17.05.2004 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Bischof emeritus Manfred Müller begeistert mit Predigt in Sankt Felix - Gläubige klatschen ... "Gewalt kann keinen Frieden sichern"

von Gerhard SteinerProfil

Guardian Stanislaus freute sich rieisig über diese Zusage. Beim Festgottesdienst zum Felixfest stand am Sonntag Bischof emeritus Manfred Müller in der überfüllten Klosterkirche am Altar.

Er war in Begleitung von Diakon Norbert Spaget nach Neustadt gekommen. Zusammen mit Stadtpfarrer Josef Häring, Pater Bernhard und dem Guardian zelebrierte er die Feier.

Stanislaus verwies darauf, dass jeder Christ vom heiligen Franziskus lernen könne. Der Patron habe ein Leben voller Freude und Begeisterung geführt, aber auch gleichzeitig Demut vor Gott und den Mitmenschen gezeigt.

Zum Mittelpunkt der begeisternden Predigt machte Manfred Müller die Worte "Deo gratias" ("Dank sei Gott"), den Lieblingsausspruch des heiligen Felix. In diesem Zusammenhang dankte er auch Prälat Josef Kett, der vor 22 Jahren "sein" Dompfarrer gewesen war für den langjährigen Dienst in der Kirche. Sie beide sind auch heute noch eng miteinander verbunden. "Wir zwei gehören noch zur Kriegsgeneration, die mehr als dankbar ist, dass sie gesund aus der Kriegsgefangenschaft heimkehren konnte", so Müller. Bei all ihrer Tätigkeit hätten sie nie den Spruch des Apostels Paulus "Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin!" vergessen.

Weiter ging Müller auf die Erweiterung Europas ein, durch die auch Polen seit dem 1. Mai Mitgliedsland der EU ist. Er bedankte sich bei allen polnischen Mitbrüdern, ohne deren Mithilfe es sehr schwer wäre, die Seelsorge in Deutschland zu bewerkstelligen.

Manfred Müller erinnerte daran, dass auch Papst Johannes II. aus Polen stammt. Nach Ansicht des Altbischofs hätte das heutige Europa ohne dessen Hilfe nicht entstehen können. Die urspüngliche Europafahne sei an sich eine Fahne zu Ehren Mariens, da die Grundfarben Weiß und Blau marianische Farben seien. Die zwölf Sterne stünden für die zwölf Apostel beziehungsweise zwölf Stämme Israels.

Weiter wandte er der frühere Regensburger Diözesanbischof gegen den Krieg im Irak. " Wir brauchen keinen pax romana oder pax americana, denn mit Gewalt kann man nirgends auf der Welt den Frieden sichern", so Müller. "Was wir brauchen, ist der ,pax Christi', damit wir in Europa und auf der Welt zusammen wachsen können!" Spontan bedankten sich die Gottesdienstbesucher mit großem Applaus für die hervorragende Predigt.

Der Kirchenchor St. Felix trug mit großem musikalischen Können zur feierlichen Stimmung beim Festgottesdienst bei. Zum Abschluss überreichte Stanislaus einen Bildband über die Fresken der Oberkirche in Assisi an Manfred Müller.

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