Georgsmarkt zieht Stammkunden an - Großartige Geschäfte machen die Fieranten aber nicht
"Nicht mehr so wie früher"

In viel kleinerem Rahmen als in den Vorjahren präsentierte sich der Georgsmarkt. Trotzdem bummelten etliche Flaneure über den Stadtplatz und genossen das prächtige Wetter. Bild: bgm

Ein ungewohntes Bild erwartete die Besucher des Georgsmarktes am Sonntag. Autos rollten über das Stadtplatzpflaster, und die Marktstände drängten sich nur am Rand vom Neuen Schloss bis auf Höhe des früheren Gasthauses "Zum Bären". Insgesamt bot ein gutes Dutzend Marktkaufleute seine Waren feil.

Das Angebot reichte von Spielwaren und Süßigkeiten über Bratwürste bis hin zu Textilien, Hüten, Socken und Schmuck. Johann Heindl, ein Marktbesucher aus Marktredwitz, kann nicht verstehen, warum nicht wie in den vergangenen Jahren der ganze Stadtplatz für den Verkehr gesperrt wurde. "Neustadt ist immer ein schöner Markt gewesen, ein richtiger Magnet", versichert der Stammgast. Der Verkehr störe aber die Atmosphäre: "Das ist kein Marktbetrieb. Es fehlt einfach der Charakter. Eine Stadt wie Neustadt muss es sich doch leisten können, dass gesperrt wird, noch dazu bei der guten Umgehung."

Keine Reizüberflutung

Marktmeister Josef Schmid erklärt, dass es einfach zu wenig Anmeldungen gegeben hätte. "Die Sperrung wäre einfach überflüssig gewesen." Vom neugestalteten Stadtplatz ist Heindl dagegen begeistert: "Das ist traumhaft, die optimale Lösung. Das hätte man nicht besser machen können."

Seine beiden Freunde, die Schausteller Yviz und Alex Perez - gebürtige Kubaner - betreiben einen Hutstand. "Wir führen Panamahüte, australische Lederhüte, vor allem aber italienische Mode", erklärt Alex. Die Abnehmer für ihre schicken Kopfbedeckungen sind aber dünn gesät. "Immer noch nicht viel verkauft", meldet Yviz gegen halb drei am Nachmittag.
Dabei sind die beiden extra aus Jena angereist. Bei Pirma Singh, der Textilien anbietet, sieht es nicht viel besser aus. Singh lobt aber dennoch die Organisation des Marktes: "Hier bekommen nur die angemeldeten Aussteller einen Standplatz. Das ist gut so." Optimistisch gibt sich Angelika Bauer, die aus dem Landkreis Straubing gekommen ist und Schmuck sowie Mineralien offeriert: "Die Größe sagt nichts über dessen Qualität aus. Die Leute haben bei einem kleinen Markt mehr Zeit, sich das Angebot anzuschauen und werden nicht so mit Reizen überflutet."

Als aber am Nachmittag die Geschäfte noch immer schleppend laufen, wirkt auch sie etwas enttäuscht. "Es ist nicht mehr so wie früher", meint der Sockenhändler Edwin Körper, der schon öfter in Neustadt ausgestellt hat. "Die jungen Leute sind nachts in der Disco und stehen vormittags nicht auf." Seit den letzten zehn Jahren meint er, diesen Wandel feststellen zu können.

Jubilatemarkt übermächtig

Alle sind sich aber einig, dass der Weidener Jubilatemarkt viele Kunden abgesaugt hat. Maria Wallintin, die schon 47 Jahre in der Branche aktiv ist und als Neustädterin auch einen Heimvorteil genießt, sieht das ganze Geschehen pragmatisch: "Wir sind schon glücklich, wenn's nicht regnet." Über das Wetter konnte sich am Sonntag jedenfalls keiner beklagen.
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