Reinhilde Staffe legt Versprechen ab
Franziskanisch leben

Vorsteherin Ingrid Riebl und geistlicher Assistent Guardian Stanislaus hießen Reinhilde Staffe (von rechts) als neues aktives Mitglied der Franziskanischen Gemeinschaft willkommen. Bild: ms

Dass man einem Orden nicht nur in der Klostergemeinschaft angehören und anstelle von Schleier und Ordenskleid auch in Jeans und Pulli dabei sein kann, ist sicher für viele Menschen neu und ungewöhnlich. Die Neustädterin Reinhilde Staffe entschied sich, der Franziskanischen Gemeinschaft oder dem Ordo Franciscanus Saecularis, wie die offizielle Bezeichnung lautet, beizutreten.

Für die fünffache Mutter war es keine spontane Entscheidung. Sie fühlt sich schon seit vielen Jahren dem heiligen Franziskus und der franziskanischen Schlichtheit verbunden und gehört dem Franziskuskreis St. Felix an.

Im Gottesdienst am Festtag der Unbefleckten Empfängnis, den Guardian Pater Stanislaus zelebrierte, legte Staffe in die Hände der Vorsteherin Ingrid Riebl aus Windischeschenbach das Versprechen ab, im Sinne des heiligen Franziskus ein Leben nach dem Evangelium zu führen. Der Guardian mahnte in der Predigt die Gläubigen, Gott am Leben teilhaben zu lassen. "Aus der Freude des Evangeliums werden wir glücklich und machen auch andere Menschen in unserer Umgebung glücklich."Der Franziskanischen Gemeinschaft gehören jetzt acht Frauen an. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat im Kloster St. Felix mit ihrem geistlichen Assistenten Pater Stanislaus Sliwinski, um sich nach der gemeinsam gebeteten Vesper über Franziskus' Leben und Spiritualität auszutauschen. Zehn weitere Frauen und Männer vom Franziskuskreis St. Felix nehmen herzlich angenommen an diesen Treffen teil. Jeder, der sich mit dem Heiligen aus Assisi verbunden fühlt, ist willkommen. (Hintergrund)

HintergrundIn der Franziskanischen Gemeinschaft sind die meisten Menschen organisiert, die sich der franziskanischen Idee und Tradition verbunden fühlen. Sie wirken dort, wo sie leben und arbeiten: in Ehe und Familie, am Arbeitsplatz, in der Freizeit oder im Ehrenamt. Die Laienorganisation nennt sich jetzt wie in anderen Ländern "Ordo Franciscanus Saecularis" (OFS). Es ist der dritte, der weltliche Orden.

Die Struktur ähnelt einem katholischen Laienverband: Man organisiert sich in lokalen Gruppen und sechs größeren Regionen. In Bayern gibt es 6 Bezirke mit 40 lokalen Gemeinschaften und 1600 Mitgliedern. Neustadt gehört zum Bezirk Altötting. Alle Ebenen wählen Vorstände und haben einen geistlichen Assistenten. Wer sich zum offiziellen Eintritt in den OFS entscheidet, legt ein Versprechen ab wie auch in den klösterlichen Gemeinschaften. Prägend sind die Beschäftigung mit franziskanischen Texten und der Austausch über den Versuch, den Alltag franziskanisch zu gestalten. Eine große Rolle spielt ein bewusst einfaches Leben, ohne großen Luxus, bei dem auf Nachhaltigkeit und ökologisch verantwortbares Verhalten Wert gelegt wird. (ms)
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