20.03.2018 - 14:52 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Passionssingen in der Stadtpfarrkirche Musik verwandelt Leid in Hoffnung

Beim besinnlichen Passionssingen des OWV unter dem Motto "O Sünder hör doch einmal auf" in der Stadtpfarrkirche brauchten die etwa 100 Besucher ihr Kommen nicht zu bereuen. Die beeindruckende Meditation mit Text und Musik über die Fastenzeit und die Begegnung mit Jesus und seinen Leiden wird lange in angenehmer Erinnerung bleiben.

Der "Oberpfälzer Saitenklang" stimmt einfühlsam auf die Karwoche ein. Bild: fsb
von Redaktion OnetzProfil

OWV-Chef Rudi Bäumler trug nach einer dezenten Einleitungsweise an der Orgel mit sanften Trompetenklängen wirkungsvoll und gekonnt die von dem Niederbayern Franz Gruber gedichtete "Bayerische Passion" in Versform und Mundart vor. Darin wird das Geschehen der Karwoche vom Einzug in Jerusalem über die Fußwaschung, das letzte Abendmahl, die Gefangennahme Jesu bis hin zur Kreuzigung und Auferstehung auf volkstümliche Weise geschildert. Es geht um "die traurigste Gschicht va dera Welt".

Jesus wird unter dem Jubel des "Tempelgschwerls", an dem der "Daifl seine Fraid" hat, wie der "ärmste Hund" abgeführt. "Karfreitag Not, Karfreitag Schmerz is fast net zum Dadrogn, hörad ma net d'Osterglockn schlogn. Da Herrgott haoud uns mit säim Doad a naie Hoffnung gebm, und wer des glaubt, erhält as ewige Lebn."

Mit getragenen, tiefsinnigen Musikstücken und zweistimmigem Männergesang gestaltete die Gruppe "Oberpfälzer Saitenklang" die einzelnen Abschnitte, unterstrich damit deren Inhalt und ließ die Passionszeitstimmung wach werden.

Das aus dem musikalischen Leiter Ludwig Putzer an der Kirchenorgel und am Keyboard, den Veeh-Harfenspielern Gisela Grimm, Irmgard Puff, Angela Putzer und Josef Sterr, dem Trompeter Johannes Gruber und dem Gitarristen Norbert Puff bestehende Ensemble stammt aus Vohenstrauß, Miesbrunn, Nabburg und Weiden. Die passenden Stücke, von denen das instrumentale "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen?" zu den bekannteren gehört, und deren Arrangements stellten sie selbst zusammen. Sie tragen ihren Namen "Saitenklang" zu Recht, denn die einzelnen Klangkörper verbanden sich zu einem harmonischen Ganzen.

Am Altar hatte der Waldverein eine von Mitgliedern gefertigte Dornenkrone aufgestellt, die Vorsitzender Bäumler zur Erinnerung an die eindrucksvolle Stunde und zum 800-jährigen Stadtjubiläum der Pfarrgemeinde übergab. Sie soll als Symbol für das Wunder von Ostern, dass Leid sich in Freude verwandeln wird, in den Passionszeiten ihren Platz im Gotteshaus finden.

Stadtpfarrer Josef Häring bedankte sich für das Geschenk und bezeichnete die Veranstaltung angesichts des Stillwerdens und Nachdenkens jedes Einzelnen als wunderbaren Einstieg auf die Liturgie der Karwoche. Nach dem priesterlichen Segen und dem gemeinsam gesungenen Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" gingen alle mit dem Gefühl eines besonderen Erlebnisses auseinander.

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