23.07.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Gefährliche Fettbrände Niemals mit Wasser löschen

Wenn das Bratfett in der Pfanne brennt, wird es für den Koch heikel. Zum Wasserhahn zu greifen, ist in dieser Situation aber keine gute Lösung. Was stattdessen hilft, um den Brand zu löschen, zeigt die Feuerwehr bei ihrer Schauübung.

Beeindruckend war die Schauübung der Mockersdorfer Wehr. Aus sicherer Entfernung verfolgten die Besucher die Fettexplosion. Bild: ww
von Werner WalterProfil

Mockersdorf. Jeder weiß, wie gefährlich Fettbrände sind und trotzdem versuchen die Menschen immer wieder instinktiv, das Feuer mit Wasser zu löschen, erzählte Gerhard Müller, Kommandant der Mockersdorfer Feuerwehr, den Besuchern bei der Schauübung. Dieses Verhalten könne jedoch lebensgefährlich sein. Das Wasser verdampfe schlagartig, wenn es auf das mehrere Hundert Grad heiße Fett trifft. "Der Wasserdampf vermischt sich mit dem Fett und breitet sich explosionsartig aus", erklärte Müller.

Der Kommandant berichtete den Zuschauern zudem, dass nicht alle Feuerlöscher für Fettbrände geeignet sind. Gewöhnliche Schaumlöscher seien keine geeigneten Löschmittel bei Fettölbränden, auch Pulver oder Kohlendioxid nicht. Nach neuesten Erkenntnissen eignen sich laut Müller Löschdecken ebenfalls nur bedingt, da sie durch die hohe Hitze verbrennen können. Es gebe allerdings Feuerlöscher, auf denen angegeben ist, ob sich diese für das Löschen von Speiseöl eignen. "Brandklasse F" muss darauf stehen.

Zur richtigen Handhabung eines Feuerlöschers zeigte Müller den Besuchern einen Lehrfilm. Bevor er zum praktischen Teil überging, erklärte er auch noch die verschiedenen Brandklassen und welche Feuerlöscher wann eingesetzt werden können.

Für einen kleinen Fettbrand gebe es allerdings einfachere Mittel als den Feuerlöscher: Laut Kommandant ist es am besten, einen Kochtopfdeckel über das Feuer zu stülpen. Dadurch werden die Flammen erstickt. Haben die Flammen aber schon auf die Umgebung übergegriffen, dann muss die Feuerwehr gerufen werden, riet Müller.

Seinen Vortrag untermalte der Kommandant mit einer Übung: In einer speziellen Vorrichtung hatte die Feuerwehr Fett zum Brennen gebracht und anschließend Wasser darauf geschüttet. Die Folge war die von Kommandant Gerhard Müller im theoretischen Teil beschriebene Explosion. Die vielen Zuschauer verfolgten das Geschehen aus sicherer Entfernung und zeigten sich von der Vorführung stark beeindruckt. Anschließend hatte jeder der Zuschauer die Möglichkeit, mit einem Feuerlöscher einen Brand zu löschen.

Der Wasserdampf vermischt sich mit dem Fett und breitet sich explosionsartig aus.Kommandant Gerhard Müller
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