28.05.2004 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Freie Wähler feiern zehnjähriges Bestehen - Blumen für Deubzers Grab Freude mit Trauer vermischt

Trauer mischte sich beim Jubiläum der Freien Wähler mit Freude. Vor zehn Jahren wurde die Wählergruppe auf Initiative von Thomas Deubzer aus der Taufe gehoben. Der Gründer konnte die erfolgreiche Entwicklung nicht lange miterleben.

von Gerhard SteinerProfil

Bei der Feier des Jubiläums am Samstag legten Vertreter der Ortsgruppe Blumen an seinem Grab nieder. "Deubzer allein ist es zu verdanken, dass es heute die Freien Wähler in Neustadt gibt", betonte Vorsitzender Karl Meier.

Auf Anhieb zwei Sitze

14 Männer und eine Frau hoben am

9. Mai 1994 die Gemeinschaft aus der Taufe. Deubzer übernahm selbst den Vorsitz. In der ersten Jahreshauptversammlung im April 1995 kam Gerhard Steiner an das Ruder, und Deubzer wurde "Vize". Schon bei der ersten Kandidatur für die Kommunalwahlen im März 1996 eroberten die "Freien" mit Deubzer und Steiner zwei Sitze.

Am 23. August 2000 erfolgte dann der herbe Schlag für die Ortsgruppe. Deubzer starb 49-jährig an einer heimtückischen Krankheit. "Dieser Verlust war nur äußerst schwer zu verkraften", so Meier. Er verhehlte nicht, dass bei den Wahlen 2002 die "Freien" ihr Ziel, einen dritten Sitz im Stadtrat zu ergattern, verfehlten. "Dies ist nicht so schlimm, weil keine Partei mehr die absolute Mehrheit besitzt und wir den Fraktionsstatus erhielten."

Fraktionssprecher Steiner bedauerte sehr, dass Deubzer die Erfüllung seines größten Wunsches und seines Hauptziels - den Bau der Umgehungsstraße - nicht mehr erleben kann. Er erinnerte sich noch gut, wie er vom "Damma", wie der Gründer auch genannt wurde, beim Dämmerschoppen in der "Deutschen Eiche" zur Gründung der "Freien" überredet wurde.

Zahlreiche Rückschläge

"Die Anfangszeit im Neustädter Stadtrat war von zahlreichen Rückschlägen geprägt", bilanzierte Steiner. Als Beispiele führte er zunächst die Ablehnung des Fraktionsstatus und konstruktiver Vorschläge, wie eine Verkehrsberuhigung in kinderreichen Wohngebieten, an. Im Nachhinein zeigte der Fraktionschef aber etwas Verständnis für die damalige Abwehrhaltung. "Die Situation mit einer dritten Kraft im Stadtrat war für alle neu." Die Einstellung habe sich inzwischen zum Positiven gewandelt.

Glückwünsche der Freien Wähler aus Störnstein überbrachte Vorsitzender Johann Kraus mit einigen Kollegen. Er überraschte sogar mit einer Geldspende. Siegfried Klarner aus Altenstadt überbrachte die Grüße des Kreisverbands. Er bezeichnete die Gründung vor zehn Jahren als ganz wichtigen Lückenschluss. "Denn was ist ein Kreisverband ohne eine Ortsgruppe in der Kreisstadt?" Als Vertreter der Altenstädter Ortsgruppe übergab Klarner nicht nur eine Geldspende, sondern brachte als "zusätzliches Geschenk" zwei neue Mitglieder mit: Thomas Steiner und dessen Mutter Evelyn Kunz, die durch eine Geschäftsübernahme wieder nach Neustadt gezogen sind.

Die Gründungsmitglieder Steiner, Heinrich Huschka, Norbert Glaeser und Karl Dorner wurden mit Urkunden ausgezeichnet.

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