26.06.2017 - 20:00 Uhr
NeusorgOberpfalz

Bau- und Umweltausschuss Neusorg befasst sich mit sanierungsbedürftigem Gemeinschaftshaus in ... "Wir brauchen unser Haisl"

Der Neusorger Friedhof und das Dorfhaus Wernersreuth standen auf der Tagesordnung des Bau- und Umweltausschusses. Die Sitzung war zum Teil eine Begehung, weil sich das Gremium vor Ort ein Bild machen musste.

Das Gemeinschaftshaus in Wernersreuth ist sanierungsbedürftig. Durch die Förderoffensive Nordostbayern könnte eine Sanierung mit 90 Prozent Förderung möglich werden. Der Bauausschuss Neusorg und Architekt Günther Lenk trafen sich deshalb mit den beiden Vertretern der Dorfgemeinschaft zu einer Planungsrunde. Im Bild (von links): Dorfgemeinschaftsvorsitzender Hans Richtmann, Bauausschussmitglied Gerald Braun, Architekt Günther Lenk, Bautechniker Albert Hofmann, Bürgermeister Peter König, Dieter König und Ern
von Autor KKLProfil

(kkl) Die Grünabfall-Ablagerungsstelle im Friedhof soll saniert werden. Eine Containerlösung hatte der Ausschuss bereits am 17. Mai beschlossen. Bei einer Grubenlösung sind 30 000 Euro an Kosten ermittelt worden. Das erschien dem Gremium zu teuer, die Friedhofsgebühren würden sich drastisch erhöhen. Beschlossen wurde, die bestehende Grube aufzufüllen und einen Stellplatz mit einer Asphalttragdeckschicht für einen Container mit offener Mulde zu schaffen. 15 000 Euro sind hierfür veranschlagt. Zwischenzeitlich hat Bautechniker Albert Hofmann die ursprüngliche Planung überarbeitet und eine entsprechende Ausschreibung an zehn Firmen geschickt.

Anschließend machten sich die Sitzungsteilnehmer auf zum Ortstermin in Wernersreuth. Im Zuge der Förderoffensive Nordostbayern stand das leerstehende Dorfhaus im Zentrum. Ortssprecher Hans Richtmann begrüßte auch den von der Gemeinde beauftragten Architekten Günther Lenk. Das "Haisl" war vor 20 Jahren mit großer Eigenleistung und Beteiligung der Gemeinde saniert worden. Der Westteil des Gebäudes war an eine Gefriergemeinschaft vermietet, die sich Ende 2016 aufgelöst hat.

Wie Bürgermeister Peter König sagte, sei bereits im Februar dieses Jahres der Antrag auf eine Förderung beim Amt für Ländliche Entwicklung gestellt worden. Mit einem auf bis zu 90 Prozent erhöhten staatlichen Fördersatz unterstützt die Staatsregierung Projekte in strukturschwachen Gebieten. Nach der Entwurfsplanung werde es den Förderbescheid geben, erklärte König.

Große Bäume entfernen

Festgestellt wurde, dass die Außengestaltung des Gebäudes unansehnlich und das Pflaster uneben sei. Große Bäume müssten entfernt werden, da sie das Gebäude verschatten. Haus und Dach seien dadurch vermoost. Feste, wie das Maibaumaufstellen oder das Gartenfest, könnten im Außenbereich möglich werden, regte Peter König an. Bei den Sanitäranlagen soll die Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Der Kachelofen als Alleinheizung sei nicht optimal.

"Es ist das Haus des Dorfes und es macht keinen Sinn, wenn sich nur die Gemeinde Gedanken macht und Lösungen präsentiert", machte der Bürgermeister deutlich. Die Einwohner von Wernersreuth sollen sich einbringen, wie es auch schon in anderen Ortsteilen von Neusorg bei deren Dorferneuerung der Fall war. König fordert geistige und emotionale Mitarbeit. Ein Konzept für die nächsten 30 Jahre eventuell mit energetischer Nachrüstung soll entstehen.

In der Teilnehmerrunde fiel auch der Blick auf das Kriegerdenkmal. Dessen Versetzung könnte bei der Gestaltung des Außenbereiches eventuell einbezogen werden, sofern dies von der Dorfgemeinschaft gewollt werde.

Räume umgestalten

"Wir brauchen unser Haisl", betonte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. "Wir haben keine Schulden und wollen kein Geld anhäufen, müssen aber kostendeckend arbeiten", sagte Hans Richtmann. Als wichtig bei einer Sanierung stellte sich die Notwendigkeit der Umgestaltung von Räumen heraus. Richtmann und Claudia Sturm zählten unter anderem auf: Erneuerung und Erweiterung der 30 Jahre alten sanitären Anlagen sowie Lagerraum für Getränke. Die Möglichkeit, ein ausreichendes Kuchenbuffet für große Gemeindeveranstaltungen aufzubauen, fehle im Bewirtungsraum. Das "Haisl" sei jeden Freitag geöffnet. Jeden Monat mache eine andere Familie des Ortes Dienst. In Wernersreuth gebe es keine andere Möglichkeit für Veranstaltungen, betonte Richtmann.

Sturm regte an, einen kleinen Extra-Raum mit Kicker und Dart-Scheibe für die Jugend einzuplanen. Weiter fehle ein kleiner Küchenbereich mit Spülmaschine und Handwaschbecken. Die Größe des Gebäudes sei begrenzt, meinte Günther Lenk, aber er wolle sehen, was untergebracht werden könne. Es gehe ihm um Gemütlichkeit im Raum. Die Dorfgemeinschaft soll nach der Sommerpause die Vorschläge diskutieren.

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