27.08.2014 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kabarettisten meiden weitgehend Kreisstadt - Veranstalter beklagt Plakatierungsverbot in Weiden Wenig zu lachen

Wegen Plakatwerbung für Veranstaltungen in der Kreisstadt hat die Nachbarstadt Weiden einen Konzertagenten vor Gericht gezerrt. Es gab zwar damals vor rund zwei Jahren nahezu einen Freispruch. Aber die Kabarett-Freunde der Stadthalle bekommen jetzt die Nachwirkungen zu spüren.

Rolf Miller wird am 7. Februar alleine auf der Bühne der Stadthalle sitzen und über Urknall, Kunst, Sport, Frauen, Kinder, Achim und Jürgen, zielsicher den Faden verlieren. Der Schwabe ist aber auch der einzige Kabarettist, der sich für die im Herbst startende Saison bisher zu einem Auftritt in Neustadt angekündigt hat. Archivbild: Hartl
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Während in den Vorjahren bekannte Namen von Django Asül über Herbert und Schnipsi bis hin zu Han's Klaffl und Bruno Jonas in der Kreisstadt Station machten, herrscht in den nächsten Monaten Flaute. "Die Auftritte waren schwach besucht, der Kartenvorverkauf lief schleppend", sagte Agent Erwin Strasser, warum er derzeit kaum Künstler nach Neustadt schickt. Andernorts wie im Raum Neumarkt oder Straubing liefe der Kartenverkauf für diese Akteure blendend.

Miller soll es oder nicht

Einen Versuch unternimmt der Konzertveranstalter noch in der Kreisstadt: Mitten im Fasching, am 7. Februar, besucht Rolf Miller, der Meister der unausgesprochenen Gedankengänge, die Stadthalle. "Alles andere ist primär" lautet der Name seines neuen Programms. Schließlich seien die Voraussetzungen in der teilbaren Halle mit Platz für 660 oder 350 Zuschauer sehr gut. Auch das Licht sei o.k. "Ein Nachteil ist, dass ich Ton und Technik mitbringen muss."

Für Strasser ist der Schwabe auch ein Versuchsballon. "Mal schauen, wie Miller läuft." Kommt er beim Publikum an, dann kann sich der Chef des Konzertbüros aus Furth im Wald durchaus vorstellen, wieder mehr Kabarettisten in der Kreisstadt auftreten zu lassen.

Aus Weiden komme kaum jemand zu den Stars nach Neustadt, hat Strasser beobachtet. "Die Leute gehen lieber in die Max-Reger-Halle." Außerdem dürfe man in Weiden kein Plakat für eine Veranstaltung außerhalb der Stadt aufhängen. Das habe er am eigenen Leib erfahren und die Androhung von 600 Euro Strafe vor Gericht abwehren können. "Ich bin damals mit 30 Euro wegen einer Ordnungswidrigkeit davongekommen."

Weidens Rechtsdezernent Hermann Hubmann bestätigt, dass die Stadt gemäß ihrer Plakatierungsverordnung auf öffentlichen Straßen und Plätzen keine Werbung für Veranstaltungen außerhalb der Stadt dulde. "Theoretisch ist eine gebührenpflichtige Ausnahmegenehmigung möglich. Aber die erteilen wir eigentlich nicht." Wer sich daran nicht hält, begehe eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 2000 Euro kosten könne, so Hubmann.

10 Euro pro Woche

Auch in Neustadt gibt es eine Plakatierungsverordnung, die Geschäftsführer Peter Forster durchaus restriktiv nennt. Allerdings vor allem in Bezug auf die Menge der Aushänge. Werbung für Veranstaltungen außerhalb der Stadt ist genehmigungspflichtig und kostet 10 Euro pro Plakat und Woche. Wenn nichts angemeldet ist, droht wie in Weiden die kostenpflichtige Entfernung. "Bei Wahlen ist das anders", erläutert Forster. "Da gibt es einen Freifahrschein des Innenministeriums."

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