09.02.2016 - 02:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Publizistischer Hoffnungsträger: "Gramauer Faschingspostillon" begleitet die tollen Tage journalistisch

Ganz tot ist die schriftliche Faschingssatire in der Kreisstadt noch nicht. Nachdem der "Schwarze Kater" bereits zum dritten Mal in Folge mangels Beiträgen aus der Bevölkerung nicht erscheinen konnte und sich die närrische Redaktion aufgelöst hat (wir berichteten), wächst in der Gramau ein publizistisches Pflänzchen heran: der "Gramauer Faschingspostillion".

In 2. Auflage gibt eine Ein-Mann-Redaktion den "Gramauer Faschingspostillion" heraus. Repro: prh
von Hans PremProfil

Bereits in zweiter Auflage nimmt darin "Bruder William" regionale Vorkommnisse auf die Schippe und macht sich seine Gedanken über "Stammtischgeschmader", Stadtpolitik und so manches Missgeschick im Bekanntenkreis. Großen Raum nehmen die Ereignisse am Stammtisch in der Freizeitanlage ein. So wird zum Beispiel der Stadt mangelndes Beschwerdemanagement in Bezug auf die gescheiterte Pachtverlängerung mit dem Pächter der Kneipe vorgeworfen.

Teilnehmer an der Winterwanderung der Alten Herren der DJK erhalten Rat, sich von den Frauen abholen zu lassen, um gewisse Blessuren auf dem Heimweg zu vermeiden. "Die Stadt hat mit der Zukunftswerkstatt ausgegraben, was wir uns wünschen und eh schon haben", ist ein kleiner Giftpfeil beschrieben. Erstmals enthält der "Gramauer Faschingspostillion" auch das "Sternstoiner Gmoikasbladl". So bekommen auch die Bürger der Nachbargemeinde ihr Fett weg. Jagd- und Lachgeschichten aus den ewigen Jagdgründen um gewisse Teichanlagen amüsieren ebenso, wie die Tempo-30-Zone am Reiserberg.

Der Autor, der am 12. März auch als Fastenprediger im Neustädter Schützenheim auftritt, wartet nicht, bis ihm Beiträge zugespielt werden, er schreibt das Meiste selbst. Vielleicht ist das auch der richtige Weg, in Zukunft wieder ein schlagkräftiges, satirisches Faschingsblatt auf die Beine zu stellen.

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