13.05.2018 - 17:12 Uhr
Oberpfalz

Wirtshausnacht mit Tanngrindler Musikanten, Couplet AG und Traudi Siferlinger in Stadthale ... Musikalische Schmankerl mit Herz und Hirn

Eine Wirtshausnacht der Superklasse erleben über 500 Gäste in der voll besetzten Stadthalle. "Ja gibt's denn so wos a, des konn net sei", singen und spielen die Tanngrindler Musikanten, die Couplet AG und Traudi Siferlinger.

Zwiefache und ein schier unerschöpfliches Repertoire an Volksmusik präsentieren die Tanngrindler Musikanten.
von Walter BeyerleinProfil

Mit ihrem ersten gemeinsamen Stück hatten die Interpreten sich bereits in die Herzen der Gäste gespielt. Die Zuhörer klatschten mit. Die Begeisterung der Besucher, die überwiegend schon eineinhalb Stunden vor Beginn der Wirtshausnacht ihre Plätze eingenommen hatten, stieg spontan an.

Dann begrüßte Siferlinger mit Chiemgauer Dialekt den Saal. Die "Tanngrindler Musikanten" stellte sie als "gscheite Oberpfälzer" vor, weil sie alles auswendig spielen könnten und das sogar drei Tage lang, ohne sich zu wiederholen. Das Lob kam sofort zurück in Form von stürmischem Applaus. Mit erhobener Hand, ohne das vorher zu wissen, signalisierten die Gäste ihre Bereitschaft, mit Traudi Siferlinger einen Jodler zu singen. Das klappte sogar recht gut. Überhaupt kam die Moderatorin aus dem "Wirtshaus beim Hirzinger" mit ihrem sympathischen Auftreten beim Publikum ausgezeichnet an. Nach der Einleitung legten die "Tanngrindler" gleich noch einen drauf, der angesichts der Gastgeber schlicht "Raiffeisenmarsch" getauft wurde.

Die Couplet AG mit Jürgen Kirner, Bianca Bachmann, Bernhard Gruber und Berni Filser lud zu ihrem Auftakt zu Wirtshauscouplets ein und servierte mit ihrer Leibspeise "Herz mit Kartoffeln" gleich ein echtes Schmankerl auf der Bühne. Der kabarettistische Weg führte weiter in die öffentliche Badeanstalt, die die Menschen vor vielen Jahrzehnten mangels heimischer Badewanne aufsuchten. "Einmal wöchentliches Reinigen" bedeutete dieser Besuch, der als gesellschaftliches Ereignis betrachtet wurde, meinte Bianca Bachmann. Zumal dort auch mal der Nachbar nackt zu sehen war.

Bachmann präsentierte sich echt komisch als "Elvira Kuppel GmbH" für Seniorinnen. Dazu holte sie große Bilder von Gerhard Schröder, Edmund Stoiber, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer hervor. Dann zeigten Jürgen Kirner und Bianca Bachmann, mit wunderbarer Mimik und Gestik die Umwandlung von gewissen "Körpersäften" in ungeahnte Wirkstoffe. Dazu ging Bachmann mit der ominösen Flasche ins Publikum, um die Wirkung den Männern anzupreisen. Weil die Couplet AG die Satire so liebt, fehlt auch ein Hauch Sadomasochismus im Programm nicht.

Zwischen den Stücken der Couplet AG hatten die "Tanngrindler Musikanten" unter Leitung von Frieder Roßkopf ihre Auftritte. Zwiefache waren angesagt, die die Kapelle aus Hemau in Perfektion beherrscht. Auf der Bühne wagte Marion Schieder dazu ein Tänzchen mit Roßkopf. Siferlinger hielt ihr Versprechen für den Schnaps hinterher. Ihre Aufforderung an die Gäste, sich am kleinen Volkstanz vor der Bühne zu beteiligen, kamen viele Paare nach.

Immer wieder band die Moderatorin die Zuhörer in ihr Programm mit ein, gab den Tischreihen in der Stadthalle unterschiedliche Texte vor, um daraus in Windeseile einen recht gut funktionierenden und gut anzuhörenden Chor zu bilden. Zusammen mit Eckhard Herda, Bernhard Gruber an der Diatonischen und Berni Filser mit der Gitarre lud Siferlinger zum Original "Hoagascht" aus dem Chiemgau ein.

Gegen 22.30 Uhr verkündete sie das Ende der Wirtshausnacht. Doch ohne mehrere Zugaben durften die Mitwirkenden dieses begeisternden Abends die Bühne nicht verlassen.

Ein Geschenk an die Stadt zu deren 800. Geburtstag solle diese Veranstaltung sein, sagte der Leiter der Volksbank-Raiffeisenbank Neustadt, Bertram Erhardt. Zugleich feiere das Neustädter Geldinstitut sein 80-jähriges Bestehen. Daraus sei vor einem Jahr die Idee zur Wirtshausnacht entstanden. Der Erlös fließe in die Bürgerstiftung, versprach der Organisator. Unterstützt würden damit Projekte nach der Stiftungssatzung, aber auch beispielsweise teure Operationen bei Kindern, deren Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen werden.

Vorstand Thomas Ludwig begrüßte die Gäste, darunter stellvertretenden Landrat Albert Nickl und die komplette Führung der Stadt Neustadt/WN. Die Bürgerstiftung übernehme die selbstgestellte Aufgabe der Bank, die Menschen statt des Kapitals in den Mittelpunkt zu stellen, sagte Ludwig. "Deshalb werden ihr auch die Eintrittsgelder zugeführt."

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