Media-Brache in Neusorg
Die Zeit der Brache ist vorbei

Jürgen Panzer (links) und Günther Heisinger (rechts) haben alle Hände voll zu tun. Allerorten stapelt sich das Gerümpel. Noch wartet viel Arbeit auf die beiden Kollegen. Bilder: wro (3)
Politik
Neusorg
15.12.2016
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Bürgermeister Peter König spricht von einer spannenden Zeit für seine Gemeinderäte und die Bürger.

Lange sah es im Nordosten Neusorgs nach Niedergang aus. Inzwischen stehen die Zeichen auf Aufbruch: Bei der "Media-Brache" tut sich was.

Das Gelände an der Marktredwitzer Straße ist noch immer ein städtebaulicher Missstand, erklärt Bürgermeister Peter König. Doch das soll sich ändern. Inzwischen sind Teile des maroden Anwesens abgebrochen, Holzteile und Abfall werden zur Seite geschafft und vom Abbruchunternehmen Plannerer entsorgt.

König blickt zurück, erinnert an die Nutzung seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, bis hin zum schicksalsträchtigen Jahr 2005, als die Media-Lichter ausgingen: Das Gelände samt Hallen wurden dem Verfall preisgegeben. Die Übrigbleibsel haben den Gemeinderat mehr als einmal beschäftigt, erinnert sich der Bürgermeister. Geblieben war nicht nur eine ungenutzte Industrieruine, schlimmer war die Gewissheit, mit der Grundwasserbelastung leben zu müssen. Es folgte ein zähes und stetiges Ringen um eine Lösung: "Wir haben bereits seit 1980 versucht der Sache Herr zu werden." Die Gemeinde ließ das Grundwasser untersuchen, regelmäßig abpumpen. Wegen fehlender Zuständigkeiten, und vor allem wegen fehlender Stromanschlüsse habe man die Grundwasserreinigungsanlage 2007 stilllegen müssen.

Den Verursacher konnte die Gemeinde nicht belangen, bedauert König. Trotzdem ließ die Gemeinde nichts unversucht. "Leider waren wir noch nicht im Besitz des Geländes und der Produktionshallen", informiert der Rathauschef. Das änderte sich in diesem Jahr. Die Gemeinde Neusorg kaufte das Gelände, "der entscheidende Schritt war getan", zeigt sich König heute entspannt: "Von 2008 bis zum Tag der Geländeübernahmen waren wir stets treibende Kraft. Wie wollten Eigentümer werden, um den Missstand zu lösen."

Der Leiter der rund 12 000 Quadratmeter großen Baustelle "Media-Brache", Jürgen Panzer, wartet auf dem Gelände. Mit seinem Kollegen Günther Heisinger führt er kreuz und quer durch die ehemaligen Produktionshallen. Berge von aufgetürmtem Holz prägen das Bild, Wasser tropft vom eingefallenen Hallendach, auf dem Moos und Farn wuchern. Unmengen leerer Farbdosen und -eimer "zieren" den Gang. Viel Arbeit wartet auf die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens. Seit Mitte November schreitet die Entsorgung voran. Die Arbeiten werden labortechnisch begleitet. "Kein Lkw verlässt unkontrolliert das Gelände", informiert Panzer. Jede Ladung ist sorgfältig dokumentiert. Kopien der Meldezettel gehen an das Landratsamt. Ein wertvoller Ansprechpartner, wie König abschließend hinzufügte.

Gewerbeflächen verkaufen

Bis April 2017 werden rund 27 000 Kubikmeter umbauter Raum für immer aus dem Gemeindegebiet verschwunden sein. "Drei Hallen bleiben stehen." Diese seien zwar sanierungsbedürftig, dennoch bemühe man sich um den Erhalt. Abbruch und Sanierung kosten rund 1,2 Millionen Euro. Einen Trost aber haben die Neusorger: Gefördert wird das Projekt durch die Städtebauförderung. Trotz der versprochenen Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Kosten sei es immer noch ein großer finanzieller Akt, erläutert der Bürgermeister. Zur Realisierung trug ein harmonisches, fraktionsübergreifendes Miteinander der Gemeinderäte bei, die das wichtige Projekt mit einstimmigen Beschlüssen befürworteten. "Das wird von den Bürgern honoriert", verdeutlicht König. "Der Missstand wendet sich zum Guten. Wir gehen einer spannenden Zeit entgegen, können etwas mitgestalten. Eine tolle Sache."

Wie sich die "Media-Brache" weiterentwickeln wird, ist noch nicht klar. Sicher sei jedoch, dass zwei neue Gewerbeflächen entstehen und zum Verkauf angeboten werden, so König. "Interessenten sind jederzeit willkommen." Der Bürgermeister lehnt sich zurück und schließt: "Auf alle Fälle - und das ist jetzt schon sicher - erfährt das Umfeld eine deutliche Aufwertung."

Schüler bei Busunfall unverletzt

Brand. Nach ersten Erkenntnissen blieben beim Zusammenstoß zweier Schulbusse die etwa zehn Schüler zum Glück unverletzt. Der Unfall ereignete sich bereits am Montag. Gegen 13.45 Uhr waren die beiden Fahrzeuge auf der Fichtelberger Straße unterwegs. Den leeren Kleinbus aus Richtung Mehlmeisel steuerte ein 66-Jähriger aus dem Gemeindebereich Marktredwitz. Nach dem Ortsbeginn kam er im Bereich einer scharfen Rechtskurve etwas zu weit nach links und prallte gegen einen entgegenkommenden Schulbus, an dessen Steuer ein 36-Jähriger aus dem Gemeindebereich Bad Berneck saß. Er wich zwar noch nach rechts aus, trotzdem kam es im Frontbereich zum Zusammenstoß.

Laut des 36-Jährigen befanden sich zum Unfallzeitpunkt noch etwa zehn Schüler im Bus. Diese brachte ein Ersatzbus nach Hause. Eine erste Befragung ergab, dass keiner von ihnen Verletzungen erlitten hatte. Auch die beiden Fahrer trugen keine Blessuren davon. Sollten sich trotzdem Kinder leicht verletzt haben, sollen sich die Eltern mit der Polizeiinspektion Kemnath, Telefon 09642/9203-0, in Verbindung setzen. An beiden Fahrzeugen entstand jeweils ein Schaden von rund 3000 Euro.

Kurz notiert

Stadt bittet zum Tanz

Kemnath. (stg) Nach der Wiederbelebung des Stadtballs gibt es 2017 die zweite Auflage: Am 7. Januar wird zum Ball der Stadt Kemnath in die Mehrzweckhalle eingeladen. Platzkarten für 29 Euro gibt es im Vorverkauf im Reisecenter Märkl sowie in der Imbissgaststätte "Beim Schinner".

Im Preis sind ein Sektempfang sowie ein kaltes und warmes Büfett enthalten. Für Musik sorgt erneut das "OM-Tanzorchester", das sich als zweites Standbein der "Original Oberpfälzer Musikanten" herauskristallisiert hat. Neben typischen Big-Band-Nummern von Hugo Strasser, Ambros Seelos, Glenn Miller oder Frank Sinatra gehören auch Swing- Nummern von Robbie Williams oder Michael Bublé zum Programm. Standardtänze wie Walzer, Slow-Fox und Quickstep wechseln sich mit Rumba, Cha-Cha, Tango, Mambo, Samba, Jive und Rock 'n' ab. Ebenfalls dürfen sich die Besucher auf Showeinlagen freuen.

Kemnath. (jzk) Preiswürdig sind die "Aktivitäten über den Unterricht hinaus". Beim gleichnamigen Wettbewerb belegte die Realschule den dritten Platz im Regierungsbezirk. In einer kleinen Feier nahm Ministerialbeauftragte Maria Kinzinger die Auszeichnung vor.

"Die täglichen Unterrichtsstunden geben der Schule ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert", betonte sie. Dazu zählen in Kemnath das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", zahlreiche Aktionen mit Flüchtlingen sowie Aktivitäten im sozialen Bereich und bei der beruflichen Orientierung. Das würdigte Kinzinger mit einer von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle unterzeichneten Urkunde.

Diese Schule beschränke sich nicht auf Wissensvermittlung, sondern biete Schülern über den Unterricht hinaus einen Lern- und Lebensraum. Hier werden interkulturelle und berufliche Kompetenzen sowie soziales Engagement nicht nur gelehrt, sondern erlebbar gemacht. Die Übungsfelder zur beruflichen Orientierung seien "Türöffner für eine erfolgreiche Berufslaufbahn". Die Zukunft lebe von Kreativität und werde aus Ideen gebaut. Mit der mehrfach ausgezeichneten Schülerfirma "Creativ AG" sei die Realschule ebenfalls ganz vorne mit dabei. Die marktreifen Produkte stünden für modernes Design und höchste Qualität. Kinzingers Glückwunsch galt allen Beteiligten und der Schulgemeinschaft für den "vortrefflichen Ideenreichtum".

"In Bezug auf die außerunterrichtlichen Aktivitäten kann der Staatlichen Realschule Kemnath ein großes Lob ausgesprochen werden", hieß es in der Laudatio, die Schülersprecherin Lorena Schindler vorlas."Hier wird Schule wirklich gelebt", freute sich Landrat Wolfgang Lippert. Den Schülern werde ein hohes Maß an Sozialkompetenz, Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl vermittelt. "Diese Auszeichnung unterstreicht den Anspruch des Landkreises als Bildungsregion." Lippert hoffte, dass die Schule auch bei der "MINT-Initiative" im Bereich der Naturwissenschaften vorne mitmischt.

"Die Stadt Kemnath kann stolz auf diese Schule sein", meinte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß. Ihren "sehr guten Ruf" betonte Bürgermeister Werner Nickl. Er hob besonders hervor, dass in Kemnath Menschen aus 35 Ländern leben. Schulchor, eine Bläser- und eine Akrobatik-Gruppe gestalteten die Preisverleihung in der Mehrzweckhalle.
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