06.09.2014 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

250 Stellen in der Region unbesetzt - Versicherung und Bank bei jungen Leuten begehrt Handwerk muss mehr werben

Bank- und Versicherungskaufmann stehen bei Berufsanfängern ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Alle drei neuen Auszubildenden der Raiffeisenbank Weiden stammen aus dem Landkreis. Im Handwerk dagegen bleiben 250 Stellen unbesetzt.

Mit einer Wortwolke wurden die drei neuen Auszubildenden begrüßt: Von links: Vorstand Bernhard Wolf, Ausbildungsleiterin Alexandra Dippl, Stefanie Beer, Celine Kunte, Josef Gmehling , Vorstandssprecher Hermann Ott.
von Autor CAFProfil

Schwierig gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Lehrling für Handwerksbetriebe. Die Kreishandwerkerschaft Nordoberpfalz verzeichnet 502 eingetragene Handwerks-Azubis - davon 178 im Kreis Neustadt. Besonders beliebt ist die Ausbildungen zum Mechatroniker und Elektroniker.

"Dennoch sind im Weidener Land 250 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt geblieben", sagte Kreishandwerksmeister Karl Arnold. "Besonders Bäcker und Metzger tun sich schon seit längerem schwer." Als Ursache nennt er auch den frühen Arbeitsbeginn als Bäcker oder den Ekel vor Blut bei Metzgern.

Viele hätten veraltete Ansichten von beiden Berufen. Das Vorurteil, dass Bäcker um 2 Uhr nachts in der Backstube stehen müssen, sei ebenso falsch wie das, dass Metzger Tiere selbst töten müssten. "Andererseits spielt auch der demografische Wandel eine Rolle." In der nördlichen Oberpfalz gebe es immer weniger junge Leute.

Ruf aufpolieren

Das Hauptproblem ist aber der schlechte Ruf der Handwerksberufe. An diesem Punkt will die Kreishandwerkerschaft angreifen. Mit gezielter Werbung und öffentlichen Veranstaltungen soll das Interesse an diesen Jobs wieder geweckt werden. "Der Trend soll weg von der Akademisierung gehen. Vielen sind die Möglichkeiten, die das Handwerk bietet, nicht bekannt."

Das Spektrum reiche von zahlreichen Weiterbildungen bis hin zur Hochschulreife. "Es liegt auch an den Betrieben, dass einige Stellen unbesetzt bleiben", bemängelt der Kreishandwerksmeister. Viele Jugendliche suchen nach ihrer künftigen Arbeitsstelle im Internet, wollen dabei Bilder der Werkstätten und Büros sehen. "Das Handwerk muss sich den neuen Medien stellen", fordert Arnold. "Auf diese Art und Weise können den Anfängern auch bisher unbeachtete Berufe schmackhaft gemacht werden." Er selbst stellte in seiner Möbelmanufaktur in Luhe drei Auszubildende ein.

Neu in der Bank

Stefanie Beer (Speinshart), Josef Gmehling (Pressath) und Celine Kunte (Schirmitz) arbeiten künftig in einer der 18 Geschäftsstellen der Region. Mit ihnen sind elf Azubis und Verbundstudenten beim Institut beschäftigt.

Bereits den ersten Monat seiner Lehrzeit hat der Püchersreuther Andreas Urban hinter sich. Er ist der erste Auszubildende in der Allianz-Hauptvertretung von Heiko Hering in Schirmitz. Dass als erster Kaufmann für Versicherung und Finanzen in diesem Büro lernt, wusste er vorher noch nicht. "Ich komme super zurecht und fühle mich wohl", beschreibt der 22-Jährige seine Stelle. Besonders positiv finde er den direkten Kontakt zum Chef, der immer für ihn ansprechbar sei. Hering sieht die Anstellung als eine Investition in die Zukunft.

Ebenfalls als einziger Auszubildender begann Nico Siegler aus Schwarzenbach seinen Vorbereitungsdienst als Anwärter zum Verwaltungssekretär für die Laufbahn der zweiten Qualifikationsebene in der Fachrichtung Verwaltung und Finanzen im Rathaus Pressath.

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