Brunnenfreunde wieder auf Tour in Richtung Osten
Auf den Spuren deutscher Geschichte

Bei einem Rundgang durch die Gassen der Altstadt schilderte der Stadtführer auch den Anbau und die Weiterverarbeitung der Pflanze Waid. Sie wurde im Mittelalter zum Blaufärben von Stoffen benötigt. Das brachte der Stadt und ihren Bürgern großen Reichtum. Im Hintergrund ist der Waidspeicher zu sehen.
Freizeit
Neustadt am Kulm
03.07.2017
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Filchendorf. (ow) Einen erlebnisreichen Tag verbrachten die Brunnenfreunde in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt. Auf der Rückfahrt sammelten die Ausflügler am ehemaligen Eisernen Vorhang im geteilten Dorf Mödlareuth (Klein-Berlin) Eindrücke der deutsch-deutschen Teilung.

Bei der Hinfahrt begrüßte Vorsitzender Gerhard Dollhopf die Mitreisenden. Er dankte den Frauen, die Kuchen gebacken hatten. Am Dom in Erfurt erwartete die Gruppe ein Stadtführer. An den Stufen zum Dom informierte er zunächst über die geschichtliche Entwicklung seiner Heimatstadt. Erfurt war im Mittelalter Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelsstraßen und erhielt vom Kaiser das Stapelrecht, das heißt, dass alle über Erfurt transportierten Waren dort zum Kauf angeboten werden mussten. Wichtigstes Handelsgut war Waid, eine Pflanze, die bis zur Einfuhr von Indigo aus Südamerika zum Blaufärben von Stoffen benötigt wurde. Das brachte der Stadt und ihren Bürgern großen Reichtum, den einige auch nach außen zeigten.

Bei der Führung durch die Gassen der Altstadt zeigte dies der Führer anhand vieler hervorragend sanierter Bauwerke. Von weitem schon sichtbar ist der mächtige Dom, an dem 300 Jahre lang gebaut wurde. Die im Turm aufgehängte "Gloriosa" ist die größte frei schwingende Kirchenglocke des Mittelalters. Auf der Krämerbrücke wurden schon vor 500 Jahren Waren angeboten. Beim Überqueren der Brücke ist vom Fluss Gera nichts zu sehen. Links und rechts säumen historische Fachwerkhäuser den Weg. Auf der anderen Seite angekommen, erkennt der Besucher, dass die Häuser auf den Brückenbogen über die Gera gebaut sind.

Das Mittagessen nahm die Gruppe im historischen Wirtshaus "Christoffel" ein. Die Speisen rund um das Mittelalter waren reichlich und der Preis war in "Talern" angegeben. Anschließend ging die Fahrt zurück nach Bayern. Nach einer Kaffeepause wurden die Ausflügler bei einer Besichtigung von "Klein-Berlin", dem ehemaligen geteilten Grenzort Mödlareuth, mit der jüngsten deutsch-deutschen Geschichte konfrontiert. Heute unvorstellbar, aber erst vor wenigen Jahren passiert, wurden dort in einem Dorf Familien getrennt, Heim und Hof verlassen oder Gebäude durch die Staatsgewalt abgerissen.
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