Falscher Merian-Stich im Hus-Museum von Konstanz
Neues Neustadt

Dank des ehemaligen Museumsleiters Peter Neuper konnte über den Förderverein Goldene Straße der "richtige Städtesstich" als Foto von Neustadt nach Tabor geschickt werden. Dort wird er bearbeitet und erhält dann seinen Platz im Hus-Museum Konstanz. Bild: cr
600. Konzilsjubiläum in Konstanz: ein Anlass für den Förderverein "Goldene Straße", auf Spurensuche des böhmischen Reformators zu gehen. Im Programm der 42-köpfigen Besuchergruppe aus Nordbayern, Tschechien und Polen: das total neu konzipierte Hus-Museum. Die Neugestaltung wurde durch die Karls-Universität Prag begleitet. Gezeigt wird der Weg des Reformators von Krakovec nach Konstanz im Jahre 1414 anhand von Merian Stichen der einzelnen Orte. Alles korrekt, bis auf Neustadt an der Waldnaab.

Dem gebürtigen Altenstädter Gerhard Gröschl sofort fiel auf, dass der Kupferstich von Neustadt an der Waldnaab zu viele Türme und eine Stadtmauer vorweist. Hier hatten sich die Organisatoren geirrt und einen Merian-Stich von Neustadt an der Donau verwendet. Die Verantwortlichen waren entsetzt. Helfen konnte Ursel Wichert, Leiterin des Archivs und des Museums. Sie wusste von der Stadtansicht und bewahrt einen Stich von Neustadt im Museum auf. Leider stellte sich heraus, dass dieser Stich hinter Glas von äußerst schlechter Qualität war. Das Original scheint nicht mehr vorhanden zu sein.

Zum Glück hatte der ehemalige Museumsleiter Peter Neuper noch eine weitere Kopie, die als Foto nach Prag und Tabor ging mit folgender Anmerkung: Es gibt von Neustadt tatsächlich keinen Merian-Stich. Jedoch war 1824 der Kirchenmaler Thaddäus Rabusky beauftragt worden, ein Bild für einen Kupferstich im Stil Merians zu erstellen. Der Regensburger Kupferstecher Bichtel übernahm die grafische Arbeit.
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