03.09.2017 - 20:02 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kammerchor "Ambitus" in St. Georg Tiefgründiger Gesang

"Ambitus" nennt sich der Kammerchor aus Echternach (Luxemburg) und weist damit darauf hin, dass es in der Musik immer Grenzen gibt, innerhalb derer man die Töne gestalten soll.

Gut mit Besuchern gefüllt war die Stadtpfarrkirche St. Georg in Neustadt/WN. Bild: Lukas Meister
von Reinhold TietzProfil

Das sind in der traditionellen Tonsprache die Dur- und Moll-Tonarten, in der Zwölfton-Musik des 20. Jahrhunderts die 12 Töne einer Tonleiter, die alle gleichberechtigt nebeneinander stehen. Immerhin werden Chorwerke von elf Komponisten, acht a cappella, und drei mit Orgelbegleitung vorgetragen. Sie werden in einer Tonalität dargeboten, die von den Tonschöpfern des 19. und 20. Jahrhunderts als angemessen für geistliche Musik angesehen wird.

Gut mit Besuchern gefüllt ist die Stadtpfarrkirche St. Georg in Neustadt/WN, als der "Ambitus Kammerchor" unter gekonnter Leitung von Roby Schiltz feierlich den A-cappella-Chorsatz "Da pacem" von Arvo Pärt (geboren 1935) intoniert. Der Dirigent leitet vor dem Altarraum stehend, die Sängerinnen und Sänger haben sich an den Seitenwänden der Kirche positioniert. So wie sie den "Frieden" besingen, glaubt man ihnen ihr Anliegen.

Exzellent abgestimmt

Vor dem nächsten Musikstück, dem Chorsatz "Nu looss et an dir stell ginn" von Jos Kinzé (1918 bis 2003) kommen alle nach vorn. Hymnisch und volltönend erklingt das weihevolle vierstimmige Lied. Exzellent sind alle Musiker aufeinander abgestimmt. Ein ähnlicher Charakter prägt "Maria, Mater Jesu", einen feierlichen Chorsatz von Jean-Pierre Beicht (1869 - 1925). Fein aufeinander abgestimmt wird die Muttergottes gesanglich gewürdigt. Ganz anders, nämlich schnell und kräftig, erklingt das "Gloria" aus der "Missa brevis" von Knut Nystedt (1915 - 2014).

Wiederum ehrerbietig ertönt die Musik von Charles V. Stanford (1852 - 1924): "I heard a voice from heaven" ist freudig bewegt von der "Stimme aus dem Himmel". Entsprechend entzückt über das wundersame Ereignis ist der Gesang konzipiert. Von Edward C. Bairstow (1874 - 1946) folgt das Chorstück "Jesu, the very thought of thee" in ähnlich würdevoller Darbietung. Von Maurice Duruflé (1902 - 1986) folgen "Quatre Motets sur des thèmes grégoriens", also vier würdevolle Gesänge über wichtige Themen des Christentums, die hymnisch gestaltet werden.

Ebenfalls hymnisch erklingt das "Salve Regina" von Francis Poulenc (1899 - 1963), wie alle anderen Musikstücke vom Chor in mitreißender Tonfülle und vom Dirigenten sensibel und genau dargeboten. Dann schreitet der Chor durch den Kirchenraum nach hinten und steigt zur Orgelempore hinauf. In den nächsten drei Stücken wird der Gesang von der Orgel, die Michel Krier gekonnt einsetzt, begleitet.

Meditatives Konzert

Als erstes Stück erklingt "Domine, salvum fac" von Albert Leblanc (1903 - 1987) in weihevollen Tonsequenzen, dann folgt "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Fauré in feierlicher Stimmung und schließlich wiederum von Charles V. Stanford die Hymne "Te Deum laudamus". Der Chor lobt Gott in begeisternden Tönen. Damit geht ein sehr meditatives Konzert noch nicht zu Ende. Eine A-cappella- Melodie erklingt als betörende Zugabe und beendet damit eine sehr tiefgründige würdevolle Veranstaltung.

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