05.03.2018 - 09:58 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald investiert heuer 650 000 Euro Ruhe finden auf Flosser Wegen

Viele Projekte und hohe Fördersummen: Dafür bürgt der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald. Heuer stehen 650 000 Euro für Investitionen zur Verfügung. Damit setzt der Naturpark neue Glanzpunkte, den markantesten in Floß.

Bürgermeister Günter Stich freut sich schon jetzt auf das Projekt "Der Findling - Ruhe finden auf Flosser Wegen", das mit Unterstützung des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald heuer umgesetzt wird und alle Naturschönheiten und kulturellen Highlights berücksichtigt. Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

2017 hatte der Naturpark knapp 300 000 Euro an Fördergeldern an Land gezogen. Diese wurden komplett an die jeweiligen Projektträger weitergeleitet. Dabei kam fast jede Kommune in den Genuss staatlicher Zuschüsse des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Für dieses Jahr haben Landrat Andreas Meier und sein Team ein Investitionsvolumen von rund 650 000 Euro auf den Weg gebracht, das die Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 21. März, im "Weißen Rößl" in Neustadt absegnen muss. Die mittlerweile 269 Mitglieder des Trägervereins wird es freuen, wenn allein für die Biotopflege sowie für die Umsetzung von floristischen Artenhilfsprogrammen 284 000 Euro zur Verfügung stehen.

Die Sicherung von Serpentinit-Standorten, Offenhaltung von Flachmoorwiesen oder Pflegemahden von Streuobstwiesen stehen nur beispielhaft für großräumiges Flächenmanagement. Damit verbunden sind natürlich auch der Erhalt von Naturdenkmälern sowie die Reaktivierung von Teillebensräumen, einschließlich erforderlicher Gehölzrücknahmen. Und wenn heute Basaltberge wie der Hohe Parkstein oder der Kleine Kulm und die Grantitformationen am Schlossberg in Flossenbürg oder in Störnstein für den Besucher uneingeschränkt sichtbar bleiben, dann ist dies letztendlich das Ergebnis von vielen kleinflächigen Pflegemahden zwischen den Steinblöcken.

Auszeit nehmen

Die Abteilung Landschaftspflege des Naturparkvereins schafft damit erst die Fakten, dass dorthin Exkursionen überhaupt stattfinden können. "Leider wird dies immer noch viel zu wenig gewürdigt oder den anscheinend unsichtbaren Helfern ist es einfach nur nicht bekannt", bedauert Geschäftsführer Martin Koppmann. Die hier vorgesehenen und vom Naturpark koordinierten 151 Pflegearbeiten werden ausschließlich an ortsansässige Landwirte und Naturschutzverbände im Verbund mit heimischen Betrieben vermittelt.

Auf der anderen Seite sollen rund 360 000 Euro für Erholungsmaßnahmen in die Bereiche der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden fließen. Ein für die Region wohl einmaliges Prestigeprojekt plant der Markt Floß. Hinter dem Slogan "Der Findling - Ruhe finden auf Flosser Wegen" verbirgt sich eine Konzeption, die gesamtheitlich auf einer zentralen Wegeführung alle Naturschönheiten und Kulturaspekte in diesem Raum nicht nur berücksichtigt, sondern neu bewertet und damit unverwechselbaren Charme verleiht. Start und Ziel der Reise ist der Kreislehrgarten als "Garten der Sinne".

Hat man sich hier zunächst zurechtgefunden, ist man schon einmal gut gerüstet für die weiteren Einzelstationen im Streckenverlauf, die modernes Naturfeeling unter dem Überbegriff "Ruhe finden" vermitteln. Warum nicht "Veränderungen annehmen" oder "Dynamik gut finden", dabei einen neuen Blickwinkel einnehmen und eine Idee entstehen lassen. Den Auszeitgedanken vermitteln schließlich die Punkte "Einfach mal Pause machen - Runter kommen - Ausruhen" oder "Sich verzaubern lassen weit abseits des Alltags". Die Wanderung etwas anderer Art ist mit 180 000 Euro veranschlagt und wird überregional ausstrahlen.

In ähnlicher Weise sieht auch die Nachbargemeinde Flossenbürg ihre Zukunft. Ihr übergeordnetes Thema ist der "Weg des Granits". In mehreren Bauabschnitten sollen hier Ideen, Kreationen und Maßnahmenansätze entwickelt werden, um einerseits das bestehende Naturpotenzial besser herauszustellen, andererseits neue Naturerlebnisangebote zu skizzieren. Dafür sind 41 000 Euro eingestellt.

131 Einzelmaßnahmen

Für Lückenschlüsse im Bereich des Wanderwegenetzes Moosbach stehen 7200 Euro bereit. Generalsanierungen im Raum Eschenbach sowie Vohenstrauß werden voraussichtlich 6000 Euro verschlingen. Daneben plant der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege den Bau einer Infohütte. Technische Ergänzungen sind außerdem in der Infostelle Hexenhäusl bei Eschenbach angesagt. Dank der Naturparkförderung wird der Markt Tännesberg auch dieses Jahr wieder den beliebten Biodiversitätskalender auflegen. Insgesamt verteilt sich die Investitionssumme auf 131 Einzelvorhaben.

"Sobald der erste vorzeitige Baubeginn von der Regierung der Oberpfalz auf dem Tisch liegt, fangen wir mit der zeitnahen Umsetzung dieses Maßnahmenpaketes an", gibt sich Landrat Andres Meier als Vorsitzender des Naturparks optimistisch. Er kann auf Diplombiologin Mathilde Müllner und Geschäftsführer Martin Koppmann bauen. Beide haben die fachlichen Abstimmungen mit den Naturschutzbehörden erledigt.

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