10.11.2007 - 00:00 Uhr
NeusorgOberpfalz

"Unfried in der Hofmark der Hirschberger" erfährt 2009 Neuauflage - Vorgeschichte einbeziehen "Fähnlein" rüstet wieder zur Schlacht

Das Hirschberger Fähnlein zu Schwarzenreuth 1504 hat wieder große Pläne. Dies wurde in der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus Küffner in Schwarzenreuth deutlich.

von Autor ÖTProfil

Wie Martin Exner gegenüber den Mitgliedern erläuterte ist vorgesehen, im Jahr 2009 den "Unfried in der Hofmark der Hirschberger" neu zu inszenieren. Das Projekt "Feldlager 1504" vor drei Jahren beschränkte sich überwiegend auf die Nachstellung der Schlacht nahe Ebnath und das Feldlager der beteiligten Truppen.

Nun sei geplant, auch die Vorgeschichte, die zur Schlacht führte, über Kampfszenen bis hin zum Friedensmahl aufzuführen. Dabei soll diese Veranstaltung jedoch nicht mehr in dem großen Umfang gestaltet werden wie das Spektakel im Jahr 2004.

Im Detail könnte diese aus mehreren Akten bestehende Aufführung mit Szenen über den Raub von Kohlholz und dem Abfahren von Heu durch die Markgräflichen sowie der Festnahme eines hirschbergischen Untertans durch die Wunsiedeler beginnen.

Einfall der Markgräflichen

Dargestellt würden auch der Einfall der Markgräflichen auf das Dorf Fockenfeld mit dem Wegtreiben der Schafe und der Überfall auf ein Holzfuhrwerk mit dem Raub der Pferde.
Als weitere Szene böte sich der Viehdiebstahl der Pfälzer in Tröstau an, bei dem 36 von ihnen getötet wurden. Ebenso bestehe die Möglichkeit, Raubzüge in die Obere Pfalz darzustellen, die Markgraf Friedrich IV. in Auftrag gab. Weitere Bilder ergäben sich mit der Erstellung eines Verteidigungsplans, dem "Verschlagen" der Grenze und der Einrichtung von Beobachtungsposten, führte Exner aus.

Gut in Szene zu setzen sei auch die Mobilmachung der Markgräflichen und deren Heerzug nach Waldsassen sowie der Angriff, die Plünderung und das Abbrennen des Klosters.

Rast unter "Trommelbuche"

Ein Akt könnte den Zug der Markgräflichen gen Ebnath und deren Belagerung der dortigen Burg behandeln. Daran anschließen sollte sich der Rückzug der Angreifer zurück in den Wald und die Rast unter der "Trommelbuche". Den Worten Exners zufolge müsste dann Caspar Erlbeck seine Truppe sammeln, mustern und vereidigen.

Anschließend sei der Anmarsch der Pfälzer zu inszenieren, die an Birkenzweigen im Haar und der Parole "Mit Gott und Sankt Georg" zu erkennen sind. Mit viel Gebrüll folge der Angriff auf die Markgräflichen. Die Pfälzer weichen vor der Übermacht zurück und nach den Einschlägen der Geschütze erfolgt eine neue Angriffswelle.
Der Schlussakt könnte beinhalten, wie ein Wunsiedler die Kriegskasse des Balthasar Pribisch an sich nimmt und die Markgräflichen flüchten. Dann beginne das Zusammentreiben der Gefangenen und das Beutemachen.

Doch hier mahnt Caspar Erlbeck zur Ruhe und unterbindet einen Rachefeldzug. Der Vortrag des historischen Schlachtliedes, die Fahnenrückgabe, der Austausch der Gefangenen und das Friedensmahl, sollen die historische Aufführung beschließen.

Parallel zu der Aufführung sei eine Moderation erforderlich, um den Besuchern des Spektakels den historischen Hintergrund zu erklären, machte Martin Exner deutlich.

Als Komparsen könnten in die Vorstellung Mitglieder der Nachbarvereine aus Kemnath, Pressath und eventuell der Markgräflichen mit eingebunden werden.

Die Besucher der außerordentlichen Mitgliederversammlung zeigten sich beeindruckt von dem Vorhaben und in einer lebhaften Diskussion wurden Vorschläge und Anregungen mit eingebracht. Franz Kick, der Besitzer des Schlosses und des ganzen Areals, auf dem diese Veranstaltung über die Bühne gehen soll, gab spontan seine Einwilligung zur Benutzung des Geländes.

Schlacht im August 2009

Geplant sei auch, interessierte örtliche Handwerker und Vereine mit in das Geschehen einzubeziehen. Als voraussichtlicher Termin der Veranstaltung wurde ein Wochenende im August 2009 in Betracht gezogen, an dem der "Unfried in der Hofmark der Hirschberger" von Freitag bis Sonntag in Szene gesetzt werden könnte.

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