Wasserwart unterrichtete Betroffene persönlich, Öffentlichkeit nicht informiert
Coliforme Bakterien im Trinkwasser der Kulmstadt

Wasserkocher sind in einigen Haushalten in Neustadt am Kulm vermutlich öfter als sonst im Einsatz. 60 Anwesen müssen wegen Bakterien das Trinkwasser abkochen. Bürgermeister Wolfgang Haberberger ist jedoch zuversichtlich, dass er bald Entwarnung geben kann. Bild: dpa
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Neustadt am Kulm
16.10.2017
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Bislang wussten nur die betroffenen Bürger Bescheid: Seit 6. Oktober muss das Wasser in den Ortsteilen Tremau, Lämmershof, Firkenhof, Baumgartenhof, Neumühle und Mockersdorf abgekocht werden. Doch ein Ende ist laut Bürgermeister Wolfgang Haberberger bald in Sicht.

Per Einwurfzettel informierte die Stadt die 60 betroffenen Anwesen, die vom Hochbehälter auf dem Kleinen Kulm mit Trinkwasser versorgt werden. Bei Messungen wurden coliforme Bakterien festgestellt. "Der Fehler ist anscheinend gefunden", teilt Haberberger am Montagnachmittag auf Nachfrage mit. Die Vermutung: Kleintiere wie Schnecken haben ein Schlupfloch entdeckt. Von beschädigten Dichtungen an einer Tür ist die Rede.

Der Bürgermeister habe sofort angewiesen, die Stelle auszubessern. Der Behälter wurde zudem schon gereinigt. Eine erneute Messung gab es auch schon, eine zweite soll zur Sicherheit noch folgen. Haberberger hofft, dass das Trinkwasser noch in dieser Woche freigegeben werden kann. Der Bürgermeister will die betroffenen Haushalte per Einwurfzettel und über die Presse informieren, sobald das Wasser wieder sauber ist. Bis dahin müssen die Anweisungen des Gesundheitsamtes befolgt werden: Das Leitungswasser nur abgekocht fürs Zähneputzen und zum Kochen nutzen.

Auf die Frage, wieso die Stadt Neustadt am Kulm nur die betroffenen 60 Anwesen informiert hatte und nicht die gesamte Öffentlichkeit, verwies der Bürgermeister auf seine Nachfrage beim Gesundheitsamt in dieser Sache: Er habe den Behörden mitgeteilt, dass Wasserwart Richard Wagner von Haus zu Haus gehe und die 60 Anwesen benachrichtige. Er habe daraufhin "nichts mehr gehört", dass er auch die Öffentlichkeit informieren müsse. Er wollte zudem nicht die Mehrheit, die davon nicht betroffen sei, verrückt machen, begründete Haberberger seine Entscheidung. Das Gesundheitsamt war am Montag für eine Stellungsnahme nicht erreichbar.
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