20.08.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Wandern im Kühlschrank

Rund 40 Kinder und Eltern beteiligten sich an der Familienfahrt des Kinderferienclubs nach Furth im Wald. Erstes Ziel war die Further Erlebniswelt Flederwisch. Dort ging es auf eine Zeitreise. In verschieden Werkstätten wurde Papier geschöpft, geschmiedet, in der Transmissionswerkstatt wurde ein 120 Jahre alter Glühkopfmotor zum Laufen gebracht, der bis zu 15 Maschinen antreiben konnte. Durch eine Buchsetzerei und Buchdruckerei gelangte man zur größten Dampfmaschine Bayerns. Im Anschluss durften alle noch eigene Kunstwerke aus Papier, Speckstein, Ton und Holz basteln oder sich auf dem Gelände austoben und in Geschicklichkeitsübungen versuchen.

Mit Rolf auf Zeitreise in der Erlebniswelt Flederisch. Bild: stn
von Gerhard SteinerProfil

Anschließend ging es in die Further Felsengänge zum "Wandern im Kühlschrank" bei einer Temperatur von 8 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Das etwa 500 Jahre alte Tunnelsystem erstreckte sich auf drei Etagen 15 Meter unter dem Stadtplatz. Das Gewölbe dienten als Lager für Bier, Wein und andere Vorräte und im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker. Im Mittelalter waren die Keller im Winter auch Wohnungen für Ritter, da es in den Burgen oft zu kalt war. Auf dem Rundgang begegneten den Neustädtern Fledermäuse, viele Fundsachen aus den vergangenen Jahrhunderten und natürlich das Felsenkellergespenst Karlheinz. Dieses weckten die Kinder mit lautem Rufen aus dem Tiefschlaf und erschraken nicht schlecht, als es sich dann tatsächlich bewegte.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter zum dritten Programmpunkt des Tages, nämlich in den Wildgarten. Chef Ulrich Stöcker nahm sich Zeit, mit der Gruppe durch die Wildnis zu streifen. Dabei begegneten sie der Biene Maya, dem giftigen Bärenklau, Kröten, Schlangen, einer Bisamratte, einem Wolf, einem Flusskrebs, der einem Papa Ohrringe zwickte und einer 10 Jahre alten riesigen Miesmuschel. Die Kinder durften alle Tiere streicheln, halten und sogar küssen.

Hannah Liebl als mutigstes Mädchen bekam eine echte Schlangenmama um den Hals gelegt und durfte dann ihr einen Tag altes Schlangenbaby in die Freiheit entlassen. Carolin Washausen, Ben und Paul Kippes küssten eine Kröte. Brennesel wurden von den Kindern roh verspeist und ihnen so jede Scheu vor den Pflanzen und Tieren genommen. In einem Unterwasseraquarium sahen sie die Fische im Teich über ihren Köpfen schwimmen.

Nach der Führung streiften die Familien noch auf eigene Faust durch das weitläufige Gelände und kamen dabei über Hängebrücken, Moorwegen und Irrgärten an Luftschlössern, Weidenhütten und Drachenskeletten vorbei.

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