Geringverdienende absichern - Rentenrecht Thema bei KAB
Solidarität gefragt

Lokales
Neusorg
18.04.2013
0
0
"Rente mit 67 - Neuerungen im Rentenrecht" lautete das Thema, über das in der Jahreshauptversammlung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Neusorg Rechtsstellenleiter Josef Wismet aus Regensburg referierte.

Der Volljurist erläuterte, wegen der demographischen Entwicklung treffen immer weniger junge Menschen auf immer mehr ältere. Die höhere Lebenserwartung bedeute auch längere Rentenbezugszeiten. Ziel des Gesetzgebers sei die Stabilisierung des Beitragssatzes.

Angesichts dieser Zukunftsaussichten müsse das Rentenversicherungssystem neu geregelt werden. Deshalb fanden seit 1992 immer wieder wesentliche Rentenreformen statt und seit dem Jahr 2001 die gezielte Ausweitung der zweiten und dritten Säule: betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge.

Zentrale Ziele der Politik bei der Umgestaltung des Alterssicherungssystems seien die Beitragssicherheit in der gesetzlichen Rentenversicherung, die Abkopplung der gesetzlichen Renten von der allgemeinen Lohnentwicklung, der Ersatz der umlagefinanzierten Alterssicherung durch kapitalmarktabhängige Alterssicherung und der schrittweise Auslauf der Hinterbliebenenversorgung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Folge dieser neuen Alterssicherungspolitik sei die höhere Belastung der Versicherten bei gleichzeitiger Entlastung der Arbeitgeber und öffentlichen Haushalte. Weiter sinke das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung und damit das Verhältnis zwischen Rente und Grundsicherung, bekräftigte Josef Wismet.

Als Ursachen für einen möglichen künftigen Anstieg der Altersarmut nannte der Referent Langzeitarbeitslosigkeit und die Zunahme nicht sozialversicherungspflichtiger Erwerbsarbeit. Ebenso zählen langfristige Tätigkeiten im Niedriglohnsektor und die unzureichende Absicherung bei Invalidität dazu.

Dringend erforderlich sei deshalb die solidarische Absicherung von geringer verdienenden Arbeitnehmern. Dazu zählte Wismet die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 9,50 Euro je Stunde. Ins Gespräch brachte er für die Leiharbeit auch das Stichwort "Equal Pay". Dies bedeute, dass ein Unternehmer einem Leiharbeiter für die Zeit der Überlassung das gleiche Arbeitsentgelt bezahlen muss wie seinen Stammarbeitern.
Ebenso bedürfe es einer Reform der Erwerbsminderungsrente. Weiter gelte es, den Rentenbeitragssatz durch den Verzicht von kurzfristigen Beitragssenkungen zu stabilisieren. Zudem mahnte Josef Wismet die solidarische und gerechte Alterssicherung durch das Rentenmodell der katholischen Verbände an. Zum Ende der Versammlung dankten Vorsitzende Gabriele Söllner und Pfarrer Hans Riedl dem Referenten und überreichten ihm ein Präsent.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.