05.07.2017 - 17:02 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kulturpreise des Bezirks vergeben "Sprachrohre der regionalen Kunst"

Bezirksheimatpfleger Tobias Appl und seine Jury hatten es nicht leicht bei der Auswahl für die Kulturpreise: Allein für den Bereich Blasmusik/Blaskapellen gab es 22 Vorschläge. Aber auch für die anderen Sparten war die Vergabe nicht einfach.

Max Bresele (1944-1998) war ein wichtiger Vertreter der Kunstszene in der Oberpfalz. Der Kunstverein Weiden mit Vorsitzenden Wolfgang Herzer kümmert sich seit vielen Jahren um den Nachlass des Künstlers. Am Freitag, 14. Juli (20 Uhr), wird in den Galerieräumen das "Museum Max Bresele" mit kleinen Arbeiten aus dem Nachlass eröffnet. Für sein Engagement wurde der Kunstverein auch mit den Kulturpreis der Bezirks ausgezeichnet. Bild: Schönberger
von Thomas HossfeldProfil

Wöllerhof. Aber bei der Kulturausschusssitzung des Bezirks in Wöllershof (Kreis Neustadt/WN) am Dienstag herrschte Harmonie und die Jury-Vorschläge wurden einstimmig verabschiedet. Trotzdem war es nicht einfach: So gab es im Bereich Blasmusik/Blaskapellen Bewerber, die es bis in die Endausscheidung schafften und sich fast ausschließlich "äußerst qualitätsvoll präsentierten", sagt Appl. Die geforderten Kriterien wie hohe musikalische Qualität, möglichst hohen Jugendanteil und enges Eingebundensein in das kommunale Kulturleben erfüllt aber am besten die Blaskapelle Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach). Deshalb gab die Jury ihr den Kulturpreis.

"Treibende Kraft"

Unter den verbliebenen acht Vorschlägen für den Bereich Galerien zeigt sich der Kunstverein Weiden als herausragend. Dieses "Sprachrohr der zeitgenössischen Kunst auch über Weiden hinaus" sieht sich neben seinem grenzüberschreitenden Engagement mit dem Nachbarland Tschechien (Kulturkooperative Oberpfalz) vor allem der Nachwuchsförderung verpflichtet und sorgt seit seiner Gründung Mitte der 90er Jahre dafür, dass Weiden und die nördliche Oberpfalz in der Kunstszene als "interessante und lebendige Region" wahrgenommen werden. Besonders hebt Appl die "treibende Kraft" dieses Vereins, Wolfgang Herzer, hervor.

Gegen die restlichen zwölf Vorschläge im Bereich Theaterverein/Theatergruppen setzt sich die Theatergruppe St. Anton (Regensburg) durch. Es sei ganz erstaunlich, was auf ehrenamtlicher Basis im Theaterbereich in der Oberpfalz alles unterwegs sei, sagt der Bezirksheimatpfleger. Das ist ein Erkenntnisgewinn aus der Arbeit der Jury. Überzeugen kann die Theatergruppe vor allem dadurch, dass sie behinderte und nichtbehinderte Akteure gleichberechtigt auftreten lässt, und dass sie für ihre Stücke, die sie seit 35 Jahren zur Aufführung bringt, keinen Eintritt verlangt. Das kommt vor allem der Struktur des "sozial problematischen Stadtteils im Regensburger Osten" entgegen. In den Pausen werdenSpenden gesammelt, die dann an soziale Einrichtungen weitergegeben werden. "Die Theatergruppe erfüllt die Ausschreibungskriterien in hervorragender Weise", urteilt Appl.

Engagierte Menschen

Den Denkmalpreis (5000 Euro) erhält Michaela Gottmeier aus Schönsee (Kreis Schwandorf) für das Objekt "Böhmerwaldhaus in Stadlern". Löffler betont, dass dieser Preis "uns sehr am Herzen liegt, weil sich so viele engagierte Menschen damit beschäftigten, erhaltenswerte Bausubstanz nicht verkommen zu lassen." Er hebt dabei hervor, dass insbesondere die Idee, das Gebäude nun als Ferienhaus zu vermieten, eine besondere Würdigung verdiene, weil solchermaßen eine Öffentlichmachung dieses denkmalpflegerischen Engagements gegeben sei. Er erinnert daran, dass der Bezirk 2015 einen Zuschuss von 15 000 Euro für das Projekt gewährte: "So kommt am Ende alles wieder zusammen".

Drei Sieger haben den Jugend-Kulturförderpreis (jeweils 1000 Euro) gewonnen. Im Bereich Soziokultur das Projekt Teeniegruppe im Generationennetzwerk Berngau (Kreis Neumarkt), im Bereich ästhetisch-künstlerisches Handeln das Vokalensemble "Vox aeterna" (Amberg) und im Bereich ästhetisch-künstlerisches Handeln und Soziokultur das Projekt Spitalkirche Neunburg, bei dem Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule in Neunburg vorm Wald ein "vergessenes architektonisches Kleinod" wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückten.

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