20.03.2018 - 20:00 Uhr
Neusorg

Dorferneuerung Riglasreuth/Weihermühle Gebäude mit Leben füllen

Die Dorferneuerung Riglasreuth/Weihermühle schreitet voran. Dabei haben die Verantwortlichen mit der Dorfmitte Weihermühle und dem Kolpingheim zwei größere Projekt vor sich.

Christian Keller (stehend) vom Amt für Ländliche Entwicklung zeigt die verschiedenen Maßnahmen der Dorferneuerung auf. Bild: twg
von Autor TWGProfil

Riglasreuth. "Wir wollen, dass der Gemeinschaftsgeist erhalten bleibt und weiter wächst. Die älteren Mitbürger, junge Familien und Jugend sollen bei uns einen Platz finden, der ihnen in unserem Dorf eine Heimat bietet", begrüßte der Vorsitzendn der Teilnehmergemeinschaft, Richard Stock, die Vereinsvertreter im Feuerwehrhaus Riglasreuth.

Er gab einen Überblick über die bisherige Entwicklung. Die Dorferneuerung wurde 2010 mit Versammlungen, Seminaren und Ortsspaziergängen in Angriff genommen. Im Oktober 2012 erfolgte die Bestandsanalyse, um im Juli 2013 die Abschlusspräsentation vorzustellen. Im Januar 2015 wurde der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gewählt.

Der Vorsitzende verwies zudem auf die Maßnahmenliste. Dabei nannte er die Erneuerung der Dorfmitten, die Ortseingänge, den Schlossinnenhof, Gehwege, Infotafeln, Hochwasserschutz, Infotreff und einen eventuellen Wiederaufbau einer Kapelle. Das Projekt Bolzplatz sei bereits erfolgreich abgeschlossen. Christian Keller vom Amt für ländliche Entwicklung hob das Engagement von Stock hervor. Es sei eine tolle Idee, alle Vereine auf den neuesten Stand zu bringen. Der technische Oberinspektor machte darauf aufmerksam, dass eine Dorferneuerung Zeit brauche, den man nutzen müsse, um etwas wachsen zu lassen und die Bürger daran zu beteiligen.

Neue Beleuchtung

Er verwies auf die privaten Beratungen durch seine Behörde, die für Privatleute kostenlos und ohne Verpflichtungen angeboten werde. Für den Bolzplatz habe es 73 Prozent Förderung gegeben. Die Dorfmitte Weihermühle ist laut Keller "ein größerer Brocken". Der Start der Maßnahme ist Ende Juni geplant. "Sie bekommen eine attraktive Dorfmitte", war sich der Referent sicher. Zudem werde der Platz durch ein innovatives Beleuchtungskonzept mit LEDs, hierzu erhalte man 75 Prozent Förderung, aufgewertet.

Die Dorfmitte Riglasreuth werde noch etwas zurückgestellt. Beim Kolpingheim steige man in das neue Programm "Förderoffensive Nordostbayern" ein, welches bei leerstehenden Objekten eine 90-prozentige Förderung vorsieht. Der Abbruch des "Seitzhauses" (Infokasten ) in Riglasreuth sowie das Dorfgemeinschaftshaus in Wernersreuth sollen ebenfalls mit diesem Programm angegangen werden. Hierbei lobte Keller die Gemeinde Neusorg, die bereits früh aktiv geworden sei. Ziel sei es, die Häuser mit Leben zu füllen. Als "nächstes großes Projekt" bezeichnete er den Schloßhof in Riglasreuth.

Architekt Gerald Braun aus Riglasreuth präsentierte das Konzept zur Modernisierung des Kolpingheims. Mit Fotos verwies er auf die asbesthaltige Verkleidung, das Wasser im Keller, den abgenutzten Sanitärbereich und die überalterte Heizung. Lediglich das Dach wurde schon erneuert. Das Sanierungskonzept beinhaltet einen barrierefreien Zugang, die Beseitigung der Bauschäden, eine optische Aufwertung der Außenfassade, die Außenanlagen, eine Multifunktionsfläche und eine Überdachung des Kellerabganges.

Erhaltenswertes Haus

In der Diskussion kam die Sprache auf die Reinigung bestimmter Fensterflächen, eventuelle Fassadenbegrünung und den Weg zum Kolpingheim. "Das Haus ist es wert, mit Leben gefüllt zu werden", erklärte der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Riglasreuth, Walter Pirner.

Bürgermeister Peter König dankte der Katholischen Kirchenstiftung Pullenreuth, von der man das Eigentümerrecht erworben habe, da nur Kommunen förderberechtigt sind. Die Chance, etwas zu bewirken, sei von allen Beteiligten schnell erkannt worden. Um drohenden Leerstand vorzubeugen, werde die Gemeinde auch das Dorfgemeinschaftshaus in Wernersreuth mit dem gleichen Konzept wie beim Kolpingheim angehen, versicherte der Rathauschef "Am Ende des Tages haben die Vereine ein voll saniertes Haus."

Abbruch des "Seitzhauses"

Bürgermeister Peter König stellte das Konzept zum Abbruch des "Seitzhauses " vor, den die Gemeinde 2018/2019 in Angriff nimmt. Die Kommune hat das Gebäude bereits erworben. Wegen des Leerstands sei mit einer Förderung von 90 Prozent zu rechnen. "Somit hat sich das Warten gelohnt." Die bisherige Förderung durch die Dorferneuerung lag bei rund 70 Prozent. Das Vorhaben um das Anwesen "Riglasreuth 60" habe der Gemeinderat schon genehmigt.

Den Abbruch bezeichnete der Rathauschef wegen der Entsorgung als Herausforderung. Nach der Untersuchung der baulichen Substanz, sei man auf kontaminierte Baustoffe gestoßen. Sulfat im Außenputz provisorische Dachwärmedämmungen und asbesthaltige Eternitplatten würden ein Problem darstellen, ebenso die direkte Angrenzung an das Nachbargebäude. Hier müsse man die Giebelfassade sichern.

Im Mai will die Gemeinde daran Hand anlegen. Die benötigten Gelder in Höhe von 65 000 Euro seien bereits im Haushalt zurückgelegt. Was anschließend mit dem freien Platz passiere, sei Sache der Dorferneuerung. (twg)

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