18.10.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Interessensgemeinschaft demonstiert gegen neue Marktplatzpläne Auf Konfrontationskurs

Von wegen Kompromiss: Die Interessensgemeinschaft für den Erhalt des Marktplatzes macht ihre Ablehnung gegen die Pläne bei der jüngsten Stadtratssitzung lautstark deutlich.

Die Interessengemeinschaft (IG) für den Erhalt des Marktplatzes in Neustadt am Kulm lehnt die in der letzten Stadtratssitzung beschlossene Planung zur Marktplatzsanierung ab. Mit Schildern und Transparenten sowie mit einem Pfeifkonzert zeigten sie während der jüngsten Stadtratssitzung ihren Unwillen. Bild: ow
von Autor OWProfil

In der Kulmstadt wird wegen der Marktplatzsanierung wieder demonstriert. Die Interessengemeinschaft für den Erhalt des Marktplatzes der Ackerbürgerstadt Neustadt am Kulm (IG) rief nach einer kurzen Zeit der Ruhe wieder zu einer Protestdemonstration auf. Ort war diesmal der Vorplatz des Feuerwehrhauses, denn in diesem städtischen Gebäude fand wegen der Rathaussanierung die jüngste Stadtratssitzung statt.

Diesmal beteiligten sich weniger Teilnehmer an der Aktion. Dennoch konnten sie mit einem gellenden Pfeifkonzert aus Trillerpfeifen und Tröten lautstark ihren Unwillen verkünden. Wie schon bei früheren Sitzungen mussten die Stadträte Spießruten laufen, um in den Sitzungssaal zu gelangen. An der Lautstärke des Pfeifkonzertes erkannte man die Beliebtheit der einzelnen eintreffenden Stadträte. Auf Transparenten und Schildern waren die Vorstellungen der Protestler zu lesen. Die IG lehnt den in der Stadtratssitzung vom 26. September beschlossenen Kompromiss für die Marktplatzsanierung ab. Das Büro Holzapfel-Herziger hatte damals einen Entwurf vorgelegt, bei dem auf viele Wünsche der Anlieger eingegangen wurde und bei dem die Vorgaben der Behörden berücksichtigt wurden. Außerdem folgte der Planer dem Bestreben des Stadtrats, die Kosten möglichst gering zu halten und eine gerechte finanzielle Beteiligung der Anlieger zu gewährleisten. Diese Planung wurde dann auch mit großer Mehrheit bei nur zwei Gegenstimmen vom städtischen Gremium genehmigt.

Die Interessengemeinschaft kann sich mit diesem Kompromiss aber nicht anfreunden, da eine ihrer Hauptforderungen nicht erfüllt wurde. Die Ackerbürger bestehen auf eine Beibehaltung der Verkehrsführung auf dem Marktplatz. Diese hat sich seit 1839 kaum verändert und hat sich im Laufe der fast 200 Jahre als optimal erwiesen. Sie lehnen auch die Forderung der Behörden nach einem drei Meter breiten Gehsteig und nach Längsparkplätzen auf der Winterseite im Bereich des Rathauses vehement ab. Dadurch wird die Kreisstraße näher an die Häuser verschoben, was laut Anwohner zu einer Verschlechterung ihrer Lebensqualität führen wird.

Mit dem Slogan "Keine Straße vor die Nase" wirbt die IG für die Beibehaltung der Straßenführung. Der überdimensionale Gehsteig muss von den Anwohnern gepflegt werden und sollte deshalb in der Breite verringert werden. Vom städtischen Gremium wünschen sich die Protestler mehr Verhandlungsgeschick gegenüber den Behörden, damit auch die Anliegen der Bürger berücksichtigt werden können.

Die Demonstranten machten klar, dass auch sie für eine Sanierung des Marktplatzes sind. Allerdings wehren sie sich gegen die Umgestaltung, wie sie momentan vorgesehen ist. Sie machen sich auch Sorgen um die Sanierungskosten und befürchten, dass auf die rund 70 Anlieger eine hohe finanzielle Belastung zukommen wird. Deshalb plädieren sie für eine sinnvolle, stadtgerechte und erschwingliche Sanierung des Marktplatzes.

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