Diskussion um Marktplatz in Neustadt am Kulm
Hirschau im Blick

(Foto: ggö)
Politik
Neustadt am Kulm
19.05.2017
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Sie reden mit-, statt übereinander: Am Freitagabend diskutierten Stadtrat und Interessengemeinschaft (IG) der Anwohner über den Marktplatz von Neustadt am Kulm - aber auch viel über den in Hirschau.

Auch ohne konkrete Ergebnisse: Die außerordentliche Stadtratssitzung im evangelischen Gemeindehaus am Freitagabend hat die Parteien im Streit um den Marktplatz näher zusammengebracht. Wenn auch manch spitze Bemerkung fiel, die meiste Zeit blieb es sachlich. Aber: Die Gegner der Umgestaltung bleiben bei ihrer Hauptforderung, die Stadträte kommentierten dies eher kritisch.

Im Mittelpunkt des Abends stand ein Planentwurf, den die IG hatte anfertigen lassen. Diesen stellten die IG-Sprecher Jürgen Kopp, Christa Tschirschnitz und Hermann Pühl vor. Gleich zu Beginn stellte Kopp klar: "Oberste Priorität" habe der Erhalt des derzeitigen Kreisstraßenverlaufs, "keinen Zentimeter" Abweichung wolle die Gruppe akzeptieren. Der Plan ziele darauf ab, möglichst große Flächen tatsächlich als Marktplatz abzurechnen. Für einen solchen trägt die Stadt die Kosten - und erhält 80 Prozent Zuschuss. Was als Parkfläche, Gehweg und Anliegerstraße abgerechnet wird, muss auf die Anwohner umgelegt werden - ohne Zuschuss. Die Kreisstraße muss der Landkreis sanieren. Kopp und Pühl legten dar, dass diese NEW 14 den größten Teil des Platzes erschließen kann. Nur in Richtung Tremau sei eine weitere Straße nötig. Angelehnt sei der Plan an die Sanierung des Stadtplatzes in Hirschau. Dort entlastest die Stadt die Anlieger, indem sie große Teile als verkehrsberuhigte Flächen ausgewiesen hat.

Allerdings habe dies den Preis, dass diese als Parkfläche wegfallen müssen, weil parken auf solchen "Flaniermeilen" nicht erlaubt sei, entgegnete zweiter Bürgermeister Karlheinz Schultes. Er war mit Bürgermeister Wolfgang Haberberger noch am Donnerstag in Hirschau, um sich dort vom Kämmerer deren Sanierung erläutern zu lassen. Haberberger verwies neben der Park-Problematik darauf, dass die Kreisstraße in Neustadt den Platz so zerteilt, dass kein einheitliches Abrechnungsgebiet entstehen kann. Die Folge wären unterschiedliche Kosten für die Anwohner, was Gerechtigkeitsfragen aufwerfe.

Dem widersprach vor allem Hermann Pühl. Er forderte mehrfach den IG-Vorschlag vom Kommunalen Prüfungsverband begutachten zu lassen. Wenn das Ergebnis vorliegt, könne man über dieses sprechen. Haberberger sagte letztlich eine Prüfung des IG-Plans zu - legte aber auch Anmeldelisten für eine Hirschau-Fahrt aus. Dort sollen alle Bürger aus erster Hand erfahren, was in Sachen Kostenabrechnung geht und was nicht.

Die Vertreter der Bürgergruppe Pro-Neustadt machten zur Marktplatz-Zukunft keine konkreten Aussagen. Michael Walter und Tim Preißinger stellten aber heraus, dass die Stadt eine bessere Außendarstellung brauche. Mit dem "Haus am Kulm", dessen Bau demnächst beginnt, und dem neuen Baugebiet in Mockersdorf gebe es positive Signale. Die beiden forderten von Bürgermeister Wolfgang Haberberger Transparenz und regelmäßige Informationen und von den IG-Vertretern Kompromissbereitschaft und Respekt dem Stadtrat gegenüber. (Bericht folgt)
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