31.01.2004 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Gebühr für Landkreishallen würde DJK St. Martin schwer treffen - Über Höhe entsetzt: "Eine finanzielle Katastrophe"

In vielen Vereinen hat das große Rechnen begonnen. Grund dafür ist die Ankündigung des Landkreises, künftig für die Nutzung von Turnhallen eine Gebühr zu verlangen. Die Neustädter DJK würde dies schwer treffen. Vorsitzender Wolfgang Schwarz sieht das große Breitensport-Angebot des Vereins dadurch in Gefahr.

von Hans PremProfil

Für den Vorstand und die Abteilungsleiter der DJK St. Martin stellt dieses Vorhaben schlicht "eine finanzielle Katastrophe" dar. "Derzeit nutzen rund 240 Jugendliche und 150 Erwachsene aus sieben Abteilungen rund 19 Stunden wöchentlich die Realschul- und 34 Stunden die Gymnasium-Turnhalle", klärt DJK-Vorsitzender Schwarz auf. Von Basketball über Fußball bis hin zu Badminton, Skigymnastik, Leichtathletik und Turnen erstreckt sich die Palette der Sportarten. Auf das ganze Jahr hochgerechnet würde die vorgeschlagene Nutzungsgebühr dem Vereine eine finanzielle Mehrbelastung von über 12700 Euro bescheren.

"Dies würde wohl für die Mitglieder über kurz oder lang eine größere finanzielle Belastung bedeuten. Und trotzdem wäre der Auftrag als Sport- und Jugendförderer gefährdet", prophezeit Schwarz. Für einige Abteilungen wird diese Nutzungsgebühr seiner Meinung nach gar zur Existenzfrage.

Basketballer entsetzt

"Die Basketballer als reine Hallensportler träfe es besonders schlimm", stöhnt Abteilungsleiter Willi Merkl. Rund 70 Jugendliche und 30 junge Erwachsene im Alter bis zu 20 Jahren nehmen am regelmäßigen Training seiner Sparte teil. Sie tragen in der Halle auch 43 Heimspiele plus einige Pokalbegegnungen aus. An diesen Tagen werde die Halle nicht selten von 9 bis 20 Uhr genutzt. "Der ganze vom Hauptverein zur Verfügung gestellte Etat würde alleine dafür draufgehen", befürchtet Merkl.

Aufgrund der seit längerem kursierenden Gerüchte um eine Hallennutzungsgebühr haben die Verantwortlichen der DJK vorsorglich einen gewissen Betrag in die Etatplanungen mit einfließen lassen. "Aber nicht in dieser Größenordnung", betont Schwarz.

Der Vorsitzende hat ausgerechnet, dass bei der Umsetzung des derzeitigen Vorschlags der Landkreisverwaltung die Mitgliedsbeiträge im Erwachsenen- und Familienbereich um durchschnittlich zwölf Euro erhöht werden müssten, um die Mehrbelastung aufzufangen. Derzeit zahlen Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr 43 Euro im Jahr. Familien inklusive aller Kinder bis zum 18. Lebensjahr müssen 72 Euro berappen. Kinder bis zum 13. Lebensjahr sind mit 20 sowie Jugendliche mit 23 Euro dabei. "Notfalls werden wir darüber nachdenken, dass nur mehr Sportler die Landkreisgebäude nutzen dürfen, die reinen Hallensport ausüben," kündigt der DJK-Chef an.

Er prophezeit dann ein stark eingeschränktes Angebot der DJK. "Auch die Qualität des Sports würde sicher darunter leiden", glaubt Fußballabteilungsleiter Thomas Neumann. Gerade in Zeiten, in denen dem Schulsport immer weniger Bedeutung zugemessen werde, sei es wichtig, dass sich die Jugendlichen das ganze Jahr über sportlich betätigten.

Aktive zur Kasse bitten

Als weitere Möglichkeit zieht Schwarz in Betracht, die Aktiven, welche die Hallen nutzen, gesondert zur Kasse zu bitten. "Dann wäre allerdings die Gleichberechtigung und Solidarität innerhalb des Vereins nicht mehr gewahrt." Als beste Lösungsmöglichkeit schlägt der Vorsitzende vor, dass der Landkreis jährliche Pauschalbeträge, gestaffelt nach Nutzungsstunden der verschiedenen Vereine, erhebt. "Zum Beispiel könnte man für bestimmte Stundenzahlen 500, 1000 Euro oder noch mehr verlangen."

Ein kleines Trostpflaster gab es trotzdem für die DJK. Bürgermeister Gerd Werner will für die Haupt- und Grundschulturnhallen, die der Stadt gehören, auch in Zukunft keine Nutzungsgebühren erheben.

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