechtach zählt 1977 Mitglieder und peilt ambitioniert die 2000-er Marke an.

Die Mitgliedsfläche beträgt 13 000 Hektar, wobei im vergangenen Jahr 51 000 Festmeter Rundholz von knapp 500 Waldbesitzern in Form von Säge-, Industrie- und Brennholz sowie Hackschnitzeln vermarktet wurden. Im Vergleich zur restlichen Oberpfalz liegt die WBV damit weit vorne. In Sachen Wiederaufforstung wurden 80 000 Waldpflanzen vermittelt. (lg)

Forstdirektor Alwin Kleber vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Schwandorf sprach Vorhaben im laufenden Jahr an. Er pochte auf höchste Wachsamkeit hinsichtlich der "kommenden Käfersaison". Diese Holzschädlinge hätten im zurückliegenden Jahr von allen Betroffenen tatkräftiges Handeln verlangt, damit eine katastrophale Entwicklung verhindert werden konnte. Besonders betroffen war der südliche WBV-Bereich.

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