Fans hochgradig begeistert: "Trio Hauer & Lang" greift ganz tief in die Kult-Kiste - Zwei ...
Kleine Hexen und ganz arme Gummipuppen

Wenn es "Bamhackl" regnet, sich hinter einer der "Hullerbirlstauern", dem "Stodldouadirl" und unter der "Jagersitzloita" etwas rührt, dann steht das kultige "Trio Hauer & Lang" auf der Bühne. Am Freitag und Samstag hatten die drei Gaudiburschen mit ihrem originellen Programm gleich zwei ausverkaufte Heimspiele im "Brucksaler-Stodl". Die gelungene Mischung aus alten Songs und neuen Stücke kam an. Dabei war einer der Brüller sicher der Schlager "Sehnsucht", in dem Thomas "Dammer" Hauer (Gesang, Keyboard, Percussion, Schlauchmelodika), Michael "Michl" Lang (Gitarre, Gesang, Kazoo) und Martin "Mirtl" Beutler (Bass, Gitarre, Gesang) tief mit ihren Ledermützen, Stachelhalsband und Peitsche in die Sado-Maso-Szene abtauchten. Auch der Blues über die "Kloine Hex", die stumm ist wie ein Fisch, kam gut an. Erst als sie als Gummipuppe über der Bühne schwebte, wurde klar, warum. Ihr trauriges Schicksal: Eine brennende Zigarettenkippe und schließlich der gelbe Sack. Sehr kritisch gingen sie in "Ja, ja, wos sagst da" mit aktuellen Themen wie der Verschwendungssucht des ehemaligen Bischofs Tebartz-van Elst, der Abhöraktion der Amerikaner oder den besonderen Neigungen des SPD-Genossen Edathy um. Das bescheidene Wetter war das Thema im ebenfalls neuen Song "Schöine Urlaubszeit". Michl Lang hat darin praktisch autobiografisch die Wetterlage in seinem Urlaub zu Hause wie folgt beschrieben: "Wenn's Bamhackl rengt und alles überschwemmt, wenns soicht in oina Dur, dann is vom Summa koi Spur". Die kühle Witterung war auch schuld daran, dass sich das Trio entschloss, ihre ursprünglich im idyllischen Zoigl-Biergarten geplante Open-Air-Veranstaltung in den Stodl zu verlegen. Doch auch dies tat der guten Stimmung unter dem Publikum keinen Abbruch. Die Zuhörer waren von dem Bayerischen Freestyle-Crossover des Trios, der vor keiner Musikrichtung halt macht, sehr angetan. Von Beginn an verstanden es die Protagonisten auf der Bühne, die Zuhörer mit ihrem trockenen, kernigen Humor und den originellen Stücken mitzureißen. Die Auftritte der Drei sind einfach mittlerweile Kult, auch wenn die Handlungen und Texte in ihren Liedern beim einen oder anderen Novizen in Sachen "Trio Hauer & Lang" möglicherweise an der Grenze des guten Geschmacks kratzen mögen.

"Danke Dr. Sommer"

Bei ihren alten Songs haben die drei Musiker tief in ihren Repertoirefundus gegriffen. So waren nach einigen Jahren wieder die Geschichte vom armen kleinen Unterhoserl oder "Mei Nachbar hod a Frau aus'm Osten" zu hören. Die ersten sexuellen Erfahrungen machten sie im "Danke, Dr. Sommer" und als Zugabe gab es gar ihr allererstes Stück, das Hauer und Lang noch als Duo 1995 in Regensburg in langen Nächten schrieben: Hauer war der "10. Kelly".

Nach fünf Zugaben und gut zweieinhalb Stunden endete das Konzert wie es begonnen hatte: mit einem Gstanzl. Zu Beginn war es bayerisch, und am Ende griechisch. Einmal mehr hatte "Dammer" Hauer als humorvoller Entertainer die Lacher auf seiner Seite. "Mirtl" Beutler glänzte als Instrumentalist und "Michl" Lang trotz leicht angeschlagener Stimme als Sänger und Gitarrist.
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