01.12.2012 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Burgfestspiele Leuchtenberg 2013: Landestheater Oberpfalz erinnert an den engagierten Gründer ... Josef Pauschs Theaterkonzept trägt noch heute

von Rudolf BarroisProfil

Josef Pausch starb vor zehn Jahren. Plötzlich und nach kurzer, schwerer Krankheit. Als junger Lehrer hatte er die theaterbegeisterte Jugend auf die Bühne geholt, mit einem neuen, kühnen Konzept theaterpädagogische Pionierarbeit geleistet. Die, die sein Erbe heute verwalten, erinnern im Jahr 2013 an ihr großes Vorbild, denn sein Konzept trägt noch heute. Programme von jungen Leuten für die Jugend sind auch im kommenden Jahr ein Schwerpunkt des ehrgeizigen Spielplans, den Intendant Matthias Winter am Freitag in der Sparkasse Neustadt vorstellte.

Noch bevor die Stadtbühne Vohenstrauß gegründet war, die später in den Burgfestspielen Leuchtenberg aufblühte, hatte Pausch einen szenischen Versuch mit dem Kriminalstück "Arsen und Spitzenhäubchen" unternommen und die Öffentlichkeit erstmals auf sich und sein Ensemble aufmerksam gemacht. Das Stück steht darum auch 2013 auf dem Spielplan. Marlene Müller-Wagner, die für das Landestheater (LTO) auch die Öffentlichkeitsarbeit macht, führt Regie. Premiere ist am 25. Mai.

"Faust" kehrt zurück

Bereits einen Tag danach präsentiert Doris Hofmann, die heuer den Mephisto im "Faust" spielte, das Märchen "Schneewittchen" . Ganz junge Leute spielen für Kinder die zauberhafte Geschichte von dem schönen Mädchen, das von der Stiefmutter vergiftet wird. Jugendliche sind auch die Akteure in dem Stück "Herr der Fliegen" , das János Kapitány, der neue Dramaturg des LTO, inszeniert: Ein Gruppe von Jungs, die es nach einem Flugzeugabsturz auf eine einsame Insel verschlagen hat, gerät in einen Konflikt. Das Böse greift Platz, sie können ihm nicht entkommen. Premiere ist am 21 Juni.

Zum Erfolgsrezept gehörte schon immer das klassische Volksstück. Diesmal ist das "Die drei Eisbären" von Maximilian Vitus: Drei eingefleischten Junggesellen legt jemand ein Kind vor die Türe. Von nun an ist nichts mehr wie vorher, denn bald taucht auch ein hübsches junges Mädchen auf. Matthias Winter führt Regie, Premiere ist am 7. Juni.
Im weitesten Sinne ein Volksstück, allerdings mit ungewohnter Dynamik, ist "Holzers Peepshow" , eine Komödie von Markus Köbeli, inszeniert von Christian Hofmann: Eine Bauernfamilie will Touristen abzocken und verfällt auf die Idee, Familienidylle wie in einer Peepshow gegen Geld zu vermarkten. Dass es bei der eigenartigen Fensterguckerei nicht bleibt, dafür sorgt die geschäftstüchtige Tochter. Eine Bauernsatire, in der nicht alles zum Lachen ist. Premiere ist am 20. Juni im Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß.

Im alten Renaissance-Schloss erlebte heuer Goethes "Faust" eine denkwürdige, moderne Inszenierung. Das Stück wurde der absolute Renner der Saison, so dass das LTO sich zu einer Wiederaufnahme entschloss: Vom 17. bis 26. Juli 2013 kann man den schicksalhaften Pakt eines Universalgelehrten mit dem Teufel noch einmal erleben.

Musical ab März

Zurück in seine Heimat holt das LTO am 1. Januar (19.30 Uhr) Matthias Matuschik mit einer "Comedy Kultour" in der Max-Reger-Halle. Mit dabei ist die Newcomerband "Charmebereich". Besonders freut sich Matthias Winter auf das Jugendtheater-Festival vom 16. bis 18. Januar im Weidener Jugendzentrum: Die Akademie für Darstellende Kunst aus Regensburg spielt dabei am 16. Januar Wajdi Mouawads Drama "Verbrennungen". Wolfgang Krebs und das "Tukan-Theater" spielen die Dario-Fo-Komödie "Johann vom Po entdeckt Amerika". Das Ensemble "Lampenfieber Abensberg" stellt sich mit "Paradise Devils" von Sven J. Olsson vor.
Vom 15. bis 24. Februar präsentiert Marlene Wagner-Müller, ebenfalls im Jugendzentrum Weiden, als Uraufführung die Bühnenfassung von Thomas Klupps Roman "Paradiso" , adaptiert von Daniel Grünauer, dem ehemaligen LTO-Dramaturgen.

Gastspiele in Weiden

Mit der romantischen Komödie "Cyrano de Bergerac" gastiert am 30. Januar das Theater Hof in der Max-Reger-Halle: Ein Poet leiht seinem Nebenbuhler sein poetisches Talent - eine Geschichte ohne Happy End und vielleicht gerade deshalb so schön. Am 20. Februar sind die Hofer wieder zu Gast, diesmal mit dem Ballett "Endstation Sehnsucht" nach dem gleichnamigen Roman von Tennessee Williams.

In der Stadthalle Vohenstrauß tobt sich vom 8. März bis 6. April die berühmte "Rocky Horror Show" mit Dr. Frank N. Furter und Konsorten aus - ein unartiges und schrilles Musical, Vorlage für den berühmten Kinofilm von 1975.

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Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag, 3. Dezember. Karten beim NT/AZ-Ticketservice (Telefon 0961/85-550 und 09621/306-230) und im Ticketbüro in Leuchtenberg (Telefon 09659/93000).

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http://www.nt-ticket.de

http://www.landestheater-oberpfalz.de

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