28.03.2018 - 20:00 Uhr
Neustadt am Kulm

Vortrag bei Gartenfreunden Neustadt am Kulm Wenn der Wurm drin ist

Langsam, aber sicher kribbelt es in den Fingern der Gartenfreunde von Neustadt am Kulm. Da kommt der Vortag von Kreisfachberaterin Claudia Saller gerade richtig.

Mit einem Blumengeschenk dankt Obst- und Gartenbauvereinsvorsitzender Andre' Dietrich Kreisfachberaterin Claudia Saller für ihren Vortrag. Bild: (ww)
von Werner WalterProfil

Das Referat von Claudia Saller, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, über Schädlinge und Nützlinge im Garten stieß bei den Gartenfreunden auf großes Interesse. Die Referentin informierte dabei, dass Pflanzen neben Virus- Bakterien und Pilzerkrankungen auch von einer Vielzahl tierischer Schadenerreger heimgesucht werden können.

Der wichtigste Tierstamm in dieser Hinsicht ist der Gliederfüßler, zu dem unter anderem auch Spinnentiere und Insekten gehören, von denen wiederum verschiedene Pflanzensaft saugende Milben und Gemüsefliegen als Hauptschädlinge einiger Gemüsekulturen einzustufen sind. Aber ebenso wie in vielen anderen Fällen gibt es auch gegen diese unerwünschten Tierarten natürliche Bekämpfungsmethoden, die sehr erfolgversprechend sind und einen Einsatz chemischer Wirkstoffe überflüssig machen.

Unliebsame Gäste

Einer der unerwünschten Gartenbesucher ist der Drahtwurm. Dieser ist eigentlich kein Wurm, sondern die Larve des Schnellkäfers. Die Larven fressen das Wurzelwerk, weshalb die Pflanzen welken. Als Bekämpfungsmittel nannte Saller halbierte Kartoffeln oder Möhren, die mit der angeschnittenen Seite nach unten auf den Boden zu legen sind. Drahtwürmer bohren sich rein und können anschließend abgesammelt werden. Ein weiterer unliebsamer Gast ist das Lilienhähnchen. Betroffene Pflanzen sind alle Lilienarten, die Kaiserkrone und Schachbrettblumen. Sowohl Käfer als auch Larven fressen die Blätter, bei starkem Befall kann das bis zu einem Kahlfraß führen.

Die Käfer erscheinen Anfang April und benagen die Blätter. Ihre Eier legen sie auf die Blattunterseite und an den Blattansatz, ab Mai tauchen die Larven auf. Da sie dicklich und mit reichlich schleimigen Kot bedeckt sind, werden sie für Fressfeinde unattraktiv. Als Maßnahmen riet die Sprecherin, Käfer und Larven abzusammeln.

Rechtzeitig beginnen

Wer hat sie nicht im Garten? Schnecken - darunter auch Nacktschnecken, die als Eier und fertige Tiere überwintern, wobei die Eier sogar tiefste Temperaturen unbeschadet überstehen. Je trockener das Frühjahr ist, desto langsamer und schlechter entwickeln sich Jungschnecken. Trockenzeiten im Sommer überstehen die Tiere problemlos. Bei der Schneckenbekämpfung gilt es, im Frühjahr damit zu beginnen.

Die Sprecherin warnte davor, dass die meisten im Handel erhältlichen Schneckenbekämpfungsmittel auch für Igel, Regenwürmer und Käfer schädlich sind und oft mehrtägige Wartezeiten für die Ernte von Gemüsepflanzen einberechnet werden müssen. Geeignete Maßnahme zur Bekämpfung ist das Absammeln der Tiere. Sogenannte Bierfallen locken Schnecken heran, es ertrinkt jedoch nur ein geringer Teil, so dass die Schneckenzahl im Garten enorm zunimmt.

Manchmal nützlich

Sinnvoll sind Bierfallen also nur innerhalb eines Schneckenzaunes, um vorhandene Tiere zu fangen. Weinbergschnecken dagegen gelten nicht als Gartenschädlinge und sind laut Saller sogar geschützt. Ebenfalls "nackt" - und Nacktschnecken zum Verwechseln ähnlich - sind Schnegel oder Egelschnecken. Sie sind im Gegensatz zu den Wegschnecken harmlos und sogar nützlich, so die Kreisfachberaterin. Schnegel fressen Algen, Flechten, Pilze, Aas und totes Pflanzenmaterial.

An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an. Vorstand Andre' Dietrich überreichte der Referentin als Dankeschön für die interessanten Ausführungen mit einem Blumenstrauß

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