12.02.2017 - 19:28 Uhr
NeusorgSport

Frauen des SV Neusorg Dritte bei bayerischer Futsal-Meisterschaft Überraschung mit Beigeschmack

Die Fußballerinnen des SV Neusorg zählen zu den drei besten Futsal-Teams im Freistaat. Bei der bayerischen Meisterschaft in Amberg erspielen sich die Schützlinge von Trainer Christian König einen beachtlichen dritten Rang. Allerdings wird die Freude durch eine schwere Verletzung getrübt.

von Fabian Leeb Kontakt Profil

Amberg/Neusorg. Christian König war bereits nach den Gruppenspielen, als der Einzug ins Halbfinale feststand, rundum zufrieden mit dem Auftritt seiner SVN-Mädels. "Ich habe mir gestern extra noch den Segen unseres Ortspfarrers Hans Riedl geholt - da konnte also gar nichts schiefgehen. Im Ernst: Wir wären schon mit Platz sieben zufrieden gewesen, ab so ist das natürlich überragend", war der Coach bester Laune. Neuer Titelträger ist der SV Frauenbiburg, gegen den der SVN im Halbfinale den Kürzeren zog.

Remis gegen "Schanzer"

Angefeuert vom lautstarken Anhang, der mit einem Fanbus angereist war, erlitten die Neusorger gleich zu Beginn einen Dämpfer: Gegen den bärenstarken Regionalligisten ETSV Würzburg setzte es in der Amberger Trimax-Halle vor 523 Zuschauern eine knappe, aber verdiente 1:2-Pleite im Auftaktspiel. Der Treffer von Anna Biebl war zu wenig.

Gegen den FC Ingolstadt, wie Würzburg Regionalligist, zeigten die Oberpfalzmeister erstmals, wozu sie in der Lage sind. Amelie Kraus brachte den SV in Führung, ehe die "Schanzer" die Partie drehten. In der Schlussminute sorgte Spielführerin Simone Hautmann für den umjubelten Ausgleich, der alle Optionen aufs Weiterkommen offenhielt. Vor dem letzten Gruppenspiel war klar, dass es im Fernduell mit Ingolstadt ums Halbfinalticket auf die Tordifferenz ankommen könnte.

Der SVN musste vorlegen und wies den Landesligisten Leerstetten mit 3:0 in die Schranken. Zweimal Susanne Stich und Amelie Kraus erhöhten den Druck auf Ingolstadt, die diesem nicht standhielten und gegen Gruppensieger Würzburg mit 0:2 den Kürzeren zogen. Beim Neusorger Anhang war der Jubel ob des Halbfinaleinzugs dennoch getrübt. Grund dafür war ein Frustfoul der Torfrau des SV Leerstetten quasi mit der Schlusssirene an Doppeltorschützin Stich. Die Neusorgerin lief alleine auf das Leerstettener Gehäuse zu, als die Torhüterin sie brutal von den Beinen holte. Mit einem dreifachen Mittelfußbruch kam Stich ins Amberger Krankenhaus, wo sie noch am Sonntagabend operiert wurde. Die Übeltäterin sah für ihren völlig übertriebenen Einsatz den Roten Karton.

Getrübte Freude

In der Runde der letzten vier Teams mussten die Neusorgerinnen die körperliche und technische Überlegenheit des Regionalligisten SV Frauenbiburg beim 0:2 anerkennen. Dagegen krönte der SV seine "überragende Hallensaison" (König) mit dem Sieg im "kleinen Finale". Wie schon im Auftaktspiel ging es gegen den ETSV Würzburg. Doch anders als im ersten Duell behielt diesmal Neusorg mit 1:0 die Oberhand. Svenja Müller gelang der Siegtreffer. "Das hätte niemand für möglich gehalten. Ich bin stolz auf die Truppe", sagte König nach dem Turnier, das auch BFV-Präsident Rainer Koch in der Halle verfolgte. Allerdings schwang beim Erfolgscoach auch etwas Trauer wegen der schweren Verletzung seiner Akteurin mit.

Brutal statt brillant - Angemerkt von Fabian Leeb

Fifa, Uefa, DFB und BFV drücken Futsal vehement als einzig akzeptierte Form des Hallenfußballs durch - ohne großartigen Rückhalt in den Vereinen. Sprich: ohne die Unterstützung der Basis. Der kleinere Ball, das kleinere Tor, keine Bande, Netto-Spielzeit: all das soll den Hallenkick technischer und weniger körperbetont machen. Bei allen Schiedsrichtern und Spielern/-innen scheinen diese Vorgaben noch nicht angekommen zu sein.

Anders ist die wüste Treterei bei der bayerischen Futsal-Meisterschaft der Frauen nicht zu erklären. Die Sanitäter kamen fast nicht hinterher. Auch in der Notaufnahme des Amberger Klinikums herrschte reger Betrieb. Zum einen waren die jungen Schiedsrichterinnen mit der Intensität einer bayerischen Meisterschaft schlicht überfordert und ließen eine klare, einheitliche Linie vermissen. Im Futsal sollte schon der bloße Versuch einer Grätsche geahndet werden. In Amberg wähnte sich so mancher neutrale Beobachter stattdessen beim Grätsch-Contest.

Zum anderen brannten einigen Spielerinnen schlicht die Sicherungen durch. Spätestens nach der 30-minütigen Turnier-Unterbrechung, als eine Frauenbiburger Spielerin mit dem Sanka abtransportiert werden wusste, hätte jede noch so heißblütige und ehrgeizige Akteurin einen Gang zurückschalten müssen. Doch selbst eine kurzfristig anberaumte Besprechung aller Trainer brachte keine spürbare Besserung. Die Qualität der Unparteiischen sowie der übertriebene, rücksichtslose Ehrgeiz einiger Spielerinnen waren einer bayerischen Meisterschaft unwürdig.

Ergebnisse:

Gruppe A

Würzburg - Neusorg 2:1
Leerstetten - Ingolstadt 0:2
Würzburg - Leerstetten 4:0
Ingolstadt - Neusorg 2:2
Neusorg - Leerstetten 3:0
Ingolstadt - Würzburg 0:2

1. ETSV Würzburg 8:1/9
2. SV Neusorg 6:4/4
3. FC Ingolstadt 4:4/4
4. SV Leerstetten 0:9/0

Gruppe B

Frauenbiburg - Regensburg 1:0
Eicha - Augsburg 1:1
Frauenbiburg - Eicha 3:1
Augsburg - Regensburg 0:1
Regensburg - Eicha 0:1
Augsburg - Frauenbiburg 2:0

1. SV Frauenbiburg 4:3/6
2. Schwaben Augsburg 3:2/4
3. SpVgg Eicha 3:4/4
4. SC Regensburg 1:2/3

Halbfinale

Würzburg - Augsburg 0:2
Frauenbiburg - Neusorg 2:0

Spiel um Platz 7

Leerstetten - Regensburg 0:3

Spiel um Platz 5

Ingolstadt - Eicha 4:5 n. S.

Spiel um Platz 3

Würzburg - Neusorg 0:1

Finale

Augsburg - Frauenbiburg 1:3 n. S.

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