09.01.2018 - 15:00 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Jahreshauptversammlung des SPD Ortsverein Neustadt am Kulm Drei auf einen Schlag

Der Vorstand arbeitet hervorragend zusammen und der Verein hat drei neue Mitglieder: Silvia Szydlik zieht in der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins positive Bilanz.

Mit Marina und Sabine Schlottke sowie Larissa Szydlik (vorne, von links) begrüßt Vorsitzende Silvia Szydlik (hinten, Mitte) drei neue Mitglieder in der Jahreshauptversammlung. Stadtrat Jörg Dollhopf muss aus gesundheitlichen Gründen sein Stadtratsmandat niederlegen und erhält für seine engagierte Mitarbeit ein kleines Geschenk. Auch MdL Annette Karl (hinten, links) gehört zu den Teilnehmern der Versammlung. Bild: ww
von Werner WalterProfil

Vorsitzende Szydlik begrüßte zudem die Kreisvorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, MdL Annette Karl. Zu Beginn gab Bernhard Szydlik den Kassenbericht ab. Demnach hat der Verein bei der Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben ein leichtes Minus gemacht, aber dennoch sehr gut gewirtschaftet.

Das Minus, so der Kassier, resultiere daraus, dass die Mitglieder neue Spielgeräte für das Kinderfest und einen neuen Drucker angeschafft, den Loswagen repariert und dem Kindergarten eine Spende von 300 Euro überreicht haben. Eine einwandfreie Kassenführung bescheinigten auch die Kassenprüfer Angela Grohmann und Hannelore Kroher dem Kassier.

Neue Mitglieder

Der Bericht der Vorsitzenden zeugte von vielen Aktivitäten des Vereins. Neben einem gut besuchten Preisschafkopf und dem traditionellen Kinderfest hatte der Ortsverein an zahlreichen Infoveranstaltungen, Kundgebungen und Konferenzen sowie verschiedenen Stadtverbandsversammlungen teilgenommen. Auch beim Kulmhauskassieren hatte sich der Verein dreimal mit eingebracht und Mitgliedern zu runden Geburtstagen gratuliert. Zudem habe die SPD zum Jahreswechsel wieder einen farbigen Abfallkalender erstellt und diesen an alle Haushalte im Gemeindegebiet verteilt. Zur Bundestagswahl stellten die Mitglieder Wahlplakate auf. Kritik übte hier die Vorsitzende, dass man diese Plakate im Gemeindebereich an eine große Tafel anbringen musste. Kritik deshalb, so Szydlik, weil die Stadt den Verein über das Vorgehen sehr spät informiert habe. Aufgestellte Plakate mussten deshalb wieder entfernt werden.

Szydlik gab außerdem bekannt, dass der Ortsverein der Sportvereinigung für den Kinderfasching 30 Euro und dem Kindergarten "Haus der kleinen Füße" 300 Euro gespendet hat. Erfreulich sei, dass mit Larissa Szydlik, Marina und Sabine Schlottke, drei junge Mitglieder neu in den Verein eingetreten seien.

Nachfolger für Stadtrat Jörg Dollhopf

Bedauerlich sei dagegen, dass Stadtrat Jörg Dollhopf aus gesundheitlichen Gründen sein Stadtratsmandat niederlegen müsse. Mit Dollhopf verliere man einen engagierten Stadtrat. Für die Neumitglieder und Jörg Dollhopf gab es als Dankeschön jeweils ein Geschenk. Ein Nachfolger für den Stadtrat wäre Andreas Pecher, der demnächst ein Schreiben der Stadt Neustadt/WN mit der Frage, ob er das Mandat annimmt, erhalten wird. Der Ortsverein besteht akutell aus 28 Mitgliedern. Als weitere Termine des Ortsvereins nannte die Vorsitzende den 28. April zur Ausrichtung eines Preisschafkopfes. Das Kinderfest findet am 15. Juli statt. Mit einem Gedenken an das verstorbene Mitglied Ernst Strasdat aus Vorbach und einem Dank an den Vorstand für die gute Zusammenarbeit schloss die Vorsitzende die Jahreshauptversammlung ab.

"Auf ein Wort mit Annette Karl"

Unter dem Motto "Auf ein Wort mit Annette Karl" hatte der SPD-Ortsverein im Anschluss zu einer politischen Diskussionsrunde mit der Kreisvorsitzenden und wirtschaftspolitischen Sprecherin der SPD- Landtagsfraktion, MdL Annette Karl, eingeladen. Das Jahr 2017 sei für die SPD ein schwieriges Jahr gewesen, erklärte Karl. Auch die SPD habe die Quittung dafür bekommen, dass man nicht näher am Menschen gewesen sei. Dies müsse sich künftig ändern. Man habe zudem einen "Wohlfühlwahlkampf" geführt. Von Neuwahlen halte sie nichts, so die Sprecherin. Besser sei es, eine vernünftige Regierung zu bilden.

Dem Bundesvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, warf sie vor, dass dieser zwar eine "große Klappe" habe, sich aber bei der Regierungsbildung vor der Verantwortung gescheut habe. Im Gegensatz zur SPD, denn diese habe Verantwortung sowohl im Bund als auch in Bayern übernommen. Man müsse nun schauen, was die Sondierungsgespräche bringen. Wichtige Themen seien für sie unter anderem die Klärung des Nachzuges von Flüchtlingen, Rentenangelegenheiten, Krankenversicherung, Altersarmut, die Gesundheitsvorsorge sowie die Verbesserung bei den Pflegeberufen, eine bessere Bezahlung inbegriffen. Auch die Anhebung des Mindestlohnes, eine kostenlose Kinderbetreuung sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gehören dazu. Ihrer Meinung nach sollte die SPD nicht in eine große Koalition gehen, wenn sie ihr Programm nicht durchsetzen könne. Man müsse erst die Sondierungsgespräche abwarten. Ein Versammlungsteilnehmer forderte, dass die SPD in die Gänge kommen müsste und ein Wahlprogramm aufstellen, das sich mit den Bürgern beschäftige. Der Sprecher kritisierte, dass zum Beispiel die Entbindungsstationen immer weniger werden. Es könne nicht sein, dass Frauen bei einer Geburt über 90 Kilometer fahren müssen. Kritik übte er auch an der Rentenpolitik.

Auch die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen müsse die SPD forcieren. All das nage an der Glaubwürdigkeit der Politik und führe zu einer Wahlverdrossenheit. Die SPD müsste ihre Wahlziele herausstellen und das bisher Geschaffene besser vermarkten. Der Sprecher forderte weiter, dass die SPD Bedingungen stellen müsste, wie dass Bundeskanzlerin Merkel abtreten müsse. Auch die Leiharbeit und Nullzinspolitik war dem Teilnehmer ein Dorn im Auge. Zum Familiennachzug von Flüchtlingen meinte ein Sprecher, dass es besser wäre, das hierfür benötigte Geld in die Verbesserung der Pflege und bessere Bezahlung von Pflegekräften zu investieren.

MdL Karl stellte heraus, dass es bei den Sondierungsgesprächen darum gehe, dass die SPD bei wichtigen Themen klare Forderungen stelle und durchsetze. Sie appellierte an die Zuhörer, sich nicht selbst zu zerfleischen. Ihrer Ansicht nach sollen die Bürger mit entscheiden. Zu den Landtagswahlen informierte sie, dass es ein Oberpfalzprogramm gebe. Bei den Landtagswahlen gehöre Neustadt am Kulm künftig durch die Neueinteilung zum Stimmkreis Tirschenreuth. (ww)

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