Marktplatz-Anwohner testen Straßenführung
Für Landmaschinen ungeeignet

Die Testaktion zeigte: Die geplante Straßenführung in Neustadt am Kulm ist für landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht geeignet. (Foto: exb)
Politik
Neustadt am Kulm
11.07.2017
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Die jüngste Aktion der Anwohner-IG hat Spuren hinterlassen, nicht nur auf dem Marktplatz von Neustadt am Kulm. Während für die Anwohner nun feststeht, dass die neue Planung für den Straßenverlauf auf dem Platz ungeeignet ist, sieht der Bürgermeister einen Vertrauensbruch.

Rückschlüsse auf die Tauglichkeit der Straßenführung lassen sich aus den Kreidemarkierungen nicht ablesen. Am Montag veröffentlichten IG-Mitglieder Bilder von Feldversuchen, die sie am Samstag auf dem Marktplatz unternommen hatten. Ein Traktor testete den Straßenverlauf, den sie zuvor nach den Vorgaben des neuen Planentwurfs des Architekturbüros Holzapfel-Herzer auf den Platz gezeichnet hatten.

Für Landmaschinen ungeeignet

Der Versuch zeige: Der Platz wäre mit großen Landmaschinen kaum mehr zu befahren, würde die Planung umgesetzt, schließt Jürgen Kopp. "Sobald ein Fahrzeug entgegenkommt, geht nichts mehr", sagt der Sprecher der IG.

Ganz anders die Einschätzung des Bürgermeisters: "Ich empfinde es als eine Zumutung", sagt Wolfgang Haberberger über die Zeichenaktion. Der Plan sei öffentlich im Stadtrat vorgestellt worden, dabei hatten auch die Vertreter der IG Rederecht, konnten ihre Anmerkungen einbringen. Bei der Sitzung habe er auch klar gemacht, dass am Entwurf noch Änderungen nötig seien.

Keine Rücksprache mit Stadt oder Landkreis

Darauf sei die IG in keinster Weise eingegangen: "Aus einem Entwurfsplan werden irgendwelche Maße entnommen, um dann - ohne Stadt oder Landkreis vorher überhaupt zu fragen - Straßenverläufe auf den Marktplatz zu kritzeln, welche noch mit keiner Behörde abgesprochen waren."

Dass "irgendwelche" Maße aufgezeichnet wurden, lässt Kopp nicht gelten. Die IG habe sich viel Zeit gelassen, den Plan im Format A0 ausgedruckt. "Wir sind uns sicher, der Plan ist mindestens zu 90 Prozent maßstabsgetreu." Dabei waren mehrere IG-Mitglieder, die sich schon von Berufs wegen damit auskennen, Pläne zu lesen. Außerdem seien in den Zeichnungen die vom Bürgermeister angesprochenen Planänderungen berücksichtigt. Unklar ist auch, wer am Samstagabend die Polizei gerufen hat.

Polizei ruft Bürgermeister an

Während die IG davon ausgeht, dass es der Bürgermeister war, erzählt Haberberger eine andere Version. Gegen 23 Uhr habe die Polizei bei ihm angerufen und ihn über die Zeichnung informiert. "Die Polizei hat mich im Telefonat gebeten, unverzüglich Warnschilder aufzustellen, damit nicht jemand irrtümlich die neue 'Verkehrsleitung' einschlägt.

Die Schilder habe ich dann, wie empfohlen, auch noch in der gleichen Nacht selbst aufgestellt." Nach einem Ortstermin am Sonntagvormittag ermittelt die Polizei nicht weiter, die Kreidelinien seien weder Sachbeschädigung noch Amtsanmaßung.


Die IG habe immer wieder gefordert, "dass man doch möglichst alle einbinden soll und alle Informationen immer offen legen soll", kritisiert Haberberger weiter. "Wo wurde bei diesem Gekritzel die Stadt eingebunden?" Immerhin: Beide Seiten wollen weiter miteinander sprechen. Am 17. Juli trifft sich der Stadtrat mit Behördenvertreter und Neustädter Bürgern, auch die IG möchte dabei sein. "Bisher haben wir aber noch keine schriftliche Einladung ", sagt Kopp.

6 Kommentare
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Karlheinz Schultes aus Neustadt am Kulm | 11.07.2017 | 15:54  
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Horst Seiler aus Neustadt am Kulm | 11.07.2017 | 19:47  
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Daniel Stahl aus Weiden in der Oberpfalz | 12.07.2017 | 10:27  
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Herbert Purucker aus Erbendorf | 12.07.2017 | 18:49  
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 13.07.2017 | 00:31  
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Andreas Meier aus Neustadt an der Waldnaab | 13.07.2017 | 13:21  
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